Getrieben von Träumen (TdV Fanfiction)

a/n: Da das Thema auf dem Discord aufkam, dass sowohl der Film „Tanz der Vampire“ als auch das Musical eine Spanking-Szene enthalten (aber dazu an anderer Stelle mehr), die wohl inzwischen berüchtigt ist, wurde ich davon inspiriert, meinen verborgenen Trieben zu folgen (Zitat Ende) und eine kleine Geschichte dazu zu verfassen. Sie ist definitiv ein ungewohnter Einschlag in meinem Blog und ich habe gezögert, sie hier hochzuladen, aber dann dachte ich, warum nicht? Also, hier ist sie.

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Sink mit mir ins Meer der Zeit

Lern von mir, was es heißt zu leben

Spür das Glück der Traurigkeit

Fühl die Wolllust, dich aufzugeben

Such mit mir den schwarzen Gral 

Ich lehr dich, was es heißt zu lieben

Lös die Fesseln der Moral

Folge deinen verborg’nen Trieben

Sarah blickte sich neugierig um. Ihr Zimmer war riesig und das Beste daran- ein beinahe noch größeres Badezimmer mit einer Wanne, die ihr jeden Tag zugänglich war. Der Graf war wirklich großzügig. 

Gerade als sie das dachte, hörte sie den Uhu auf dem Baum vor ihrem Fenster einen Schrei ausstoßen. Die Nacht war hereingebrochen. Da klopfte es an ihre Zimmertür. Sarah spürte, wie ihr Herz höher schlug. Doch vermutlich war es nur wieder Alfred in einem verzweifelten Versuch, ihr den ganzen Spaß zu verderben. 

“Herein”, sagte sie und strich sich das Haar über die Schulter.

Tatsächlich, zu ihrer Überraschung war es Graf von Krolock höchstpersönlich, der sich die Ehre gab. In der Nacht kam er in ihre Gemächer. Allein der Gedanke ließ sie erröten. 

“Mein liebster Gast. Guten Abend”, sprach er mit tragender Stimme. 

“Guten Abend”, hauchte sie. War er wohl hier, um sich endlich zu holen, was er ihr schon so oft versprochen hatte? Würde er ihr ihre dunkelsten Wünsche erfüllen, von denen sie bisher kaum zu träumen gewagt hatte, in ihrem trüben Zimmer, gefüllt mit Knoblauch und Trostlosigkeit? 

“Ich wollte mir selbst ein Bild machen, wie du dich hier eingelebt hast.” Er blickte sich gemächlich um. “Und sicher gehen, dass es dir an nichts fehlt.” 

“Ihr verwöhnt mich, das wisst ihr genau”, hauchte sie. Was war es nur, dass ihr in seiner Gegenwart beinahe das Herz stehenblieb? Es fühlte sich an, wie mit einem Raubtier im selben Raum zu stehen. Doch gerade das faszinierte sie so ungemein, dass es sie nicht mehr losließ. Seine Präsenz nahm ihr glatt die Luft zum Atmen. 

“Du bekommst von mir alles, wonach dir das Herz steht”, erklärte er und trat noch einen Schritt näher an Sarah heran. Dieser fielen unwillkürlich die Augen ein Stück zu. 

“Es gäbe da Einiges…”, flüsterte sie. “Doch ich kann es nicht aussprechen…”

“Weil du es selbst noch nicht begreifst”, erklärte er und ließ seinen Handrücken ihre Wange entlang gleiten. Seine Haut fühlte sich kalt auf ihrem heiß gewordenen Gesicht an. Wie eine kühle Brise an einem zu warmen Sommertag. “Ich kann dir auch dabei helfen, Sternenkind.” 

Sarah wusste nicht, wie ihr geschah. Ihr Kopf war plötzlich wie leergefegt. Sie lehnte sich gegen die Berührung und seine Hand strich weiter, ihren Hals entlang. Ihre Augen waren inzwischen geschlossen, doch es war ihr, als würde sie ein fremdgesteuertes Zischen aus seiner Kehle vernehmen. 

“Führ mich nicht in Versuchung…”, sprach er plötzlich mit dunklerer Stimme als zuvor. “Deine Bestimmung ist der Mitternachtsball… bis dahin müssen wir beide uns in Geduld üben.” 

“Ich will es aber… ich will es sofort”, flüsterte sie heiser. “Was immer Ihr mit mir tun wollt.” 

“Du bekommst alles. Die Antworten auf deine Fragen. Die Erfüllung deiner tiefsten Sehnsüchte und Dinge, die du nie geahnt hast, spüren zu können” Seine Hand strich nun bis zu ihrer Schulter. Weiterhin kalt. Doch es war, als würde gerade das das Einzige sein, das der Hitze in ihr Herr werden konnte. 

