32. Plötzliche Heimkehr (Der Privatlehrer)

a/n: Nachdem das letzte Kapitel doch gravierende Änderungen mit sich gebracht hat, bin ich in diesem auf einige Vorschläge meiner Leser eingegangen und habe so hoffentlich auch ein paar Wünsche erfüllt. Dennoch dient dieses Kapitel natürlich auch der Handlung 🙂

“Nein, ist das denn die Möglichkeit!” Lottie gab ihr affektiertestes Lachen von sich und grabschte ungeniert an Everetts Unterarm. “Du bist wirklich der amüsanteste Mann, der mir seit Jahren begegnet ist!”

Josephine legte den Kopf an seine Schulter und drückte sich etwas mehr an ihn. So lustig war seine Anekdote nun auch nicht gewesen, dachte sie im Stillen, aber sie würde sicher nicht diejenige sein, die das in den Raum warf.

“Deine Gesellschaft ist auch nicht übel, Lottie”, erwiderte Rhett leichthin und hielt ihr sein Glas entgegen. “Hast du noch einen Schluck?”

“Na mehr als nur das.” Großzügig schenkte sie ihm Rotwein nach. 

“Für mich auch.” Josephine streckte ebenso die Hand mit dem Glas aus und Lottie schüttete auch ihr etwas ein. 

“Cheers, Liebling” Everett stieß mit ihr an und zwinkerte ihr dabei zu. “Schau mir dabei schön in die Augen, du weißt doch, was passiert, wenn du’s nicht tust?”

“Nein, was denn?”, fragte Josephine überrascht.

“Sieben Jahre schlechter Sex.”

“Ach, du wieder.” Sie stieß ihn an, wofür er ihr einen Kuss auf die Lippen drückte. Sie seufzte etwas. Es war ihr egal, was andere über Rhett dachten. Es tat gut, ihn zu haben. Lottie mochte ihn, immerhin das. Und nach all der Zeit voller flüchtiger Affären und kurzlebiger Bekanntschaften war es zu schön, jetzt endlich jemanden bei sich zu haben, dessen Nähe sie ertrug. Jemanden, mit dem sie abends einschlafen und morgens aufwachen konnte. Es hätte sie wirklich schlechter treffen können.

“Ihr seid ja wirklich reizend miteinander”, sprach Lottie. Es klang ein bisschen aufgesetzt, fand Josephine und sah wieder zu ihrer Freundin. Sie hatte nicht vergessen, wie sie ihm das erste Mal begegnet waren. Ein gemeinsamer Bekannter hatte Everett Fletcher mit auf eine von Lotties Feiern gebracht, sie waren Cousins dritten Grades. Sofort hatte Lottie ein Auge auf ihn geworfen- kein Wunder, er war wirklich hübsch mit seinem dunkelblonden welligen Haar, den Augen, aus denen seine Verschmitztheit nur so zu sprühen schien und dem perfekten Lächeln. Allerdings hatte er sich sofort Josephine angenähert, ein Gespräch mit ihr gesucht, das den Rest des Abends nicht mehr geendet hatte. 

Nach einer Weile hatte Lottie sie beiseite genommen und ihr etwas beleidigt erklärt, dass eigentlich sie sich Everett fest in den Kopf gesetzt hatte und da sie die Gastgeberin sei, hätte sie auch das Hausrecht, die hübschesten Männer für sich zu beanspruchen. Josephine hatte ihr den Vogel gezeigt und schlichtweg erklärt, dass das Everett immer noch selbst entscheiden sollte. Und wie es schien, hatte er sich bereits entschieden.

Eindeutig, dass Lottie seitdem sauer auf sie war. Aber das interessierte Josephine herzlich wenig. Abgesehen von diesem Tag hatte sie stets Lotties schwachsinniges “Hausrecht” beachtet und ihr die hübschesten Junggesellen abgetreten. Nur dieses eine Mal handelte es sich um einen charmanten Kerl, mit dem Josephine mehr vor hatte als nur ins Bett zu steigen. Da konnte Lottie noch so viel schmollen, wenn er erst ihr Ehemann wäre, würde sie es schon akzeptieren. Wenn nicht… nunja. 

Inzwischen fragte sich Josephine ohnehin, wie schwer es ihr wirklich fallen würde, auf ihre sogenannte Freundin zu verzichten. Denn sie hatte feststellen müssen, Lottie interessierte der Gesundheitszustand von Mr. Abbott herzlich wenig. ‘Irgendwann werden wir alle alt und müssen sterben. Mein Alter könnte von mir aus gerne ins Gras beißen’, hatte sie Josephine eröffnet, als diese ihr erzählt hatte, wie es um ihren Vater stand. Josephine hatte diese unsensiblen Worte nicht vergessen. Und seitdem wollte ihr nicht aus dem Kopf gehen, was ihr ein gewisser Jemand mal in Lotties Zimmer mit der Tawse eingeprügelt hatte. ‘Ich brauche keine falschen Freunde’. In den letzten Jahren hatte sie sich so oft eingeredet, dass er damit im Unrecht gewesen war. Dass Lottie eine viel bessere Freundin war, als man auf den ersten Blick glauben würde. Doch langsam dämmerte ihr, wenn es hart auf hart kam, war auf sie nur wenig Verlass.

“Phine? Was meinst du, hm?”, Everetts Stimme riss sie aus ihren Gedanken.

“Hm? Wozu?”

“Hast du in den letzten Minuten überhaupt zugehört?”, fragte Lottie etwas pikiert. “Wir wollten herunter in den Saal gehen und noch etwas tanzen.”

“Tanzen, ohne Musik?”, wandte Josephine ein.

“Ich habe nicht umsonst einen Pianisten, Dummerchen.”

Josephine sah auf die Uhr. Es war schon nach ein Uhr morgens. “Dafür willst du ihn aus dem Bett holen?”

“Meine Mutter liebt Musik, wie du weißt, sie entlohnt ihn fürstlich. Da dürfte das ja wohl drin sein.”

