23. Außerhalb der Schulbank (Der Privatlehrer)

a/n: Neues Kapitel. Disclaimer: Kein Spanking diesmal. Hoffe, ihr habt beim Lesen dennoch so viel Spaß wie ich beim Schreiben.

Es war Sonntag. Die Kirchenglocken läuteten und Josephine hob den Kopf, um am Kirchturm vorbei in den blauen Himmel zu blicken. Es war ein schöner Tag, viel zu heiß und sonnig für die biedere Kleidung, die für die Messe als passend galt. Neben ihr trat Alice aus der Kutsche, gut gelaunt wie sie es schon seit Tagen war. “Was für ein herrlicher Tag!” rief sie aus.

Wenigstens diese gute Sache war aus ihrem kleinen Stelldichein mit Natalie aus dem Vortag hervorgegangen. Josephine konnte nun sicher sein, dass diese die Finger von dem Verlobten ihrer besten Freundin lassen würde. Nur eben von ihr selbst nicht. 

“Und wir müssen ihn in der stickigen Kirche verbringen”, merkte Josephine an, ohne es wirklich so zu meinen. Heute war sie unglaublich froh über diesen Gottesdienst. Mehr denn je musste sie im Stillen um die Vergebung ihrer Sünden bitten. Sie hatte gestern Abend auf die Schnelle nichts über gleichgeschlechtliche Unzucht in der Bibel finden können, aber sie konnte sich kaum vorstellen, dass der Herr das billigen würde. Leider konnte sie als Protestantin für die erwünschte Absolution ja nicht mal den Beichtstuhl aufsuchen. Gar nicht so einfach, das alles. 

Ein weiterer Vorteil an diesem Tag bestand darin, dass sie John nicht sehen musste. Sie freute sich eigentlich immer darauf, das Klassenzimmer zu betreten und in sein Gesicht zu schauen, doch heute war alles anders. Sie schämte sich, seine aufgestellten Regeln so missachtet zu haben und sie schämte sich noch mehr dafür, dass sie es trotz all der Gegenstimmen in ihrem Kopf wieder tun würde. Morgen konnte sie der Situation nicht mehr aus dem Weg gehen. Doch für heute tat es gut, durchzuatmen und all die Gefühle und Gedanken erst einmal für sich zu sortieren. 

“Bald werde ich diese Kirche ganz in Weiß betreten”, sprach Alice mit Rührung in der Stimme neben ihr.

“Ja, das wirst du”, lächelte Josephine. “Du wirst ganz zauberhaft aussehen. Oh, ich werde dir dabei unter die Arme greifen. Ich will dass alle, die dein Kleid sehen vor Neid erblassen!”

„Josephine, ich kann doch nichts tragen was nicht standesgemäß ist!“, flüsterte Alice kopfschüttelnd. „Meine Mutter würde mich grün und blau prügeln!“ 

„Vergiss nicht, von da an hat dein Ehemann das Sagen und nicht weiter deine Mutter. Und der wird dich wohl kaum bestrafen weil du ein wunderschönes Brautkleid trägst.“ 

Außerdem hatte sie Finnegan beim gestrigen Treffen am Abend deutlich gemacht, dass er Alice gut zu behandeln hatte, wenn sie dieses Geheimnis auch wirklich für sich behalten sollte. Fraglich, ob er unter Josephines zukünftiger Aufsicht überhaupt je Hand an seine Ehefrau legen würde. Besser so, dachte Josephine im Stillen. Alice hatte im Gegensatz zu ihr selbst niemals verdient so hart angepackt zu werden. Mrs. Greene war doch wirklich übertrieben streng mit ihrer Tochter ins Gericht gegangen.

