Das alles wird nicht gut ausgehen. Wenn ich das Wohnzimmer verlasse, dann nur mit einem versohlten Hintern. Ich hätte einfach in mein Zimmer gehen sollen, als noch die Möglichkeit bestand. Jetzt ist dies leider keine Option mehr.
Ich blicke nervös in Richtung Mamá, die neben mir auf dem Sofa sitzt und mir mein schlechtes Benehmen und meine Respektlosigkeit noch einmal im Detail vorhält. Auf dem Couchtisch vor uns liegt ein Teigschaber. Eben so ein Ding, mit dem man Kuchenteig aus einer Schüssel kratzt. Die Kochlöffel waren wahrscheinlich zu sehr in die so jäh unterbrochenen Essensvorbereitungen eingebunden. Bislang hatte ich immer sehr positive Assoziationen damit. Kuchenteig. Muffins. Ob das gleich immer noch so ist? Aber das sollte eigentlich gerade meine geringste Sorge sein. Trotzdem muss ich daran denken. Auch daran, dass ich genau dieses Exemplar vor drei oder vier Monaten bei Walmart eigenhändig in den Einkaufswagen gelegt habe. Ironie des Schicksals, könnte man sagen.
“Mira! Hörst Du mir zu?”
Ich nicke.
“Dann sieh mich an!”, sagt Mamá bestimmt.
Ich schaue sie an. Man kann ihr den Ärger und die Enttäuschung immer noch deutlich ansehen. Allerdings auch die Entschlossenheit. Lange kann ich ihr nicht in die Augen schauen, bis mein Blick abschweift und ich an ihr vorbei aus dem Fenster schaue. Im Nachbargarten steht die alte Ms. Fischer, die sich hingebungsvoll mit einer kleinen Schere ihren Rosen widmet. Zum Glück war ich so geistesgegenwärtig und habe eben noch schnell die Fenster geschlossen.
Die Nachbarn müssen von dem Kommenden nicht mehr mitbekommen als unbedingt nötig.
Ich blicke wieder kurz zu Mamá, starre dann aber konzentriert auf den kleinen Leberfleck auf meiner rechten Handfläche. Ich fange sogar an, daran herumzureiben. Fast so, als hätte ich ihn gerade zum ersten Mal gesehen.
“Gut Mira!”, kommt Mamá zum Ende.
“Dann steh auf und zieh die Hose runter!”
Mein Herz beginnt schnell und hart gegen meine Brustwand zu schlagen.
15 Minuten zuvor:
“Dios mio. Mirabella. Was liest Du denn da schreckliches?”
Mamá ist hinter mir stehen geblieben und schaut mir skeptisch über die Schulter.
Ich verdrehe die Augen und halte das Buch aus der Schulbibliothek so, dass sie das Cover sehen kann.
“Antike Sagen”, liest sie stirnrunzelnd. “Aber was war das bitte für ein fürchterliches Bild?“
Ich kichere und schlage meine Seite wieder auf.
“Meinst Du das hier?”
Dabei tippe ich auf eine Illustration, auf der ein ebenso muskulöser wie spärlich bekleideter Mann an einen Felsen gekettet ist und von einem riesigen Vogel mit dem Schnabel in die Seite gehackt wird. Er blutet und krümmt sich schreiend vor Schmerzen.
“Das ist Prometheus”, erkläre ich und bin froh, eine Wissenslücke meiner Mutter schließen zu können
“Er hat den Menschen gegen Zeus’ Willen das Feuer gebracht und wurde dafür zur Strafe im Kaukasus an einen Felsen gekettet. Dort kommt jeden Tag ein Adler vorbei und frisst seine Leber.”
Heimlich freue ich mich ein wenig über ihren erschrockenen Gesichtsausdruck.
“Das ist aber nicht so schlimm”, füge ich beiläufig hinzu. “Sie wächst jede Nacht wieder nach.”
Sie verzieht angewidert das Gesicht.
“Der Adler frisst seine Leber? Jeden Tag? Das geht doch gar nicht.”
„Naja, nicht ganz so exakt vielleicht… aber die Leber hat eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit“, doziere ich und bin ein bisschen stolz, mein Bio-Wissen einbringen zu können.
„Und das alles nur, weil er den Menschen etwas Gutes tun wollte?“ Sie schüttelt missbilligend den Kopf. “Wie ungerecht!”
„Es gab schon immer Feinde des Fortschritts und der Wissenschaft“, sage ich.