“Ja, also gut, wie du meinst.”

“Nicht gleich vor Begeisterung Luftsprünge machen, Josephine.” Lottie erhob sich aus ihrem Sessel. “Rhett, wenn du nur ansatzweise so gut tanzt wie ich es in Erinnerung habe, werde ich nicht mehr von deiner Seite weichen wollen.”

“Na wenn ich nach Phine noch Energie für dich hab… wow, das klang jetzt irgendwie falsch.” 

Wieder lachte Lottie übertrieben. Josephine rollte mit den Augen. “Sind denn alle anderen Gäste der Feier schon gegangen? Vielleicht findest du unter ihnen einen Tanzpartner, dann musst du mit mir nicht um meinen kämpfen”, sagte sie ein wenig schnippisch. 

“Das weiß ich nicht. Wir werden sehen”, erwiderte Lottie naserümpfend und stolzierte dann vor. Josephine hätte ihr gerne einen kräftigen Tritt verpasst. Sie sollte gefälligst die Finger bei sich behalten! 

“Es ist viel zu spät zum Streiten, ihr Hübschen”, sagte Everett nun leichthin. “Ah und seht ihr, einige Gäste sind ja wohl noch hier.”

Im Salon tummelten sich noch rund zehn Gäste, einige in Gespräche vertieft, andere in Ecken, wo Dinge zur Sache gingen, die man vielleicht gar nicht so genau inspizieren wollte. Josephine drückte unwillkürlich ihr Gesicht etwas mehr gegen Everetts Oberarm. Obwohl sie inzwischen schon vieles gesehen und selbst erlebt hatte, so richtig wohl fühlte sie sich nicht, anderen dabei zuzusehen. Den Voyeurismus, den andere da an den Tag legten, trug sie jedenfalls nicht in sich. 

Lottie sah sich um und winkte dann einen der Bediensteten heran, der gerade leere Gläser abräumte. “Weck den Pianisten. Wir wollen tanzen.”

“Sehr wohl, Lady Thurgood.” Mit einer tiefen Verbeugung verabschiedete der Mann sich. 

“Hoffentlich kommt er schnell, sonst werde ich zuvor noch nüchtern.” Lottie schnappte sich ein Glas vom abgestellten Tablett.

Josephine fühlte sich irgendwie ausgelaugt und wäre lieber nach Hause gegangen, aber Rhett schien so aufgeweckt und sie wollte keine Spaßbremse sein. 

“Also, Rhett, erzähl doch nochmal, was hat dich hierher nach Cornwall verschlagen? Wenn man aus London stammt, erscheint einem das alles hier doch wahrscheinlich furchtbar provinziell.” Lottie sah ihn wieder mit diesem Blick an, den Josephine nicht ausstehen konnte. 

“Oh nein, so ist das nicht, mir gefällt es hier, ich mag die Ruhe und das Grün. Und die Gesellschaft.” Er grinste unverhohlen Josephine an, die ihm dankbar zulächelte. 

Im nächsten Moment schon öffnete sich die Tür des Salons. Der Pianist, schoss Josephine in den Kopf. Doch damit sollte sie ganz und gar falsch liegen. 

“ICH GLAUBE JA, ICH SEHE NICHT RECHT!”, polterte eine Stimme mitten in den Salon hinein. Die imposante Gestalt, die in der Tür stand, brachte die Anwesenden dazu, erschrocken zusammenzufahren.

“Vater!”, rief Lottie aus. Sie machte einen Schritt nach hinten. “Was… aber was tust du denn hier, liebster Vater? So mitten in der Nacht? Ist etwas passiert?” Mit zuckersüßer Stimme heuchelte sie Interesse, doch ihn schien das nur wenig zu beeindrucken. Er schien sich eher dafür zu interessieren, was in seinem Haus gerade vor sich ging, denn er ließ den Blick schweifen. Die Ader auf seiner Stirn pochte dabei gefährlich. 

“RAUS HIER, ALLE! SOFORT!”, schrie er außer sich in die Runde. Josephine zuckte unwillkürlich zusammen und drückte sich fester an Rhett. Mr. Thurgoods Ruf als strenges Familienoberhaupt kannte sie nur zu gut. Allerdings hatte sie ihn sicher zwei Jahre nicht mehr gesehen. Was tat er hier?

Die anderen Anwesenden stellten sich diese Frage offenbar nicht, stattdessen suchten sie das Weite, manche in all der Eile sogar nur halb bekleidet. Mr. Thurgood starrte ihnen hinterher und dann seine Tochter an, die unter seinen Blicken immer kleiner wurde.

“Du hast mir eine MENGE zu erklären!”, blaffte er. 

“Na komm”, murmelte Everett und strich über Josephines Arm, führte sie ebenso in Richtung Tür.

“Miss Abbott! Ich bestehe darauf, dass SIE hier bleiben!”, sprach Lotties Vater prompt. Josephine löste sich aus dem Griff ihres Liebhabers. Dieser wirkte perplex von ihrem augenblicklichen Gehorsam. 

“Was machst du denn… komm doch einfach”, flüsterte er.

Sie schüttelte etwas den Kopf. Ohnehin hätte sie sich schlecht dabei gefühlt, Lottie im Stich zu lassen. Auch wenn sie nicht wusste, was jetzt geschehen würde, wenn es eine Disziplinierung bedeuten sollte… sie würde das schon überstehen. Eine feine Gänsehaut überzog Josephines Körper. Es war so lange her, sie wusste gar nicht, wie sie das aushalten würde. Nur eines war ihr klar, Everett sollte keinesfalls Zeuge des Ganzen werden. 

“Geh schon vor, Liebling. Ich werde nachkommen wenn ich die Sache geklärt habe.”

Auf seinen besorgten Blick hin zwang sie sich zu einem Lächeln. “Es ist nichts Ernstes. Wir treffen uns auf meinem Gutshof”, hauchte sie noch. Danach drehte sie sich zu Sir Thurgood um, der sich in voller Größe vor seiner Tochter aufgebaut hatte.