„Wir sollten und ein wenig sputen, meine lieben Mädchen“, sprach ihr Vater hinter ihnen, auch er war nun der Kutsche entstiegen. „Wir wollen doch nicht zu spät sein.“

„Du hast Recht, Daddy“ Josephine lächelte ihrem Vater zu, ehe sie allen voran die Kirche betrat. Sie war nicht sehr groß und darum umso voller. Sie bekamen eben noch genug Plätze für sie alle in der vorletzten Reihe. Gerade, als Josephine noch so stand und ein kleines Gebet in Richtung Altar schicken wollte, erblickte sie ein paar Reihen vor sich einen nur allzu bekannten, dunklen Haarschopf. Sie biss sich auf die Unterlippe. 

Es war höchstens ein- oder zweimal vorgekommen, dass sie ihn in der Kirche sah. Nun hatte er sich von allen Sonntagen ausgerechnet diesen ausgesucht um hier aufzutauchen. Ob er auch für Vergebung beten wollte? Womöglich dafür dass er unzüchtige Gedanken gegenüber seiner Schülerin hegte. Das gefiel ihr. Ein kleines Lächeln legte sich auf ihre Lippen. 

Hier, aus sicherem Abstand, konnte sie ihn auch ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Ja, das war er. Das breite Kreuz war unverkennbar. Sie hätte nur so gerne seine Sonntagskleidung in Gänze gesehen. Die stand ihm bestimmt gut. Wie sie ihn gerade außerhalb des Unterrichts sah, zwischen so vielen tristen oder alten Menschen, wurde ihr einmal mehr bewusst, wie unglaublich gut Mr. Buchanan doch aussah. Wenn sie daran dachte,dass er eines Tages an ihrer Seite hier in der Kirche sitzen würde und sie als frommes Ehepaar den Orgelklängen und Chorgesängen lauschen würden, wurde ihr ganz wohlig zumute. Leider sollte das wohl noch ein Weilchen dauern. Sie fragte sich nur, wie lange. Ständig sprach er darüber, dass eine zu innige Beziehung zwischen ihnen falsch sei und nicht das richtige Bild vermitteln würde. Dass es seinem Ruf als Lehrer schaden könnte. Das war ihr doch ganz egal! Von ihrer Seite aus konnte er auf der Stelle aufhören, als Lehrer zu arbeiten. An Geld mangelte es ihrer Familie nicht und ihr Ansehen war doch ebenfalls nur zweitrangig, wenn sie dafür mit dem Mann ihrer Träume zusammen sein konnte.

Josephine nahm auf der Bank Platz und wäre am liebsten auf der Stelle wieder aufgesprungen. Das war eine weitere Sache, auf die sie sich freute, wenn sie seine Geliebte und nicht länger seine Schülerin wäre. Sie würde nicht länger mit wund gedroschenem Hinterteil die Bank drücken, weder in der Kirche noch im Klassenraum. Sie freute sich sehr auf mehr von dem, was ihren Bauch allein schon beim Gedanken daran kribbeln ließ und weniger von dem was ihr als Schülerin blühte. Wären sie endlich Mann und Frau, wären sie  so sehr mit anderen Dingen beschäftigt, angenehmeren Dingen, dass er keinen Gedanken daran verschwenden würde, sie weiterhin zu züchtigen, da war sie sich ganz sicher.

Der Klang der Orgel riss Josephine aus diesem teils schmutzigen, teils romantischen Gedankenspiel. Fürs Erste musste sie nun gut auf die Worte des Pfarrers achtgeben. Immerhin hatte sie gesündigt und das sollte sie zumindest ein wenig bereuen, nicht? 

Also zwang sie sich, den Blick von John zu lösen und nach vorne zu schauen.

„Ist das dort vorne Mr. Buchanan?“, flüsterte Alice an ihr Ohr.

„Mhm… weiß nicht. Wer? Wo?“ Josephine hielt es für klüger, vorerst die Ahnungslose zu mimen.

„Na dort, wo du eben noch hingestarrt hast“, erwiderte Alice entwaffnend. 

„Shh“, machte Josephine und blickte eifrig nach vorne. Den skeptischen Seitenblick ihrer Freundin versuchte sie geflissentlich zu ignorieren. Oh Mann. Nicht, dass sie jetzt Lunte roch. Das könnte sie gerade so gar nicht gebrauchen.