“Und grausam ist es auch!”
“Bisschen überreagiert vielleicht… . Für eine griechische Sage aber noch im Rahmen.”, erwidere ich kichernd.
“Und das liest Du in der Schule?”
“Naja, so halb. Mr. Gudmundsson aus meinem Literaturkurs meinte, wir müssten uns mit der griechischen Mythologie auseinandersetzen. Ohne das könne man Literatur nicht wirklich verstehen.”
„Ach Mira“, seufzt sie gerührt. „Was habe ich nur für eine schlaue Tochter.“
Sie tätschelt mir zärtlich die Wange und verschwindet in Richtung Küche.
Kurz darauf höre ich Töpfe und Geschirr klappern.
„Soll ich dir helfen?“, rufe ich halbherzig.
Lust habe ich keine. Aber anbieten schadet nie.
„Danke Mira, nicht nötig. Lies lieber weiter Dein blutrünstiges Buch.“
Ich grinse zufrieden, rutsche tiefer in meinen Sessel und lese weiter.
Dabei höre ich mit einem Ohr, dass Mama in der Küche telefoniert. Bestimmt einer der vielen Anrufe von Barry. Die Beiden sind richtige Turteltauben. Bei dem Gedanken muss ich erneut grinsen.
“Mira. Kommst Du bitte mal!”
Mamás eben noch so wohlwollende Stimme, hat einen anderen Klang angenommen. Einen strengen-fordernden.
Was ist denn jetzt los? Ich lege das Buch weg und mache mich etwas verunsichert auf den Weg in die Küche.
“Mich hat gerade Amy angerufen.”, sagt sie mit in die Hüften gestemmten Händen in einem leicht anklagenden Tonfall.
Amy. Die Mutter meiner beiden Nachhilfeschüler Liam und Jayden. Den Zwillingen. Hoffnungslose Fälle. Immerhin habe ich es geschafft, beide in Mathe von einem F auf ein C zu bringen.
Schuldgefühle weckt diese Information nun nicht gerade in mir. Was soll ich schon groß falsch gemacht haben? Vielleicht ist der Mathe-Test, für den wir zusammen gelernt haben, schlecht gelaufen. Aber das kann man mir ja schlecht vorwerfen. Wenn sie sich nicht noch eigenständig auf den Hosenboden setzen und lernen, dann soll Amy das doch bitte mit ihren Jungs besprechen.
“Ja? Und?”
Ich schaue Mamá fragend an und zucke mit den Schultern.
“Sie möchte nicht, dass Du den Zwillingen weiter Nachhilfe gibst.”
Was?! Ich hätte mit allem nur nicht damit gerechnet. Was ist nur passiert, dass Amy, die mir erst unlängst versichert hat, wie froh sie sei, in mir eine so gute Nachhilfelehrerin für ihre Jungs gefunden zu haben, ihre Meinung derart geändert hat.
Ich blinzle. “Was? Warum das denn?”
Ich spüre, dass sich neben der Verwunderung über diese Entwicklung noch ein zweites Gefühl in meiner Brust ausbreitet. Und zwar Wut. Wut auf diese undankbare blöde Kuh, wie ich Amy in Gedanken nenne, die es ganz offenbar nicht zu schätzen weiß, dass eine Musterschülerin, die es jedes Jahr auf die Honor Roll der Schule schafft, ihrem grenzdebilen Nachwuchs für lumpige acht Dollar in der Stunde Nachhilfe gibt. Wohlgemerkt im Doppelpack. Pah! Soll sie sich halt eine andere suchen. Sie wird schon sehen, ob es mir was ausmacht.
“Offenbar hast Du ihnen beim letzten Mal eine Anleitung für ein Experiment gegeben, mit dem sie gerade das Wohnzimmer komplett verwüstet haben…. Moment.”
Mamá entriegelt ihr Smartphone und hält es mir vorwurfsvoll entgegen. Ich sehe die Bilder – und mir wird heiß. Das Wohnzimmer ist zugegebenermaßen ziemlich mitgenommen. Decken und Wände triefen von einer dunklen-schaumigen Flüssigkeit. Die Tapete ist an mehreren Stellen gewellt. Auf einem Foto hält Amys Mann einen Baseball, den irgendeine MLB-Größe signiert und den er mir schon mehrfach stolz gezeigt hat, mit weinerlicher Mine in die Kamera. Auch er hat einiges abbekommen. Zuletzt das Bild von einer Skizze.