Dabei war er gar nicht mal sonderlich groß, doch sein Auftreten vermittelte eindeutig diese Autorität, die dafür sorgte, dass das wenig Relevanz hatte.

“Sind alle deiner “Gäste” verschwunden, ja?!” Seine Stimme klang wie das Knurren eines Jagdhundes, der gerade eine frische Spur aufgenommen hatte.

“Ich denke schon, Vater.”

Lottie hatte noch nie so eine sanfte Stimmlage benutzt. Josephine verschränkte unbehaglich die Arme vor der Brust. Sie hatte nicht die leiseste Idee, was ihnen beiden blühen würde und rechnete doch mit dem Schlimmsten.

“Denk nicht, sieh nach. Ich will keine dieser verdorbenen Gestalten mehr in meinen eigenen vier Wänden wissen wenn ich dich der Gerechtigkeit zuführe!”

“Ja, Vater.” Lottie schien zu verstehen. Eilig durchschritt sie den Saal, überprüfte jede Ecke und auch den Nebenraum, dann trat sie wieder an ihren Vater heran. 

“Wir sind alleine, Herr Vater.”

Die Tür des Salons öffnete sich. Ein Mann mittleren Alters trat ein. Sein Haar war schüttern und er sah vollkommen übermüdet aus.

“Und wer sind nun Sie?!”, Mr. Thurgood brachte diese Frage nur wenig höflich hervor.

“Unser Pianist, Vater”, erklärte Lottie.

Als der Mann erkannte, wem er gegenüber stand, verneigte er sich sogleich. “Mr. Thurgood, Sir, zu Ihren Diensten.”

“Und was tut er hier um diese Zeit, um Gottes Willen?!”

“Wir wollten uns an seinem Klavierspiel erfreuen, daher ließ ich ihn holen”, erklärte Lottie behutsam.

“Ich muss mich ausdrücklich für meine Tochter entschuldigen, guter Mann. Legen Sie sich wieder in Ihr Bett. Ich werde veranlassen, dass Sie heute nicht mehr arbeiten müssen.”

“Sie sind zu gütig, Sir.” Der Herr schien ausgesprochen dankbar, als er das Zimmer verließ. Lottie trat auf der Stelle, die Hände hinter dem Rücken verschränkt und biss sich auf die Unterlippe. 

“Charlotte Elizabeth!” Ihr Vater schien sich nun ganz ihr widmen zu wollen. “Ich kann kaum glauben, was ich hier zu sehen bekomme! Glaubst du, nur weil ich wenig zuhause bin, kannst du unser Heim zu einem Tollhaus verkommen lassen?! Manches Mal glaube ich, meine Erziehung hat nicht ein bisschen gefruchtet! Wie alt bist du noch gleich?!” 

“22, Herr Vater”, antwortete Lottie mit gesenktem Blick. 

“In deinem Alter sind viele Frauen bereits verheiratet und sorgen für Familienzuwachs. Und du?! Pflegst statt Haus und anständiger Kontakte nichts als deine Männerbekanntschaften!”

“Es tut mir…” 

“Nein, ich will es nicht hören! Es wird höchste Zeit, all das wieder geradezurücken! Du gehst nun und holst von oben die Tawse und den Rohrstock. Ach je, der Stock wird schon alt und morsch sein und gar seine Wirkung verfehlen.”

Eine Weidenrute wäre eine gute Alternative, dachte Josephine. Aber sie war nicht die Art Freundin, die derlei Vorschläge machen würde.

“Sieh zu, dass du mir noch etwas außer der Tawse beschaffst. Und etwas plötzlich, wenn ich bitten darf!”

Josephine blieb nichts anderes übrig, als als stummer Zeuge dabei zu stehen. Lottie konnte überraschenderweise wirklich folgsam sein, wenn es gefordert war, denn sie eilte augenblicklich die Treppen hoch. Sie selbst hätte an dem Punkt wohl dagegengehalten, dass sie sich schon deutlich zu alt für derlei Strafen fühlte und er jahrelang nicht hier gewesen war. Sie musste schlucken. Wenn sie sich diese Art von Diskussion ausmalte, kam sie nicht umhin, Johns Gesicht vor ihrem geistigen Auge zu sehen, sich seine Heimkehr ähnlich wie die von Mr. Thurgood vorzustellen. Es versetzte ihr einen tiefen Stich. Das würde niemals geschehen. Sie sollte versuchen, nicht weiter darüber nachzudenken. 

“Miss Abbott.” Sie stellte sich aufrecht hin und senkte den Blick. Nun würde es wohl auch ihr ans Leder gehen. Ihr Herz klopfte wie verrückt. Sie hätte wirklich nicht geglaubt, dass das noch einmal geschehen würde. Im Normalfall sollte sie sich wohl sträuben. Doch insgeheim wusste sie, wie verwerflich ihr Verhalten im Moment war. Es würde ihr vermutlich nicht schaden, den Kopf zurechtgerückt zu bekommen. 

“Ich hätte wirklich mehr von Ihnen erwartet, Miss. Sie waren doch immer so ein anständiges Mädchen. Ein guter Einfluss für meine Tochter.” 

Ach ja? Josephine schielte mit halbem Auge nach oben. Das war ihr ehrlich gesagt neu. Er schien sie nicht sonderlich gut zu kennen… 

“Ihr Hauslehrer hat zudem einen äußerst guten Eindruck auf mich gemacht. Sein Brief damals hat viel Einfluss auf Lotties Erziehung in den Jahren darauf gehabt.”

Wieder dieser Stich in die Magengrube. “Er hat uns verlassen”, murmelte Josephine.

“Mein Beileid”, erwiderte Mr. Thurgood. Oh Gott! Er war doch nicht gestorben! Also für sie vielleicht… na das hatte sie wohl falsch rübergebracht. 

“Nein, nein. Er ging nach Schottland.” Es fühlte sich komisch an. Das war das erste Mal seit vier Jahren, dass sie mit jemandem ein Gespräch über ihn führte, in dem sie den anderen nicht anschrie, gefälligst still zu sein und ihn nie wieder zu erwähnen. 