Die Musik endete und der Pfarrer trat nach vorne, begann zu sprechen. Josephine versuchte, aufmerksam zu lauschen, das tat sie wirklich, doch es war allzu reizvoll, John so ganz ungestört anschauen zu können. Wenn sie das im Unterricht zu lange tat bekam sie gleich Ärger. Außerdem sollte er ja auch nicht eingebildet werden. Er musste nicht unbedingt wissen wie großartig sie ihn wirklich fand.

Nach einer Weile, das erste Lied wurde angestimmt und alle Kirchenbesucher sollten sich dafür von den Bänken erheben, passierte es dann. Er drehte sich nur ein wenig, um aufzustehen. Das aber reichte wohl schon um ihren Blick zu bemerken. Peinlich berührt starrte sie ihn erschrocken weiter an und hob dann unbeholfen die Hand, winkte ihm zu. Seine Antwort war ein äußerst charmantes Lächeln und – als wäre das nicht  schon genug um ihr Blut in Wallung zu bringen- ein winzig kleines Zwinkern. Sie grinste verstohlen während er sich wieder umdrehte. Ihr war vor lauter Euphorie ganz flau im Magen. „Schmetterlinge im Bauch“ nannte man das doch. Erst ein Hieb durch Alice Ellenbogen brachte sie harsch zurück in die Realität.

„Du singst ja gar nicht mit!“, flüsterte sie. 

„Oh… äh… Text vergessen“ 

Alice schüttelte ein wenig den Kopf und reichte ihr das aufgeschlagene Gesangbuch. Josephine bemühte sich halbherzig um Konzentration und ein wenig Mitsingen, doch letztlich war sie einfach nur froh, als der Gottesdienst nach viel zu langer Zeit der kleinen, stillen Blicke zwischen John und ihr ein Ende fand. Ihre Reue und die vermeintliche Scham über Sünden waren jedenfalls gerade wie weggefegt, sie verschwendete kaum noch einen Gedanken daran.

Nach und nach erhob man sich von den Kirchenbänken, ein jeder sprach ein kleines stilles Gebet in Richtung Altar ehe er in Richtung Ausgang ging. 

“Na sieh mal einer an”, murmelte Josephine nicht sehr überzeugend überrascht, sie konnte den Blick von John, der ein Stück vor ihr an der äußeren Bank stand, ohnehin kaum abwenden. “Das ist ja doch Mr. Buchanan, dann sollte ich ihn mal besser begrüßen gehen, nicht, dass es Ärger gibt.”

“Ganz ruhig, mein Kind, Mr. Buchanan weiß was sich ziemt und wird dir am Tag des Herren gütig gegenüber treten”, erklärte ihr Vater ihr noch in seinem üblichen, sanften Ton.

“Geh nur”, meinte Alice dazu und grinste. Josephine fühlte sich ertappt und nickte verlegen, ließ die anderen die Kirche verlassen, wartete dann aber doch, bis er sich näherte. 

“Guten Morgen, Sir”, hauchte sie, als sie ihm endlich gegenüber stand. 

“Guten Morgen, Josephine. Schön, dich einmal außerhalb der Schulbank zu sehen.” Hm, bildete sie sich das ein, oder klang das nicht ein bisschen, als hätte er es darauf angelegt, sie hier zu treffen?

“Sie haben noch nicht oft die Sonntagsmesse besucht, oder?”, fragte sie neugierig.

“Sag das doch nicht so laut in Hörweite des Pastors”, grinste er und sie konnte sich ein Lachen kaum verkneifen. 

“Gehen wir besser” Er nickte in Richtung Ausgang. “Oder halte ich dich auf? Nicht, dass deine Familie wartet.”

“Nein, kein bisschen” Das kam wie aus der Pistole geschossen von Josephine. 

“Gut, dann gehen wir doch ein Stück, hm? Ich bringe dich danach gerne heim.”