Meiner Skizze.
Oh, mein Gott!
Wenn ich einen Fehler gemacht habe, dann allerhöchstens den, die Dummheit meiner Mitmenschen gnadenlos zu unterschätzen. Wie kann man nur so blöd sein?!
Am Ende der letzten Nachhilfestunde hatte ich den beiden demonstrieren wollen, dass Naturwissenschaften nicht langweilig, sondern ziemlich cool sein können und ihnen vom Mentos-Cola-Experiment erzählt. Rebecca und ich haben das auch schon mal mit einer 2 Liter-Flasche Diet Coke und einer Packung der besagten Pfefferminz-Kaubonbons durchgeführt. Wohlgemerkt draußen im Garten von Rebeccas Eltern. Krasse Reaktion. Definitiv!.
Auf einem Zettel hatte ich den simplen Versuchsaufbau skizziert. Diet Coke!!! habe ich sogar noch mehrfach unterstrichen. Normale Coca-Cola klappt viel weniger gut. Zu kalt sollte sie auch nicht sein.
Ich stöhne auf. Obwohl ich weiß, dass es keine gute Idee ist , kann ich ein Kichern nicht unterdrücken.
“Die haben das im Wohnzimmer gemacht? Ernsthaft?”
“Zu Lachen gibt es da überhaupt nichts!”, antwortet Mamá pikiert.
“Ich hätte Dich für verantwortungsvoller gehalten, als dass Du zwei zwölfjährigen Tunichtgute zu gefährlichen chemischen Experimenten anstiftest.”
Moment! Das geht jetzt wirklich zu weit. Sowas muss ich mir nun doch nicht unwidersprochen anhören. Zudem werde ich so langsam sauer.
“Erstens weiß ich nicht, was an diesem Versuch gefährlich sein soll, wenn man zwei funktionierende Gehirnzellen hat!”, antworte ich ungewohnt scharf.
Sie will etwas sagen, aber ich rede weiter.
“Und zweitens ist das keine chemische, sondern eine physikalische Reaktion!”
Ich stampfe sogar mit dem Fuß auf.
“Mira! Heb Dir Deine neunmalkluge Art gefälligst für die Schule auf!”, sagt Mamá zunehmend gereizt.
“Jedenfalls möchte ich, dass Du Dich hinsetzt und Amy einen Entschuldigungsbrief schreibst! Und zwar jetzt!”
Ich beiße die Zähne zusammen. Mamá hat sich in Windeseile von einer wohlwollend-stolzen zu einer nervigen-ätzenden Mutter verwandelt.
“Ich soll mich dafür entschuldigen, dass ich versucht habe, den Zwillingen was beizubringen? Sag mal geht’s noch? Das wird ganz bestimmt nicht passieren!”, fauche ich und verschränke demonstrativ die Arme vor der Brust.
Etwas flackert in Mamás Gesicht.
“Gut Mirabella. Dann geh jetzt auf Dein Zimmer! Du hast für den Rest der Woche Hausarrest. Und wenn Du bis zum Abendessen keine Entschuldigung geschrieben hast, verlängere ich das Ganze um eine weitere Woche.”
Ich starre sie an. Fassungslos. Irgendwie kann ich nicht glauben, was hier gerade passiert. Ich habe nichts falsch gemacht und werde dafür auch noch bestraft.
Wann hatte ich zuletzt Hausarrest? Vor drei Jahren? Und jetzt gleich volle vier Tage mit der Aussicht auf eine ganze weitere Woche.
“Mira! Auf Dein Zimmer! Jetzt!”, sagt Mamá knapp und deutet mit dem Finger in Richtung Tür.
Ich drehe mich um, gehe Richtung Flur und bleibe an der Küchentür stehen.
“Mama, weißt Du was? Du bist genauso ungerecht und tyrannisch wie Zeus in meinem Buch!”
Sie sieht mich fragend an.
“Prometheus hat Ärger mit Zeus bekommen, weil er den Menschen das Feuer gebracht hat.”, sage ich und mache eine dramatische Pause.
“Und ich bekomme jetzt Ärger von Dir, weil ich Jayden und Liam etwas beibringen wollte. Denk mal drüber nach!”
In Gedanken balle ich die Faust. Die Stunden im Debattierclub waren definitiv gut investierte Zeit.