“Wie war sein Name noch gleich…”

“Buchanan. John Buchanan.” Sein Name ging plötzlich über ihre Lippen wie Butter. 

“Ach richtig. Ein ausgesprochen kultivierter Gentleman. Ich hoffe, Sie haben ihn gut entlohnt bevor Sie seine Anstellung beendeten.”

Sie gab einen unbestimmten Laut von sich.

„Und wer hält nun ein wachendes Auge über Sie, Miss Abbott?“

“Niemand”, erwiderte Josephine und erschrak selbst darüber, wie wehmütig das klang. 

“Es wird Zeit, dass Sie unter die Haube kommen. Orte wie diese sind doch nichts für Sie. Ebensowenig wie für meine Tochter. Diese frivolen Feste sind ohnehin bis aufs Erste gestrichen. Lottie wird keinen Besuch empfangen, bis ich sie gerade gerückt habe.”

Ein absolut sinnloses Unterfangen, dachte Josephine. Lottie konnte Reue spielen und würde anständig sein, solange ihr Vater sein wachendes Auge auf sie richtete und mit der Tawse in der Hand drohte. Doch wirklich etwas einsehen oder an ihrer Einstellung ändern würde sie bestimmt nicht.

“Dann… was soll ich nun tun, Sir?”, fragte sie schüchtern.

“Sie hätten eine kräftige Tracht Prügel nicht weniger verdient. Zu schade, dass das niemand mehr in Ihrem Haushalt zu übernehmen vermag. Ich kann wohl nicht mehr für Ihr Seelenheil tun als Sie Charlottes Bestrafung beiwohnen zu lassen. Ich will, dass Sie sich das ansehen und sich genau einprägen, wie es Sünderinnen ergeht, die ihr Leben nichts als ihrem Vergnügen widmen.“

Josephine schluckte.

„Ja, Sir“, sprach sie leise. Also würde sie unbeschadet aus der Sache heraus kommen. So richtig wusste sie gar nicht, wie sie das finden sollte. Irgendwie kam sie nicht umhin, Lottie zu beneiden. Jemand, der ihr diese Mätzchen verbot und den Kopf zurecht rückte… Josephine hatte das Gefühl, das dringend zu brauchen. 

Wenig später kam Lottie die Treppe herunter. Sie hatte nicht nur den langen schmalen Lederriemen bei sich sondern auch einen Teppichklopfer unter den Arm geklemmt. In den Händen trug sie einen niedrigen, abgenutzten Holzschemel, der so gar nicht in die glamouröse Umgebung des Anwesens passen wollte. 

„Nun, wenigstens hast du gleich deinen Strafhocker mitgebracht. Stell ihn vor mich und dann zieh dich aus.“

„Ja, Herr Vater.“ Lottie beeilte sich sichtlich, dem Befehl zu folgen. Sie stellte den Hocker in die Mitte des Raumes und schnürte ihre Röcke auf, die zu Boden fielen, Unterhosen trug sie gar nicht erst. 

„Unglaublich!“, rief ihr Vater wütend aus „Nun sieh sich einer meine Tochter an. Dir werd ich Manieren beibringen, das kannst du mir aber glauben! Ganz ausziehen, auf der Stelle!”

Umständlich versuchte Lottie das Unmögliche, alleine aus ihrem Korsett zu kommen. “Hilfst du mir mal?”, fragte sie betont ungezwungen in Josephines Richtung. Diese sah erst zu Mr. Thurgood, der ihr ein wenig zu nickte, also trat sie an Lottie heran und half ihr aus ihrer Oberbekleidung. Sie hörte, wie geräuschvoll diese atmete und sah, wie ein feiner Schweißfilm ihren Körper überzog. Sie hatte eindeutig die nicht vorhandenen Hosen ordentlich voll. Das konnte Josephine ihr nicht verdenken. Die ganze Zeit über hatte sie den Brief, den Lottie ihr damals verfasst hatte, im Hinterkopf. Wenn sie an diese Bestrafung dachte, wurde ihr klar, dass das hier kein Zuckerschlecken für Lottie werden würde.

Fasziniert sah sie dabei zu, wie die nun nackte Lottie – ein Anblick, der ihr durch die wilden Nächte mit diversen Männern definitiv nicht fremd war- sich auf den Hocker kniete, die Arme über den Kopf verschränkt, den Blick gesenkt.

“Charlotte Elizabeth, ich bin entzürnt und schockiert, was ich hier vorfinden musste. Meine eigene Tochter veranstaltet Orgien unter meinem Dach! Was sagen bloß die Leute über uns?”

Josephine schluckte. Lotties Ruf war scheußlich, genau wie ihr eigener… Daran würden noch so viele Prügel nicht mehr viel ändern. 

“Antworte, wenn ich mit dir spreche!”, fuhr Mr. Thurgood sie nun an.

“Ich weiß es nicht, Vater”, sprach sie leise. 

“Oh ich denke, du weißt es ganz genau. Leg dich über den Schemel, wir haben viel zu tun.”

Lottie tat sogleich wie ihr geheißen, erhob sich, um sich über dem Hocker zu positionieren. Josephine bemerkte dabei, dass der Hocker kaum dazu diente, der Delinquentin die Position zu erleichtern. Viel mehr brachte es sie in die unbequeme Lage, sich mit Füßen und Händen auf dem Boden abstützen zu müssen, während ihr Becken sich wie es schien unangenehm gegen die kleine Fläche des Hockers drückte und ihr Po so den höchsten Punkt bildete. Die Beine hielt sie weit gespreizt und nicht das geringste bisschen blieb der Phantasie überlassen. Josephine schluckte. Oh Gott. Ob sie wohl wieder Hiebe zwischen die Beine bekommen würde? 