Hieß das etwa, er wollte alleine Zeit mit ihr verbringen? Ihr Herz machte einen kleinen Satz. 

“Ja sicher, ich sag nur eben Alice bescheid. Und meinem Dad natürlich. Einen Augenblick!” 

Und schon stürmte sie hinaus, wobei eine alte Dame, die sie dabei fast um rannte, sie mit einem giftigen Blick taxierte. Das war ihr gerade herzlich egal.

“Dad, Alice, Mr. Buchanan möchte etwas mit mir bereden”, rief sie in die Kutsche hinein, in der die beiden gerade Platz genommen hatten. “Er fährt mich später nach Hause. Wartet nicht mit dem Lunch auf mich!”

“Was gibt es denn an einem Sonntag bis nach dem Lunch zu bereden?”, fragte ihr Vater verwundert. Josephine schnaubte leise. Sonst ließ er ihr stets alle Freiheiten, musste er denn ausgerechnet jetzt plötzlich so genau nachharken?

“Weiß ich auch nicht. Erzähl ich dir nachher, ja, Daddy?” Mit ihrem süßesten Aufschlag lehnte sie sich in die Kutsche hinein und gab ihrem Vater einen Kuss auf die Wange.

“Also gut. Aber er sollte doch nicht übers Ziel hinausschießen”, murmelte ihr Vater, scheinbar besorgt um sie. Auf einmal!

“Alles Gute, bis später”, rief Alice ihr zu. So wie sie das sagte und Josephine dabei ansah, hätte sie auch gleich “Viel Spaß” sagen können.

“Mhm”, machte Josephine und kletterte aus der Kutsche. John wartete an der Kirchentür. Als sie sich wieder näherte, kam er in gemächlichen Schritten auf sie zu. 

“Sollen wir ein Stück über den Friedhof hinter der Kirche gehen?”

Nicht gerade romantisch, fand Josephine. “Also schön”, seufzte sie dann aber. Hier in der Gegend war auch sonst nicht viel. Besser sie wären gleich in seine Kutsche gestiegen. 

“Wir müssen vorsichtig bleiben”, erklärte er, während sie nebeneinander her liefen.

Sie hätte ihm am liebsten “Ach was!” entgegen gespien. Seine ständige Vorsicht und Zurückhaltung begann ihr doch langsam auf die Nerven zu gehen. Nun ärgerte sie sich beinahe, dass sie wegen Natalie ein schlechtes Gewissen gehabt hatte. Ihr begann die Einstellung der Französin mehr und mehr sympathisch zu werden. Was interessierten sie in ihrem Schlafzimmer gesellschaftliche Normen und Regeln? 

“Du schaust gerade, als wolltest du dafür sorgen, dass ich unseren Freunden hier Gesellschaft leiste”, merkte John an und nickte zu den Gräbern hin. 

“Ich… habe einfach die Nase voll von Vorsicht”, seufzte Josephine. “Ich denke, Alice spürt bereits, dass etwas nicht stimmt und mein Vater… er würde es sicher verstehen.”

“Da wäre ich mir nicht so sicher. Dein Vater hat mich eingestellt, damit du aufhörst, dich unzüchtig benehmen und ich bandele mit dir an. Wie sollte er dafür Verständnis aufbringen?”

“Du hast ihn doch kennengelernt. Er ist zu gut für diese Welt, das ganz sicher. Und er ist bereit, jedem eine zweite, fünfte oder gar zehnte Chance zu geben.”

“Doch er ist auch ein liebender Vater und will dich um jeden Preis vor den Gefahren der Welt beschützen. Es ist ihm mehr als ernst, er sagte mir bei meiner Einstellung, dass er mich aus zwei Gründen eingestellt hat. Erstens um aus dir eine fähige Gutsbesitzerin zu machen, sollte er einst nicht mehr sein…”

Josephine schluckte bei dem Gedanken. Ihr Vater war nicht mehr der Jüngste, sie wurde ihm und ihrer Mutter erst in späten Jahren als einziges Kind geschenkt. Sie wusste, dass sie ihren Vater womöglich nicht so lange in ihrem Leben haben würde wie andere Kinder, doch die Vorstellung, ihn je zu verlieren, war unfassbar grausam.