“Mein liebes Fräulein Mirabella Valdez. Geht es vielleicht zwei Stufen weniger dramatisch? Du hast der Menschheit nicht das Feuer gebracht, sondern zwei Zwölfjährige zu sinnlosen Experimenten verleitet. Und Du bist auch nicht Prometheus, sondern ein verzogenes und verwöhntes Gör aus Kalifornien. Und ich weiß zwar nicht so genau, wo der Kaukasus ist, aber wenn Du nicht gleich auf deinem Zimmer bist, kannst Du was erleben!”, erwidert sie nach kurzem Nachdenken.
Mist! Unterschätzen darf man sie auch nicht. Vielleicht war sie auch im Debattierclub?
Was ich dann sage, bereue ich fast sofort.
„Mir ist absolut rätselhaft, wie ich in so eine Familie hineingeboren werden konnte. Wahrscheinlich hat irgendeine Nobelpreisträgerin aus Berkeley am selben Tag im selben Krankenhaus wie Du entbunden und wundert sich jetzt, warum ihre fünfzehnjährige Tochter nur Schminke und Enchiladas im Kopf hat!“
Verdammt.
Es wird unheimlich still.
Mama sieht mich an. Fassungslos. Enttäuscht. Ich kenne diesen Blick. Das ist die Ruhe vor dem Sturm. Normalerweise ist es Sofía, die solche Momente auslöst.
Ich starre auf meine Fußspitzen.
„Entschuldigung“, murmele ich.
Sie räuspert sich.
„Wenn du deine Grenzen austesten wolltest, ist dir das gelungen.“
Die Fassungslosigkeit ist verschwunden. Zurück bleibt Ärger.
„Geh ins Wohnzimmer und warte dort auf mich!“
****
Ich stehe zögerlich auf, fasse an meine Shorts und löse die Knöpfe. Mit einem letzten flehenden Blick schaue ich zu Mamá herüber, die mich mit verschränkten Armen vom Sofa aus beobachtet. Ich zögere.
“Mira! Ich werde es Dir kein zweites Mal sagen!”
Mit einem Seufzen ziehe ich die Shorts bis unter den Po. Mamá nickt zufrieden, nimmt mich an der Hand und zieht mich näher an sich heran. Mit beiden Händen greift sie in den Bund der kurzen Jeans und zieht sie mit einem Ruck weiter runter. Bis unter meine Knie. Von dort spüre ich den Stoff meine Beine weiter runtergleiten.
“Dann leg Dich über meinen Schoß!”
Sie stellt die Beine zusammen und klopft auffordernd auf ihre Oberschenkel.
Mit den Hosen um die Knöchel schlurfe ich ein paar Schritte um sie herum, beuge mich vor und lege mich etwas umständlich und ungeschickt leicht schräg über ihren Schoß. Mein Oberkörper kommt auf dem Sofa zu liegen, während meine Füße auf dem Boden bleiben.
Ich spüre, wie sich der dünne Stoff meiner Unterhose über meinem Po spannt. Wenigstens durfte ich die anbehalten.
Mamá scheint noch nicht ganz zufrieden zu sein. Sie ruckelt mich am Becken ein wenig zurecht und schiebt meinen Hoodie ein Stück höher.
Dann spüre ich, wie sie eine Hand auf meinem Rücken, die andere auf meinem Po ablegt.
“Ich hätte nie gedacht, dass das bei Dir nochmal nötig wäre.”, spricht sie mir aus der Seele. “Aber das hast Du Dir das alles selber zuzuschreiben.” Das sehe ich hingegen leicht anders. Ganz falsch liegt sie damit allerdings auch nicht. Wenn ich einfach nachgegeben und diesen blöden Brief an Amy geschrieben hätte, wäre der Nachmittag sicherlich anders verlaufen. Mit ein wenig geheuchelter Reue hätte ich mir viel ersparen können. Dann wäre der Streit auch nicht so eskaliert. Und ich hätte nicht solche Sachen gesagt.
“Es tut mir leid!”, beteuere ich noch einmal.
Statt einer Antwort gibt es den ersten festen Klaps auf die rechte Pobacke.
“Au”, zucke ich zusammen. Gleich darauf ereilt die linke Pobacke dasselbe Schicksal und ich spanne meinen ganzen Körper an. Die Haut brennt deutlich an den getroffenen Stellen. Noch schlimmer ist allerdings die Peinlichkeit und ich drücke mein Gesicht vor Scham tief in das Sofapolster.