“Wenigstens das kannst du noch”, merkte ihr Vater an und griff nach dem Teppichklopfer. “Du weißt, dass ich dich weder verschonen will noch sollte. Du bist mein eigen Fleisch und Blut und ich tue das nicht gerne, Charlotte.”

Josephine legte den Kopf etwas schief. War das der berühmte ‘das tut mir jetzt mehr weh als dir’-Spruch? Ziemlich heuchlerisch, wie sie fand. 

“Ich möchte, dass du jeden einzelnen Hieb verinnerlichst und somit Buße tust”; erklärte ihr Vater und tätschelte mit dem Teppichklopfer ihre Backen. 

“Ja, Vater”, erwiderte Lottie gepresst. Da holte er auch schon mit Schwung aus und ließ den Klopfer auf ihre blanke Haut krachen. Josephine zuckte unwillkürlich zusammen. Sie war damals nicht oft mit dem Teppichklopfer bestraft worden, doch die paar Male waren ihr lebhaft in Erinnerung geblieben. Der ganze Hintern wurde auf einmal bedeckt, jedoch durch das geflochtene Material nur gewisse Stellen getroffen, die dann direkt so schmerzten, dass man gar nicht wusste, wo man zuerst hinfühlen sollte. Mr. Thurgood schien von der flotten Sorte zu sein. Oder er war einfach noch immer sehr verärgert. Jedenfalls flog der Klopfer im Sekundentakt von Backe zu Backe. Mitgezählt wurde wohl nicht. Lottie jammerte bereits jetzt leise und verkrampfte sichtlich ihren Körper.

Dabei stellte Josephine fest, dass ihre Backen noch vergleichsweise unbeschadet aussahen. Ihr eigenes Hinterteil hätte bei entsprechender Behandlung nun bestimmt schon zumindest einen tiefrosa Farbton angenommen. Als Rothaarige hatte sie allerdings ohnehin sehr empfindliche Haut und die Blässe, um die Lottie sie schon manches Mal beneidet hatte, ließ einen versohlten Hintern besonders dramatisch zur Geltung kommen. Lotties Haut hatte eher einen bräunlichen Unterton, egal wie penibel sie die Sonne zu meiden versuchte. 

Doch allmählich, nach gut ein paar Minuten des ständigen Bearbeitens, bekam auch Lotties Hinterteil die berühmte Färbung. Jedenfalls traten die geschwungenen Striemen des Teppichklopfers nun deutlich hervor. Lotties Jammern wurde allmählich besser hörbar.

“So.” Mit entschlossener Miene warf Mr. Thurgood den Klopfer beiseite. Er war nicht sonderlich groß für einen Mann und eher durchschnittlich gebaut, doch wie er so dort stand, machte der betagte Herr definitiv einiges an Eindruck. Josephine hätte sich jedenfalls nicht mit ihm anlegen wollen. 

“Genug Getätschel, lass uns richtig anfangen.” Mit diesen Worten hob Mr. Thurgood die Tawse auf. “Miss Abbott.”

“Ja, Sir?”, sprach diese wie aus der Pistole geschossen. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Hatte er es sich nun doch anders überlegt?

“Ich möchte, dass Sie mitzählen. Ich will den Überblick behalten.”

“Oh. Also gut, ja sicher”, nickte Josephine.

“Gut. Dann bitte… bis 40”, erklärte Mr. Thurgood. Sie schluckte. Das war ja einiges. 

Er holte aus und ließ die Tawse quer über Lotties Pobacken schnalzen. Sofort entstand ein roter Streifen, der sich deutlich vom Rest der Haut abhob.  

“Eins”, rief Josephine aus. Das ließ sie allzu deutlich fühlen, wie sie selbst bei Strafen mitzählen hatte müssen. Unwillkürlich kribbelte ihr doch eigentlich unbescholtener Po. 

Jetzt schien sich Mr. Thurgood etwas mehr Zeit lassen zu wollen. Er ließ einen Moment verstreichen, bis er den nächsten Hieb direkt unter den ersten setzte. “Zwei”, sprach Josephine. Lottie wurde unruhig auf dem Schemel. 

Der nächste Schlag folgte, mitten auf den Po. Bei Hieb Nummer Zehn schließlich waren sowohl ihre Backen als auch das erste Drittel von Lotties Schenkeln nahtlos in Rot getaucht. Jedoch war es bei ihrer etwas dunkleren Haut eher ein Tiefrot als ein Knallrot wie es bei Josephine selbst immer gewesen war. Mr. Thurgood hielt kurz inne.

“Du bleibst in Position, das weißt du!”, ermahnte er Lottie, die langsam unruhig wurde. Er schüttelte sein Handgelenk aus. Diese kleine Geste und die hochgekrempelten Ärmel erinnerten Josephine so sehr an John, dass es ihr einen Stich verpasste. Innerlich seufzte sie und gestand sich selbst ein, dass es bei ihm allerdings sehr viel attraktiver gewirkt hatte. Seine sehnigen, kräftigen Unterarme waren schon immer ein wirklich netter Anblick gewesen und hatten über so manchen Schmerz hinweg getröstet. Diesen Bonus hatte Lottie bei ihrem Vater sicher nicht.

Er versetzte ihr nun gnadenlos die nächsten Hiebe, diesmal jedoch vertikal. Während Josephine mitzählte, konnte sie beobachten, wie er sich von der äußeren linken Pobacke zur Mitte hin arbeitete. Er versuchte wohl, zehn Hiebe auf je eine Backe zu bekommen, denn die Schläge überlappten diesmal, was Lottie spätestens ab dem dritten Hieb zum Schreien brachte. Ohwei, dachte Josephine nur. Die Tawse legte sich gnadenlos über Po und Oberschenkel, tauchte Lotties Po in ein fast violett anmutendes Rot. Die letzten drei Hiebe nutzten Lotties Position der weit gespreizten Schenkel. Sie fraßen sich in die Innenseite ihrer Pobacken, Hieb Zwanzig sogar mitten auf ihre so deutlich präsentierte Rosette.

