Halloween Short Stories

Leider neigte sich der Film langsam dem Ende zu. Sie wusste gar nicht, was danach lief. Mit einem Mal spürte sie, wie sie ein wenig schläfrig wurde. Nach dem dritten Streifen kein Wunder. Wahrscheinlich war es das Adrenalin, das gerade ihren Körper verließ. Sie stellte das Popcorn beiseite und kuschelte sich ein wenig seitlicher hin. Da prangte in roten Lettern auf dem Fernseher der Titel “Halloween Short Stories”. Ah, nicht übel. Sie mochte diese Art von Anthologie-Filmen.

Buße (Truckstop Part 17)

Privat käme sie nicht im Traum darauf, etwas anderes als Hosen zu tragen, aber hier an der St.Ives waren die Schuluniformen streng vorgeschrieben und daran gab es nichts zu rütteln. Genau so wenig wie an den vielen anderen Regeln. Das war ihr heute, da sie das absolute Tabu gebrochen hatte, mehr bewusst denn je. Nervös sah sie zu Sam, deren Stuhl weit weg von ihrem stand, als könnten sie noch hier, mitten im Direktorzimmer, auf die Idee kommen, weitere Dummheiten anzustellen. Die

Special: Fieber (Der Privatlehrer)

"Hey, mein armer Schatz" John legte seinen Handrücken, nachdem er ihn auf ihrer Stirn platziert hatte, nun auch nacheinander auf ihre beiden Wangen. "Du glühst ja richtig." "Wieso so überrascht?", murrte Josephine. "Ich sagte ja, ich bin krank." "Verzeih, aber dem Jungen, der Wolf schrie, hat auch erst jeder geglaubt, als er schon verspeist war", sprach John neckend. Sie murrte missmutig, sie war nicht zu Scherzen aufgelegt.

48. Die Hochzeitsnacht (Der Privatlehrer)

“Hey!”, kicherte diese “So trägt man eine Braut aber nicht über die Schwelle, hörst du?”  “Nicht die typische Braut, dich allerdings schon”, erwiderte John und gab ihr dabei einen beherzten Klaps. Sie quiekte, wenn auch keinesfalls abgeneigt und ließ sich dann eben so transportieren, wenn sie auch immer wieder nach hinten lunste. Seine starke Schulter unter ihrem Körper zu spüren, machte sie gleich noch einen Ticken aufgeregter…

Gefangenschaft einer Autorin (Kurzgeschichte)

Sie schlug die Augen auf, blinzelte ein paar Mal, doch konnte um sich herum nichts erkennen, es war stockduster. Wo war sie hier? Und überhaupt, wo war sie zuletzt gewesen? Sie hielt sich den Kopf, der unglaublich dröhnte. Ach richtig, sie hatte den Abend in einer BDSM-Bar verbracht, einsam an einem Tisch in der Ecke, mit einem Haufen selbstgestalteter Autogrammkarten. Auf ihrem Blog hatte sie Tags zuvor noch einen Post verfasst, dass sie an jenem Abend um Punkt 20 Uhr in jener Bar zu finden sein würde, aber niemand war aufgekreuzt. Das hatte sie doch sehr frustriert. Da bot man seinen Lesern einmal den Transfer ins Real Life an und was geschah? Tote Hose, im wahrsten Sinne!