“Und der zweite Grund war, dass er deine Ehre und deinen guten Ruf bewahren möchte. Er sagte mir klar, würde unter meiner Aufsicht ein Mann deine Unschuld rauben, hätte er für meine Dienste keine weitere Verwendung.”

Sie sah ihn nun mit beinahe riesigen Augen an. “Das hat er gesagt?!” Noch ehe er antworten konnte, patschte sie mit der Hand unsanft gegen seinen Oberarm. “Wieso nur hast du mir das verschwiegen?! Das… das ist grauenhaft. Ich werde ihm alles sagen. Ich werde ihm erklären, dass seine Vorsicht nicht länger nötig ist, weil wir uns lieben und ohnehin heiraten werden.”

“Einen Augenblick mal! Über diese Dinge haben nicht einmal du und ich gesprochen!”

Josephine starrte ihn an und spürte, wie ihr Gesicht dabei heiß wurde. Wollte er ihr jetzt etwa einen Korb geben? Nach allem was sie miteinander erlebt hatten? Oh dieses Schwein, dieser Grobian, sie konnte zehn andere Kerle statt ihm haben, sie brauchte ihn sicher nicht! 

“Bevor du irgendetwas mit deinem vorschnellen Mundwerk sagst was du bereuen könntest”, setzte John an. 

“Nenn mich traditionell, aber Liebeserklärung und Heiratsantrag stelle ich mir ein wenig inniger vor als dieses Gespräch. Und ich wette, du tust das ebenso, wenn du ehrlich bist.”

Sie schloss den Mund wieder, wenn auch unwillig. Na schön. Irgendwie stimmte das und sie würde diese Dinge gerne auch aus seinem Mund hören und das klar und deutlich. Aber das löste ihr Problem nicht. 

“Außerdem würdest du damit alles auf eine Karte setzen. Ich weiß, du kennst von deinem Vater kein Nein, aber das ist, was dir blühen könnte. Ich wäre auf der Stelle weg und alle Chancen für uns verspielt.”
“Bist du deswegen die ganze Zeit über so zurückhaltend? Und ich dachte du bist so übermäßig pflichtbewusst.”

“Sagen wir es so… ich habe schon einmal einen ähnlichen Fehler begangen und es hat kein schönes Ende genommen. Ich habe das Gefühl, kurz davor zu stehen, diesen Fehler zu wiederholen.”

Josephines Kopf fuhr hoch zu ihm. “Ich bin nicht wie andere! Ich bin doch kein Fehler! Na schön, vielleicht habe ich mich von diesen jungen Männern anfassen lassen und nach der Sache mit Peter hast du vielleicht dieses Bild von mir, aber… ich mochte diese Männer doch gar nicht wirklich. Dich mag ich, mehr als das, ich spüre, dass es anders ist. Sicher, du denkst, ich bin eine verwöhnte Göre, die nur auf Teufel komm raus haben will, was sie nicht bekommt…”

“Hey!” Sie zuckte überrascht auf, als er sie am Arm packte, zumal sie sich gerade so in Rage geredet hatte.

“Das alles weiß ich, hörst du? Du bist eine verwöhnte Göre, sowahr mir Gott helfe doch du hast das Herz am rechten Fleck. Du hast Fehler begangen weil du leichtsinnig warst und dich auf die falschen Leute eingelassen hast. Ich spüre das zwischen uns genau wie du. Ich weiß, dass du mich wirklich magst, genau wie ich dich nicht aus dem Kopf bekomme. Und ich habe es wirklich versucht!” 