Unterdessen wird meine Kehrseite ordentlich ausgeklatscht. Bei jedem Schlag bewege ich Becken und Oberkörper leicht nach vorne, als könnte ich den Schlägen dadurch entkommen.
Trotz des Höschens fühlt sich jeder einzelne Schlag viel schlimmer an als die von Sofia vor einigen Monaten.
Bisher ertrage ich es ganz tapfer. Schließlich will ich Mamá nicht die Genugtuung geben, mich schreiend auf ihrem Schoß zu winden. Zum Glück sind wir alleine zu Hause. Auf einmal denke ich wieder an Ms. Fisher, die nur wenige Meter von mir entfernt ahnungslos ihre Rosen schneidet. Zumindest hoffe ich, dass sie hiervon nichts mitbekommt und vertraue auf die Doppelverglasung.
Mittlerweile hat Mamá sicherlich jeden noch so kleinen Abschnitt meines Hinterns viermal mit ihrer Hand bearbeitet und ich werde nun doch unruhig. Ich fange an zu jammern und zu autschen und den Po nach links und rechts zu drehen. Immer entgegen der Richtung, aus der der letzte Schlag kam. Mamá reagiert darauf, indem sie mir ihre linke Hand fester auf den Rücken drückt.
“Na, doch lieber brav?“, fragt sie sarkastisch.
“Jahaaa”, jammere ich und bereue meine freche Klappe gerade zutiefst.
Dann hört es plötzlich auf.
Sie streichelt mir über den versohlten Po.
“Bisher hast Du Dich recht gut geschlagen. Viel besser als Deine Schwester.” Dabei tätschelt sie mir zärtlich den Po.
“Hmmm”, ist die einzige Antwort, die mir einfällt und muss an den Teigschaber auf dem Couchtisch denken.
Dann spüre ich, wie ihre Finger unter den Bund meines Höschens gleiten.
“Bitte nicht!”, jammere ich und spüre, wie sie mir die Unterhose in einer flüssigen Bewegung nach unten zieht.
“Oh, aber natürlich!“, entgegnet sie bestimmt und klatscht mir die Hand auf die bereits brennenden und nun völlig ungeschützten Backen.
Das Klatschen ist nun viel heller und lauter.
“Respektlose. Mädchen. Bekommen. Den. Nackten Hintern. Versohlt.” Jedem Wort wird durch einen besonders festen Schlag Nachdruck verliehen.
Den Vorsatz, nicht übermäßig zu jammern, muss ich leider aufgeben. “Au! Au! Au!’”, quieke ich und winde mich auf ihrem Schoß.
Die Finger in den Sofabezug gekrallt, bewegen sich meine Füße über den Wohnzimmerteppich, als wollte ich davonlaufen. Grundsätzlich würde ich das auch gerne. Wenn es denn ginge.
“Mama! Bitte! Biiitte! Nicht mehr! Es tut mir leid!”, flehe ich. Leider ohne Erfolg. Im Gegenteil. Das Tempo wird noch deutlich angezogen, was fast noch übler ist, als das fehlende Höschen. Mit meiner rechten Hand versuche ich nach hinten zu greifen, aber sie wird auf halben Weg abgefangen und auf meinen Rücken gedreht.
Dies wird mit “Na, na!”, kommentiert und mit ein paar besonders festen Schlägen auf den Poansatz quittiert.
Dann gibt es wieder eine Pause. Schwer atmend und vor mich hin jammernd, liege ich auf ihrem Schoß. Diesmal gibt es keine trügerischen Streicheleinheiten. Stattdessen streckt sie sich und nimmt den Teigschaber vom Couchtisch.
“Bitte Mamá! Nicht mehr! Das war doch genug!”
“Oh, das lass mal meine Sorge sein, Mirabella!” Bedrohlich spüre ich das Gummi auf meine glühende Pobacken tippen.
“Wir wollen das ja nicht so schnell wiederholen, deshalb machen wir es jetzt lieber richtig!”
Kurz überlege ich, zu entgegnen, dass es in den letzten 15 Jahren ja auch nicht erforderlich gewesen sei. Entscheide mich dann aber dagegen. Für heute habe ich wahrscheinlich genug diskutiert.
Dann spüre ich, dass Mamá ihre linke Hand um meine Hüfte schlingt und mich fest an sich heranzieht. Das verheißt gar nichts Gutes.