“AUUUAUAU, Vater, NEEEIN!”, schluchzte Lottie entsetzt, strampelte und wackelte mit ihrem Unterleib, so gut es ihre Lage zuließ. Sie musste sich jedoch schnell wieder abstützen um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. 

Mr. Thurgood schien davon nur wenig beeindruckt. Er ließ nicht groß Zeit verstreichen und wiederholte den gleichen Vorgang auf der rechten Pobacke. Hieb für Hieb arbeitete er sich systematisch von außen nach innen. Es war interessant, dabei zuzusehen, wie die bisher noch hellere Pobacke nach und nach den gleichen Farbton wie die linke annahm. Eifrig zählte Josephine mit. Sie war vor Faszination glatt ein wenig entrückt und dachte für den Moment nur noch wenig darüber nach, dass es ihre Freundin war, der es hier so gehörig an den Kragen ging. 

Schließlich gab es Hieb Dreißig genau wie zuvor mitten auf das nach oben gereckte Poloch. Lottie schrie aus vollstem Halse. Josephine schluckte ziemlich. Dort Schläge hin zu bekommen war dann doch ein Gedanke, der ihr nicht gerade behagte. Sie sollte in diesem Moment noch nicht ahnen, wie viel schlimmer es noch kommen würde. 

“Ich hoffe, ich konnte zu dir durchdringen, Charlotte”, sprach Lotties Vater ausgesprochen ernst. Diese schluchzte geräuschvoll. 

“Ja. Ja ich habe verstanden. Ich werde anständig sein.”

Fast hätte Josephine laut losgelacht. Na sicher doch. Aber das kannte sie von sich selbst. Wenn man sich in Lotties Lage befand, versprach man so einiges. 

“Gut. Wir werden dir einen Ehemann suchen, möglichst bald. Ich will, dass meine Tochter ein ehrbares Leben führt. Bis dahin erwarte ich absolute Keuschheit. Hörst du?!” 

“Ja, Vater”, heulte Lottie. Na, ob sie das würde einhalten können? Innerlich seufzte Josephine. Je nachdem wie lange Mr. Thurgood hier bleiben würde, müsste sie wohl wirklich eine Weile auf die Partys verzichten. Wenigstens hatte sie jetzt Rhett, also gab es nicht die Notwendigkeit, neue Männerbekanntschaften zu schließen. Aber er ging gerne aus und Lotties Feiern zu besuchen hatte mit ihm zusammen immer Spaß gemacht. 

“Und das werde ich dir nun erleichtern”, erklärte Mr. Thurgood. Mit diesen Worten holte er aus und ließ seine Tawse mit voller Wucht auf ihre blanke Scham knallen. Josephine wich entsetzt zurück. Oh mein Gott! Aua! Was tat dieser Mann denn da?! 

Lottie schrie völlig außer sich. Ein wenig verstimmt drehte sich der Hausherr zu Josephine um “Hast du das Zählen vergessen?”

“Ver… zeihung, Sir”, stammelte sie, noch immer erschrocken von dem, was sie da eben gesehen hatte. “41.” Als er erneut ausholte, hätte sie am liebsten seinen Arm festgehalten oder ‘Nicht so fest!’ dazwischen gerufen. Aber sie wollte Lottie weiteren Ärger ersparen und nicht vielleicht selbst noch vor die Tür gesetzt werden. Also schluckte sie all das herunter und sah entsetzt dabei zu, wie sich das Stück Leder direkt zwischen Lotties Beine fraß. Wieder zuckte ihr ganzer Körper zusammen.

“42”, sprach sie fast tonlos und schob sich dann vor Entsetzen die Hände vors Gesicht. Sie hatte schon bei der Beschreibung in dem Brief damals den Gedanken an Schläge auf die -hier auch noch weit geöffneten- Schamlippen als absolut schrecklich empfunden, aber sie war in keinster Weise darauf vorbereitet gewesen wie fest Mr. Thurgood zuhauen würde.

Wieder dieses fiese Geräusch, als Leder auf nackte Haut traf. Sie kniff die Augen fest zu. “Drei”, riet sie. Sie musste die Strafe ja nicht sehen um mitzuzählen. 

“Miss Abbott, ich muss doch bitten!”, mahnte da Mr. Thurgood. Seine strenge Stimme wurde von Lotties erbärmlichem Geheule fast übertönt. “Sie sollen der Strafe beiwohnen um zu sehen, wie es liederlichen jungen Frauen ergeht. Wenn Sie die Augen schließen, wird dieser Effekt ganz und gar verfehlt.”

Josephine zwang sich, die Hände zu senken. Lotties Intimbereich war ebenso wie ihr Po und ihre Oberschenkel knallrot und sie fühlte den pochenden Schmerz bis zu sich herüber.

“Sir… ich bitte Sie, Lottie hat ihre Lektion ganz bestimmt jetzt schon gelernt!” Während sie das mit flehender Stimme sagte, spürte sie, wie ihr selbst Tränen in die Augen traten. 

Mr. Thurgood schien ein wenig perplex von ihrer Reaktion. Sie wusste nicht, ob es ihre Worte oder ihre Tränen waren, doch tatsächlich, er ließ die Tawse sinken. Vielleicht wollte er vor einem jungen Mädchen wie ihr auch nicht als Barbar dastehen. 

“Hast du gehört?!”, rief er in Lotties Richtung. “Noch einmal hast du Glück gehabt, wegen deiner Freundin lasse ich Gnade vor Recht ergehen. Bedank dich!”

Lottie stand sehr schwerfällig vom Hocker auf. Sie autschte bei jeder noch so kleinen Bewegung, am meisten jedoch, als sie sich aufrecht stellte, vermutlich weil ihre wunden Pobacken nun aneinander rieben.

“Danke, Josephine”, sagte sie leise. Tränenbäche flossen über ihr Gesicht. Josephine schluckte. So hatte sie diese sonst so vorlaute Person wirklich noch nie gesehen.

“Alles gut, Lottie. Bis bald, ja?”