Obwohl nicht alles, was er ihr da gerade entgegen brachte, perfekt romantisch war, trieb es ihr doch vor Rührung Tränen in die Augen. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, sprang sie ein Stück an ihm hoch und drückte fest ihre Lippen auf seine. Und obwohl sein Kopf ihm ganz sicher jetzt dazu etwas ganz anderes erzählte, schlang er seine Arme um ihren Körper und erwiderte den Kuss innig. 

Dieser intime Moment ging einen ganzen Moment lang und doch fühlte er sich wieder einmal viel zu kurz an. Als er langsam seine Lippen löste und seine Hand auf ihre Wange legte, durchfuhr sie ein wohliger Schauer und sie sah ihn genau an. 

“Siehst du… genau darum müssen wir so gut aufpassen”, flüsterte er ihr zu.

“Wir dürfen uns das nicht zerstören lassen, hm? Wir finden einen Weg” Er gab ihr noch einen Kuss. Sie seufzte wohlig und flüsterte “Ich kann nicht so lange warten.”

“Wir schaffen das schon. Wir werden uns bis dahin schon die Zeit zu vertreiben wissen, hm?”

Und nun war es zum ersten Mal doch wieder da, dieses kleine, nervige Stimmchen in ihrem Kopf, das sie daran erinnerte, wie sie sich gestern mit Natalie die Zeit vertrieben und ihren Durst gestillt hatte. Ohne es wirklich wissen zu können, war ihr klar, dass John das ganz und gar missbilligen würde. Nun war sie diejenige, die sich löste. 

Herzschlag beruhigen, dachte sie sich im Stillen. Eindrücke verarbeiten. An die Zukunft denken. Sie musste das mit Natalie beenden. Dringend sogar. John und sie würden heiraten. Wie und wann, das stand noch in den Sternen. Aber nach heute wusste sie endlich, dass er genau so fühlte wie sie. 

“Wie fühlst du dich jetzt?”, wollte John wissen, er nahm ihre Hand und führte sie in Richtung Ausgang zurück.

“Mhm”, machte Josephine. Sie war eine schlechte Lügnerin. Sie war aufgewühlt, durcheinander, sollte glücklich sein, doch das schlechte Gewissen nagte an ihr. Sie hatte keine Angst davor, dass er sie zur Strafe vielleicht versohlen würde, das wäre vermutlich nicht mal unverdient. Viel eher hatte sie Angst vor dem Rattenschwanz, den das mit sich ziehen würde. Er würde Natalie zur Rede stellen, dann würde sie Alice das über Finnegan und sich stecken, Alice wäre vielleicht wütend, weil sie es verschwiegen hatte und würde obendrein Finnegan nicht heiraten. In was war sie da nur reingeraten?

“Du hast doch nicht schon wieder was ausgefressen?” Sein Tonfall war nun schon wieder ganz anders als bei ihrem Gespräch eben gerade und sie bekam eine Gänsehaut.

“Du wärst ganz bestimmt der Erste, der es rausfindet, Liebster”, erwiderte sie mit einem Augenaufschlag. Das brachte ihn sichtlich aus dem Konzept. Ha! Also hatte sie doch ein bisschen was in Sachen Verführung drauf. 

Die Kutschfahrt bewies ähnliches. Angeheizt fielen sie übereinander her, kaum dass die Tür der Kutsche geschlossen war. Mal saß sie auf seinem Schoß, mal presste er sie auf die Sitzbank und brachte sich über sie, die ganze Zeit über küssten sie sich hemmungslos und immer wieder konnte sie eindeutig spüren, wie all das Wirkung auf ihn hatte. Sie hatte jedoch zu viel Respekt vor den Konsequenzen, würde sie ihn wirklich berühren, also streifte sie nebenbei ihr Knie an ihm, berührte ihn wie zufällig mit dem Arm und war schon jetzt beeindruckt, wie hart und männlich er sich anfühlte. 