Als der Kopf des Spatels zum ersten Mal auf meinen Po klatscht, nimmt es mir fast den Atem. Das Geräusch ist im Vergleich zum lauten Klatschen der Hand eher unspektakulär. Die Wirkung ist aber umso schlimmer.
Mit einem dumpfen schnalzenden Geräusch prasseln die Schläge auf meinen Po. Meine Beherrschtheit habe ich vollkommen über Bord geworfen und ich schreie was meine Lungen hergeben. Sollte Ms. Fisher weiterhin in ihrem Rosenbeet stehen, wird ihr spätestens jetzt nicht entgehen, dass mir gerade eine gehörige Lektion in gutem Benehmen erteilt wird. Nicht zu ändern.
Nachdem die ersten Schläge noch über den ganzen Po verteilt wurden, wird der Spatel nun ausschließlich auf die untere Hälfte meiner rechten Pobacke geschmettert. Fast bin ich dankbar, als Mamá nach einer gefühlten Ewigkeit auf die linke Seite wechselt und dort nach dem gleichen Prinzip fortfährt.
Dann hört es plötzlich auf.
Erschöpft, jammernd und schniefend liege ich über ihrem Schoß.
Die Umklammerung löst sich und ich spüre, wie sie mir kurz über den Rücken streichelt.
Mit wackeligen Knien, glühenden Kopf und zerzausten Haaren stehe ich auf und reibe mit beiden Händen die brennenden Pobacken.
Mamá nimmt dies mit einem sichtlich zufriedenen Blick zur Kenntnis.
“So, das war Dir hoffentlich eine Lehre!”
“Ja, Ma’am.”, entgegne ich, wie aus der Pistole geschossen und komme mir ziemlich blöd vor. Das letzte Mal habe ich das wahrscheinlich in der dritten Klasse zu Ms. Rodriguez gesagt, als sie Rebecca und mich beim Klingelstreich erwischt hat.
Mamá quittiert dies mit einem amüsierten Lächeln.
“Na, das hört sich doch schon viel besser an.“
Mir hingegen ist gar nicht zum Lachen zumute. Am liebsten würde ich mich jetzt in meinem Zimmer unter der Bettdecke verkriechen.
Während ich versuche, die Situation irgendwie zu ertragen, fällt mein Blick wieder aus dem Fenster.
Ms. Fisher gönnt ihren Rosen eine Pause und schaut in meine Richtung. Als sie grüßend die Hand hebt, ziehe ich meinen Pullover schnell mit beiden Händen nach unten und mein Höschen aus den Kniekehlen nach oben.
Ich kann nur hoffen, dass ich unserer Nachbarin bis zum Ende der High School nicht mehr auf der Straße begegne… und natürlich, dass sie es nicht weitererzählt. Der Gedanke daran treibt mir nochmals die Schamesröte in das ohnehin schon heiße Gesicht.
Dann darf ich endlich in mein Zimmer gehen. “… und darüber nachdenken, warum das gerade passiert ist!”, wird mir noch mit auf den Weg gegeben.
Auf der Treppe schmerzt mein Po bei jedem Schritt.
Beim Blick in den Spiegel bin ich überrascht, dass es nicht ganz so böse aussieht, wie es sich anfühlt. Ziemlich rot ist mein Po allerdings schon. Ich kann die Spuren des Teigkratzers erkennen und auch Fingerabdrücke an den Übergängen zum Becken und zum Ansatz der Oberschenkel.
Vorsichtig setze ich mich auf meinen Schreibtischsstuhl. Mir ist so gar nicht danach, aber ich habe einen Brief zu schreiben.

Eine interessante Wahl, aus der Ich-Perspektive zu erzählen, ich mag die Idee! Außerdem hat der Vergleich mit Prometheus etwas wirklich dramatisches wie von jemand neunmalklugen wie Mirabella zu erwarten ist.
Eine tolle Einreichung für den Wettbewerb!
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Schöne Geschichte mit guten Truckstop-Vibes. Jake ist sehr gut getroffen. Nette Idee, die Handlung in die (nicht ganz so ferne) Zukunft zu verlegen. 👍
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Der Kommentar sollte eigentlich unter Beitrag Nummer 2🫣
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unter Beitrag 5.. ich glaube, ich bin zu früh aufgestanden
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Haha, dafür hast du mich am Morgen schon gut amüsiert. Soll ich die Kommentare hierunter löschen?
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ja, das wäre toll
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