“Sie wird Ihnen schreiben, sobald ich sie wieder Besuch empfangen lasse”, sagte Mr. Thurgood. “Geleitet Sie jemand nach Hause, Miss Abbott?”

“Meine Kutsche steht draußen, ich komme gut nach Hause”, erklärte Josephine. Sie machte einen Knicks und sprach höflich “Eine gute Nacht, Mr. Thurgood”, ehe sie sich von dem Anwesen entfernte. Puh. Wenigstens hatte sie ein bisschen Schadensbegrenzung betreiben können.


Auf dem Rückweg in der Kutsche war sie sehr nachdenklich. Die Bilder des soeben geschehenen gingen ihr nicht aus dem Kopf, viel mehr noch, sie verschwammen mit den Bildern der Vergangenheit. Sie dachte an unzählige Male, die sie auf dem Pult gelegen und in das dunkle Holz geschrien und geheult hatte. Oder über dem Sattelkasten, wo er ihr mit der Gerte eingeheizt hatte. Oder die unzähligen Male, die sie über seinem Knie gelandet war… Josephine biss sich auf die Unterlippe. Wie kam es, dass ihr allein bei dem Gedanken heiß wurde? Sie hatte diesen Mann mit aller Kraft vergessen wollen und ausgerechnet wenn sie an seine Bestrafungen dachte, ließ sie sich so hinreißen. Doch egal, wie sehr sie sich ermahnte, sie konnte diese Gefühle nicht beiseite drängen.

Als sie ihren Hof erreichte, war es so dunkel, dass sie die Hand vor Augen nicht sah. Das ganze Haus lag bereits in tiefem Schlaf. Nur der Kutscher leuchtete ihr mit seiner Öllampe den Weg zum Haus. Sie bedankte sich und schickte ihn an der Haustür weg, lief nun alleine bis in ihr Schlafzimmer.

In ihrem Bett lag Everett in voller Montur und schnarchte leise vor sich hin. Wie süß, dachte sie und strich ihm eine Locke seines dichten Haares hinters Ohr. Er hatte auf sie warten wollen und war dabei eingeschlafen. Josephine beugte sich herunter und hauchte einen Kuss auf seine Wange. Sie mochte ihn wirklich gerne, dachte sie dabei. Es war höchste Zeit, John Buchanan gedanklich wieder dorthin zu schieben, wo er sich in den letzten Jahren gesteckt hatte. In der letzten Schublade, unter “Arschloch”. Sie seufzte geräuschvoll. Wenn das mal so einfach wäre.

“Mh”, machte Rhett und rieb sich über die Augen. “Phine?”, murmelte er “Da bist du ja. Wie spät ist es?”

“Sehr spät. Schlaf weiter, ja?” Sie gab ihm einen kleinen Kuss auf die Lippen.

“Nein, nein”, murmelte er und richtete sich auf. “Ich bin wach. Alles okay? Was ist noch mit Lotties Dad passiert?” 

Josephine spürte, wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg. “Ach… es ist erledigt. Aber wir werden sie wohl bis aufs Erste nicht mehr besuchen können.” Sie strich über seine Schultern. “Hilfst du mir beim Ausziehen?”, hauchte sie. 

“Das musst du mir nicht zweimal sagen”, schmunzelte Rhett. Mit ein paar geschickten Handgriffen holte er sie aus dem Korsett. Als sie ausgezogen war, drehte sie sich lächelnd zu ihm um und knöpfte auch ihm das Hemd auf. Irgendwie passierte es so innerhalb kürzester Zeit dass ihre Körper ineinander verschlungen waren und ihre Lippen an seinen klebten. 

Als sie nackt auf ihm saß und sich auf seine Härte sinken ließ, spürte sie, wie unglaublich feucht sie bereits war. Das erschreckte sie ein wenig. Genau wie dass sobald sie sich zu bewegen begann, vor ihrem geistigen Auge wieder die Bilder auftauchten, die sie in der Kutsche versucht hatte, beiseite zu schieben. Johns Gesicht… Johns Küsse… Johns Strafen…

Sie stöhnte geräuschvoll. Verdammt, war ihr heiß. Sie packte Rhetts Schultern und hielt sich an diesen fest, schloss dabei ihre Augen. Sie spürte, wie leicht es gerade ging, sich in ihm zu bewegen. Jeder Stoß erregte sie mehr, trieb sie tiefer in ihre Phantasien. In denen sie sich über den Tisch beugte und John sich ohne Rücksicht auf Verluste einfach in sie stieß. Ihr kompromisslos die Jungfräulichkeit nahm, sich einfach nahm was er wollte. An ihren wunden Hintern packte und seine Stöße mit festen Klapsen unterstrich.

“Oh Gott”, stöhnte sie laut. 

“Rhett reicht”, keuchte dieser. Sie hielt ihm zur Antwort den Mund zu. Er sollte es nicht wagen, sie aus ihrer Phantasie zu reißen. Er sollte einfach…

Sekunden später tanzten schon Sternchen vor ihren Augen. Er bewegte sich weiter in ihr und es fühlte sich großartig an. Ihr Höhepunkt schien gar nicht mehr abebben zu wollen. Schließlich spürte sie, wie seine Hitze sich in ihr ausbreitete. Mit einem kleinen Seufzen zog sie sich zurück und ließ sich neben ihm ins Bett sinken.

Als ihr Gehirn wieder halbwegs funktionierte, kroch das Schamgefühl in ihr Bewusstsein. Verdammt. Was bitte hatte sie da gerade getan? Während Rhett ihren Nacken küsste und seinen nackten Körper an ihren drückte, überflutete sie eine Welle von Gewissensbissen und Wut auf sich selbst. Warum nach all der Zeit? Wieso konnte sie ihn nicht endlich vergessen? Das musste endlich aufhören!