Kurz bevor sie schließlich an ihrem Gutshof ankamen gab es für sie beide kein Halten mehr, sie saß rittlinks auf seinem Schoß, hatte ihre Röcke hochgeschlagen und rieb sich selbst hemmungslos an seiner von Stoff bedeckten Härte. Auch er hatte an dieser Stelle nur noch wenig Widerspruch entgegen zu bringen, packte viel mehr angeheizt an ihr noch immer wund gestriemtes Hinterteil, was sie interessanterweise ungemein unruhiger machte. Beinahe gleichzeitig trieben sie sich an die Spitze und begleiteten dies ziemlich geräuschvoll. Er ließ sich in den Sitz zurück sinken und sie lehnte sich schwer atmend an ihn, als der Wagen auch schon anhielt. 

“Ich will nicht gehen”, flüsterte sie und sah dann zu ihm auf. “Kannst du nicht mit hinein kommen?”

Er wirkte mit seinem vollkommen verstrubbelten Haar und der unnatürlichen Gesichtsfarbe verwegener denn je. Als er sie schief angrinste, wurde sie gleich noch ein wenig heißer auf ihn. Es gefiel ihr, diesen sonst so beherrschten Mann aus der Fassung gebracht zu haben. Und ihr gefiel, dass er es ebenso zu genießen schien wie sie. 

“So wie unser kleines Vergnügen gerade meine Hose ruiniert hat, gehe ich besser nirgendwohin außer nach Hause, um mich umzuziehen”, erklärte er unmissverständlich.

“Oh”, machte sie. Dann musste auch sie grinsen.

“Und wenn ich mit dir nach Hause fahre…”

“Wäre das wohl mehr als auffällig. Zumal jemand die Kutsche bestimmt bereits bemerkt hat.” Er beugte sich zu ihr herunter und gab ihr einen letzten kleinen Kuss, dann sagte er etwas, was sie inzwischen schon verfluchte.

“Wir sehen uns morgen im Unterricht.”

“Ja”, seufzte sie und sah ihn groß an. Sie verstand nun ein wenig mehr, warum er sich stets so zurückgehalten hatte. Wie zum Teufel sollte sie morgen auch nur das kleinste bisschen von ihm lernen, wenn sie an das dachte, was sie soeben miteinander angestellt hatten? Und wenn sie es nicht täte, würde er sie dann bestrafen? Wäre eine Bestrafung an dieser Stelle noch wirklich fair? Diese Gedanken würde sie wohl mit in den restlichen Tag nehmen müssen. 

Er richtete ihr halbherzig und auch ein wenig ungeschickt die Frisur. Sie musste lachen. 

“Wenn mich jemand so sieht, werde ich erzählen müssen, dass du mich diszipliniert hast.”

“Ganz schön unwahrscheinlich, huh?”

Josephine grinste weiter vor sich hin, auch noch, als sie aus der Kutsche stolperte. Trotz jedem Wenn und Aber fühlte sie sich für den Moment einfach nur großartig. Was auch immer die Zukunft bereit hielt, sie war todsicher, mit diesem Mann an ihrer Seite würde sie niemals langweilig werden. 

6 Kommentare zu „23. Außerhalb der Schulbank (Der Privatlehrer)

  1. Autorin , schon wieder Kompliment
    Ganz großes Kino😀😀😀
    Fangen wir mit der tragischen Gestalt
    an , dem armen Gutsbesitzer.
    Da stellt er zwei kompetente Lehrer
    Ein, mit dem wichtigsten Auftrag:
    der Unterleib der Tochter soll unversehrt bleiben!
    Ergebnis – noch weiß er es nicht-
    Beide Lehrer begehren es unterschiedlichen Motiven das
    Töchterchen und Begehren nichts
    Mehr als den besagten Unterleib..
    Autorin, wenigstens haben die beiden
    Protagonisten endlich endlich
    Wenigstens Petting miteinander gehabt
    Wenn auch aus meiner Sicht ein
    Total verkrampftes😥🙏😥
    Wunderbare Vorstellung
    Hose befleckt von seinem Sperma
    Oder von ihrem Mösensaft(hast du
    Besseres Wort dafür) oder von beiden
    Flüssigkeiten😂😂😂
    Liebe Autorin schaffe alsbald ein
    Szenario für ein richtiges Petting
    Wo es angemessen zur Sache geht!
    Du wirst es wunderschön beschreiben..
    Ceterim Venedig: AliciA
    Ich finde es völlig unangemessen
    Dass Hier in die Ehe hineinregiert
    Wird
    Ich wünsche Alicia eine glückliche
    Ehe , viel Sex und wieder Stock
    Sie braucht das!!!

