Doppelt versohlt (Das doppelte Lottchen- Kurzgeschichte)

Lotte seufzt. Luise will ausgehen. Genauer gesagt will sie zu Trudes Geburtstagsfeier gehen, doch sie hat Stubenarrest. Ihre Noten sind in den letzten Wochen ins Bodenlose gerutscht. Zudem war ihr loses Mundwerk mal wieder schneller als ihr Kopf. Als sie mit der dritten Fünf nach Hause kam und auf die Standpauke von Mutti auch noch mit “Na und? Das kümmert mich nicht” geantwortet hat, hat sie sich eine Watschen (wie man es hier in Wien nennt und Lotte ist schon ganz und gar integriert) gefangen und wurde auf ihr Zimmer geschickt. Lotte war Zeuge der ganzen Situation und obwohl sie ihre Zwillingsschwester mehr als alles auf der Welt liebt, findet sie, Luise hat sich diese Strafe redlich verdient.

Gefangenschaft einer Autorin (Kurzgeschichte)

Sie schlug die Augen auf, blinzelte ein paar Mal, doch konnte um sich herum nichts erkennen, es war stockduster. Wo war sie hier? Und überhaupt, wo war sie zuletzt gewesen? Sie hielt sich den Kopf, der unglaublich dröhnte. Ach richtig, sie hatte den Abend in einer BDSM-Bar verbracht, einsam an einem Tisch in der Ecke, mit einem Haufen selbstgestalteter Autogrammkarten. Auf ihrem Blog hatte sie Tags zuvor noch einen Post verfasst, dass sie an jenem Abend um Punkt 20 Uhr in jener Bar zu finden sein würde, aber niemand war aufgekreuzt. Das hatte sie doch sehr frustriert. Da bot man seinen Lesern einmal den Transfer ins Real Life an und was geschah? Tote Hose, im wahrsten Sinne!

Drosselbart oder die Zähmung der eitlen Prinzessin (Teil 2)

Die ersten Tage vergingen wie im Fluge. Hans bemühte sich redlich, ihr alles beizubringen, fegte die Stube, feuerte den Ofen an, kochte das Essen und lieferte ihr dabei allerlei Erklärungen. Sie stellte sich als äußerst ungeschickt heraus, ließ den Krug fallen, setzte das eigene Kleid in Brand, ließ das Essen verkochen, kurzum, er sollte bald zu spüren bekommen, dass er sich nun wirklich keine geschickte Hausmagd angeschafft hatte.

Drosselbart oder die Zähmung der eitlen Prinzessin (Teil 1)

Je mehr Geschichten dem Prinzen, dessen Name Maximus war, von der Prinzessin zu Ohren kamen, desto mehr reizte es ihn, dem Hof selbst einen Besuch abzustatten. Nicht nur war er neugierig, ob sie wirklich so unausstehlich war wie von jedem beschrieben, auch trieb ihn die Frage um, ob ihr denn nun wirklich niemand Einhalt zu bieten vermochte. Schon immer war er ein Mensch gewesen, der die Herausforderung nicht scheute, sei es im Kampf oder bei der Eroberung einer schönen Dame.

Camgirl (Kurzgeschichte)

„Jungs... Jungs... eins nach dem anderen“, kicherte Samantha, sie richtete sich etwas mehr vor der Kamera auf und zupfte an ihrem pinken Spitzenbustier herum. Passend dazu trug sie einen pinkfarbenen String und weiße Kniestrümpfe mit einem rosanen Streifen. Das verstärkte für die perversen Säcke die Illusion, dass sie ein unschuldiges Ding war, das nunmal gerade anfing, aus Neugier mit diesen Toys auf die Anweisungen Fremder hin zu experimentieren.

Ein gefährliches Vorhaben Teil 2 (Harry Potter Fanfiction)

Die schlimmsten Phasen der Tracht Prügel hatte sie überstanden, es war wirklich eine unvorstellbare Tortur gewesen, jeden Tag die Kehrseite erneut von der Bürste feuerrot geklopft zu bekommen. Dabei hatte sich der Schmerz von Tag zu Tag exponentiell verschlimmert und sie hatte am Ende der Woche schon nach den ersten Klopfern mit der Bürste auf ihr brennend rotes Hinterteil alles zusammengeschrien. Das hatte dann auch noch von Tag zu Tag mehr Publikum auf den Plan gerufen. Sie hatte sich für die anderen Mädchen nie sonderlich interessiert, deswegen war ihr nicht so recht klar gewesen, wie unbeliebt sie bei ihren Zimmergenossinnen war. Anders konnte sie sich die Schadenfreude nicht erklären, die stets mitschwang, wenn sie alle ihrer Bestrafung beiwohnten.

Ein gefährliches Vorhaben Teil 1(Harry Potter/Fanfiction)

"Lumos", flüsterte Hermine. Ein heller Lichtstrahl kam aus der Spitze ihres Zauberstabes. Dennoch sah sie kaum die Hand vor Augen. Sie bereute jetzt schon ihre fixe Idee, diese Aktion durchzuziehen. Immerhin war das hier der verbotene Wald, der mit Abstand gefährlichste Ort in ganz Hogwarts. Überall um sie herum schien etwas zu knacken, zu zischen oder gar zu heulen. Noch unheimlicher war ihr jedoch, dass sie gerade zig Schulregeln brach. Das tat sie zwar nicht zum ersten Mal, wenn sie beispielsweise an den Weg zum Stein der Weisen im ersten Schuljahr oder das Brauen des Vielsafttrankes auf der ausrangieren Mädchentoilette im zweiten Jahr dachte. Doch diesmal tat sie es alleine. Und das nicht im Kampf gegen das Böse, sondern aus ganz und gar egoistischen Gründen.