8 Kommentare zu „32. Plötzliche Heimkehr (Der Privatlehrer)

  1. Wirklich wieder ein gelungenes Kapitel, das gut an frühere Folgen anknüpft, aber dennoch die neuen Entwicklungen weitertreibt. Es beginnt wie einfach nur ein weiterer Einblick in das jetzt so dekadent gewordene Leben von Josephine, nimmt dann aber eine Wendung und schlägt, mit der ausführlichen Darstellung ihrer Gedankenwelt und dessen, was die beobachtete Szene in ihr auslöst einen Bogen zum Hauslehrer, nach dem die Serie ja benannt ist.
    Für meinen Geschmack waren die Prügel etwas heftig, aber auch das war ja vollkommen im Geist der Geschichte, die ja schon vorher geschildert hatte, wie hart Mr. Thurgoods Bestrafungen sind.
    Das Ende, in dem sozusagen die alte und neue Josephine miteinander ringen, war ein gelungener Abschluss, der schon gespannt macht, welche Rolle Mr. Buchanan noch in ihrem Leben spielen wird!

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    1. Hi Look,
      Danke für deinen Kommentar. Ja, genau, zuerst taucht man in das glamouröse „Partyleben“ der beiden High Society- Ladies ein und dann kommt der Vater heim und der Spaß ist vorbei 😀 Definitiv war die Strafe sehr hart, was Mr. Thurgood wohl selbst bemerkt hat, als er sie frühzeitig abgebrochen hat 😉 Ohne Josesphines Zutun hätte er sich vielleicht noch schlimmer in Rage geprügelt.
      Ich halte mich da weiterhin zurück, bin aber immer offen für Spekulationen 😀

      glg
      rbg

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  2. Super! Das war echt wieder mal eine schöne Geschichte. Ich fand die Strafe durchaus angemessen! Lottie hat es mehr als verdient, auch wenn ich an meine echte Läuterung glaube. Ich fand es auch schön, wie sehr Josephine ins Grübeln kommt und wie groß ihre Sehnsucht nach John ist. Mit tut ja Rhett schon fast leid 🙈 Ich hoffe aber das John bald zurück kommt 😅

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    1. Hi Luise,
      Danke für dein Feedback 🙂 Oh ich denke auch, Lottie gönnt man diese Strafe, auch wenn sie vermutlich nicht so viel bewirken wird, wie ihr Vater vielleicht glaubt, haha. Ja, wenn man in Josephines Gedankenwelt eintaucht, sieht man, dass John in ihrem Kopf noch immer sehr präsent ist, trotz ihrer neuen Beziehung. Rhett tut mir auch ein bisschen leid 😀 Er ist ein netter Kerl 😉

      glg
      rbg

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  3. Ich verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass Geschichten MIT Spanking mir mit am liebsten sind. Und hier hat es Lottie wirklich heftig bekommen. Bei Josephine hätte ich bei einer so echt schmerzhaften und demütigenden Strafe vielleicht Mitleid gehabt, doch für Lottie fühlte es sich irgendwie verdient an.

    Aber noch spannender als die Bestrafung fand ich den Blick ins Josephines Gedankenwelt, was es mit ihr macht, wenn sie ihre Freundin leiden sieht, wie sie an ihre eigenen Strafen denken muss.

    Gestutzt hatte ich an einer Stelle: Die Geschichte wirkt ein wenig so, als seien die Hiebe 31 – 40 „verloren“ gegangen. Beim ersten Lesen dachte ich zuerst, Josephine würde absichtlich falsch „41“ zählen.

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    1. Hi,
      Na klar, das liegt ja in der Natur der Sache. Deswegen versuche ich auch immer wieder meine im Moment sehr storylastige Geschichte mit ausreichend dieser Szenen zu „würzen“. Nicht zuletzt weil ich sie natürlich auch selbst sehr gerne schreibe 🙂
      Jup, mein Mitleid für Lottie hat sich definitiv ebenfalls in Grenzen gehalten. Sie hätte bestimmt keinen aufgehalten, der Josephine in dieser Art bestraft hätte, hat die Geschichte zuvor ja auch bewiesen. Mir hat es besonders viel Spaß gemacht, Josephines Zwiespalt, ihre Gefühle und Sehnsüchte bei diesem Anblick zu schildern. Darum freu ich mich natürlich, wenn es gut ankommt.

      Du hast recht… ich weiß nicht, wie mir das durch die Lappen gehen konnte, aber tatsächlich hab ich da zehn Hiebe unterschlagen. Ich war noch nie sonderlich gut in Mathe, das erklärt den Rechenfehler. Danke für den Hinweis, werde ich auf jeden Fall ändern.

      glg
      rbg

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  4. Ich gebe zu, es hat etwas Befriedigendes wenn einer verzogenen und verwöhnten Göre wie Lottie so gründlich die Leviten gelesen werden und sie die ganze Strenge und Härte der väterlichen Züchtigung zu spüren bekommt. Natürlich löst das das Problem nur oberflächlich und es wäre dem Mädchen nur zu wünschen, dass die väterliche Autorität ihr dieses Mal länger erhalten bleibt.

    Ich fand es sehr schön beschrieben, mit welchen widersprüchlichen und ambivalenten Gefühlen Josephine auf das Erlebte reagiert: Furcht und Mitleid, Sehnsucht nach der strengen Hand und Gehorsam gegenüber Mr. Thurgood, Erregung beim Zusehen und den Gedanken an John. Das arme, verlorene Ding.

    Ich vermute, wenn der Herr des Hauses Josephine nur aufgefordert hätte, sich ebenfalls zu entblößen und ihm den Hintern zu präsentieren, hätte sie sich recht schnell gefügt. Ich frage mich auch, ob sie angesichts der Art der Bestrafung, die Lottie bekommen hat, und der Stellen, die einbezogen wurden, ob Josephine nicht ein wenig in die eigene Zukunft geschaut hat. Verdient hätte sie es sicherlich, bei ihrem Verhalten.

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  5. Meine Mutter hat mir mit 16 noch den nackten Arsch verdroschen, wenn ich was angestellt hatte!
    Da gab es mit dem Teppichklopfer oder Hosengürtel anständig so hintendrauf, dass ich kaum mehr sitzen konnte!

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