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Helmut,
      Vielen Dank, ich tu mein Bestes! Über den Anfangskommentar musste ich wirklich lachen. Die tragischste Figur, Josephines armer Vater. Das ist wohl wahr, sein Bemühen, die Unschuld seiner Tochter zu bewahren, geht ziemlich nach hinten los. Wobei ich dazu sagen muss, dass Josephine Natalie quasi selbst eingestellt hat und die eigentlich Reitunterricht geben und nicht für Zucht und Ordnung sorgen soll, aber sie hat nunmal ihre eigenen Vorstellungen 😉

      Verkrampft würde ich es nicht nennen, eher altmodischen Safersex, haha. Ich habe kein besseres Wort, deswegen würde ich es wohl mit jahrelanger Erfahrung im Erotikkram schreiben lieber umschreiben als direkt das Kind beim Namen zu nennen. Aber das ist ja Geschmackssache. Und Klamotten kann man waschen 😉

      Haha, also eine erziehungsfreie Ehe für Alice ist erst einmal Josephines Wunschvorstellung. Wie die Realität am Ende aussehen wird, wir werden sehen.

      Danke für deinen Kommentar und glg
      rbg

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  2. Nun
    Da immer noch kein anderer will
    Setze ich noch einen drauf:
    😀
    Im Grunde ist der Gutsherr selbst
    Schuld, dass sein Töchterchen sich
    Für ihren deutlich älteren Lehrer
    Interessiert:
    Würde man ihr gestatten, ihre absolut
    Natürlichen sexuellen Bedürfnisse
    bei gleichaltrigen Jungs auszutoben,
    hätte der Lehrer kaum Chancen!
    😀
    Geschätzte Autorin, ich bleibe bei
    Meiner Bewertung:
    Verkrampfte Pettingszene!!
    Gönne ihnen doch beim nächsten
    Mal ein richtiges Petting, wo er bei
    Ihr in den nassen Unterleib richtig
    Reingreift und sie bei ihm den
    Inbegriff männlicher Sexualität
    Richtig in die Hand nimmt.
    Autorin, ich schätze bei dir,
    Dass du bei deinen Geschichten
    Keine Angst vor Sexualität hast.
    Dann gönne den beiden alsbald
    Das!
    😀
    Freue mich , was du über Alicia
    Schreibst. Wird nämlich allerhöchste
    Zeit, dass ihr Mann oder ihre Mutter
    Oder wer auch immer sie richtig
    Rannnimmt
    😀😀

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Helmut,

      Manchmal muss man dich einfach gern haben… na dann bleibt es eben bei deiner Ansicht, dass die sexuelle Interaktion der beiden für dich verklemmt war. Sehe ich zwar nicht so, aber ich wiederhole mich nur: Geschmackssache.

      Trotzdem freue ich mich, dass du noch einmal kommentiert hast und meine Geschichte lobend hervorhebst, das weiß ich wirklich zu schätzen.

      Etwas Geduld, was Alice betrifft.

      In einem weiteren Punkt möchte ich dir wiedersprechen, Josephine hätte sich in jedem Fall in ihren Lehrer verknallt, ganz egal ob da gleichaltrige Jungs im Spiel gewesen wären 😉 Vielleicht hätte sie etwas mehr experimentiert, aber ich denke, da hat einfach von Anfang an die Chemie gestimmt zwischen den Beiden. Ein bisschen Romantik enthalten hier auch meine spanking- und erotiklastigen Stories.

      lg,
      rbg

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