25. In Vorbereitung auf die Ehe (Der Privatlehrer)

Josephine machte es sich in ihrem Bett bequem. Sie trug bereits ihr Nachtkleid, genau wie Alice, die sich noch im Dunkeln zu ihr geschlichen hatten. Allmählich wurden sie wieder unvorsichtig. Hoffentlich schlief Mrs. Greene wirklich so tief, wie Alice beteuerte. “Das Einzige, was mir ein bisschen Sorgen macht, ist der Vortrag, den er mir vor der letzten Bestrafung gehalten hat”, warf Josephine dann nachdenklich ein. In Wirklichkeit hatte sie noch ein paar mehr Sorgen. Mademoiselle Laperte zum Beispiel… aber davon konnte sie Alice nun wirklich nicht erzählen.

24. Une affaire douloureuse (Der Privatlehrer)

“Bonjour, Monsieur” Das waren die ersten Worte, die sie ihm entgegen hauchte. Er spürte die Hitze in seine Wangen kriechen, während er sie nicht weniger verstohlen ansah als sie ihn. Noch nie hatte er so einem schönen Mädchen gegenübergestanden. Mit ihrem dunklen, seidigen Haar und den stahlblauen Augen, die sich unter dichten, schwarzen Wimpern verbargen, wirkte sie, als wäre sie einem Maler geradezu aus der Leinwand geklettert.

Zwischenkapitel: Offene Karten (Der Privatlehrer)

Gerade, als er die Treppen hinauf gehen wollte, bemerkte er in der hintersten Ecke des Hofes einen Rappen, der dort erhaben stand. Ein Pferd konnte einen eigentlich nicht abschätzig anblicken, allein der Gedanke war lächerlich, dennoch fühlte es sich so an. Ein mulmiges Gefühl beschlich John. Er schob es beiseite und bestieg die knarrenden Stufen hinauf zu seinem Wohnraum. 

23. Außerhalb der Schulbank (Der Privatlehrer)

Ein weiterer Vorteil an diesem Tag bestand darin, dass sie John nicht sehen musste. Sie freute sich eigentlich immer darauf, das Klassenzimmer zu betreten und in sein Gesicht zu schauen, doch heute war alles anders. Sie schämte sich, seine aufgestellten Regeln so missachtet zu haben und sie schämte sich noch mehr dafür, dass sie es trotz all der Gegenstimmen in ihrem Kopf wieder tun würde. Morgen konnte sie der Situation nicht mehr aus dem Weg gehen. Doch für heute tat es gut, durchzuatmen und all die Gefühle und Gedanken erst einmal für sich zu sortieren.

22. Reitstunde (Der Privatlehrer)

Ausgerechnet heute - und das hatte sie unter all dem Stress bereits vollkommen verdrängt- sollte die erste Reitstunde mit Mademoiselle Laperte stattfinden. Josephine hatte nicht die leiseste Idee, wie sie sich heute noch in einen Sattel schwingen sollte, doch einer sprunghaften Dame wie Natalie wollte sie sicher nicht kurzfristig absagen. Beim letzten Aufeinandertreffen war sie zwar deutlich netter gewesen, doch das fühlte sich mehr als alles einfach nur unberechenbar an.

21. Grenzen setzen Teil 2 (Der Privatlehrer)

Ihr Mund war ganz trocken während sie mit unruhigen Fingern die Schleifen ihrer Röcke löste. So nervös hatte sie die Ankündigung einer Züchtigung schon lange nicht mehr gemacht. Es fühlte sich gerade wieder ein bisschen mehr an wie am Anfang. Sie wusste nicht ganz, woran es lag, ob ab der Aussicht auf die Strafe oder an seinem strengen Auftreten, doch sie hatte gerade gehörig Respekt. Sie hatte gerade alle Beinkleider abgelegt, da erklärte er "Zieh dich ganz aus."

20. Grenzen setzen Teil 1 (Der Privatlehrer)

Alice schien so glücklich über ihren zukünftigen Bräutigam. Dabei wusste sie natürlich nicht, dass er es eben erst mit einer anderen getrieben hatte. Und erst recht nicht, dass Josephine auch noch Zeuge des Ganzen gewesen war. Sie wusste nicht, wie die beiden zueinander standen. Natalie schien Finnegan nicht zu lieben, doch beruhte das auch auf Gegenseitigkeit? Erhoffte er sich womöglich mehr?

18. Hinter verschlossenen Türen Teil 1 (Der Privatlehrer)

Sie strich sich über ihre Lippen, die kurz zuvor noch heiße Küsse mit diesem sonst so reservierten Mann ausgetauscht hatten. Hätte sie geahnt, wie gut er das konnte, sie hätte es schon viel eher provoziert. Verträumt seufzte sie. Zwar hatte sie keine Ahnung, wohin das noch führen sollte, doch gerade kümmerte es sie herzlich wenig. Das einzige, was sie wirklich wollte, war, ihn wiederzusehen. Wieder zu küssen.

17. Rache ist süß (Der Privatlehrer)

Er winkte gerade die Küchenmagd Marie heran, als die Tür sich öffnete und Josephine ins Zimmer kam. Das Erscheinungsbild, das sie bot, war durchaus bizarr. Ihr aufgestecktes Haar stand in wilden Strähnen von ihrem Kopf ab, das eigentlich hübsche, dunkelrote Kleid war übersäht von Stroh und ihr Blick in die Ferne gerichtet, ganz so als wäre sie mit den Gedanken vollkommen woanders.Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, sie wäre entweder in einen wilden Kampf in Heu und Stroh geraten oder aber sie hätte dort unanständige Dinge angestellt. Nach seiner damaligen Strafe war Mr. Buchanan jedoch ziemlich sicher, dass es letzteres nicht sein konnte.