“Bitte”, flüsterte sie. Er trat nun noch ein Stück näher an sie heran. Sie spürte seinen eiskalten Atem auf ihrer Wange. 

“Ich bin schon lange, lange auf dieser Welt. Ich kenne jeden deiner verbotenen Träume”, erklärte er. Sie glaubte ihm jedes Wort, war nun nur noch in der Lage, ein wenig zu nicken. Was war das nur? Sonst war sie doch auch nicht auf den Mund gefallen. 

“Eine Sache gibt es, die ich jetzt gleich für dich tun kann.” Seine Hand ergriff nun ihre und führte sie in Richtung Bett. Sarah folgte dem Grafen wie eine Marionette, die an seinen Seilen hing. 

Er nahm Platz und zog sie plötzlich mit erstaunlicher Kraft über seinen Schoß. Diese Position allerdings war ihr gar nicht neu. Erschrocken blickte sie über ihre Schulter und sah in sein Gesicht, das vor allem ein gewisses Amüsement ausdrückte. 

Ohne Umschweife schob er ihr das Kleid hoch, weit bis über ihre Taille. “Ich weiß, was du denkst. Wie dein Vater dich immer wieder wie ein Kind behandelte… wie zuwider dir das zuweilen war. Weißt du denn auch, warum?”

“Er hat mich eingesperrt und unterdrückt”, seufzte Sarah. Doch das hier fühlte sich anders an. Komplett anders. Seine kühlen Finger strichen ihre blanke Haut entlang. Ihren Rücken hinab, dort stoppten sie ab, dann ihre Schenkel hinauf. Ein furchtbares Kribbeln brach zwischen ihren Beinen aus und ein tiefer Seufzer entfloh ihrer Kehle. 

“Bei mir kannst du frei sein”, versprach der Graf. “Und was ich mit dir tue, wird dich nicht unterdrücken, es wird dich befreien. Es kommt dabei ganz auf dich an.” Er tippte gegen ihre Stirn. “Und was dabei hierin vor sich geht. Lass dich fallen.” 

Mit einem Mal legte er die Hand auf ihre hochgereckten, nackten Backen. Das Kribbeln wurde nur stärker. Erst recht, als er zupackte. Was tat er da nur? Es machte ihr erneut das Atmen schwer. 

Seine Hand zog sich von ihr zurück. Sarah erlaubte sich erneut einen Blick über die Schulter. Sein Gesicht lag halb im Schatten, doch sie erkannte, wie seine Augen glänzten. Die Hand hatte er nun weit über seinen Kopf gehoben. Er würde doch nicht?

Das Geräusch des Aufklatschens zerriss die Stille und fuhr als stechender Schmerz auf ihre linke Pobacke hernieder. Erneut holte er aus. Diesmal war es die Rechte. 

“Nicht!”, rief sie verlegen aus. Doch es war kein Stück, wie wenn ihr Vater sie verhaute. Es war intim… verrucht. Und ihr wurde heiß. So heiß. 

“Ich weiß, dass du es willst”, erklärte er und setzte die Hiebe fort. “Genau so willst.” Sarah biss sich auf die Unterlippe. Der Protest blieb ihr diesmal im Halse stecken. Sie wusste, dass er Recht hatte. Nur hatte sie das hier bisher nicht einmal zu denken gewagt. Sie schämte sich ganz gehörig, so durchschaut worden zu sein. Doch viel mehr genoss sie gerade. 

Der Graf kam in einen Rhythmus, ihre Pobacken schwangen mit, als würde er seine ganz eigene Melodie auf ihnen spielen. Aus ihrer Mitte spürte sie Hitze aufsteigen, bald mehr als von ihrer versohlten Haut, pochte unerträglich, voller Verlangen nach etwas, das sie nicht verstand. 

“Bitte…”, flüsterte sie und krallte sich in die Laken. Dieser süße Schmerz ließ sie beinahe vergehen. 

“Ich habe dir versprochen, deine geheimsten Sehnsüchte wahr werden zu lassen”, raunte er unter nicht allzu harten, doch unaufhörlichen Schlägen auf ihre bald glühende Kehrseite. “Wenn du erst mein bist, wirst du das jede Nacht von mir bekommen”, versprach von Krolock. Allein der Gedanke machte sie schier wahnsinnig. Sie schob sich ihm mehr entgegen, als wollte sie ihm zeigen, dass sie bereit dazu war. 

Seine noch immer kühle Hand streichelte, kniff in ihre erhitzten Backen, dann setzte er die die zutiefst beschämende und dennoch äußerst effektive Behandlung fort.

Bald tanzten kleine Sterne vor Sarahs Augen, versetzten sie in einen Zustand endloser Extase. 

Im gleichen Moment schreckte sie hoch. Es war dunkel im Zimmer, die schweren Vorhänge vertrieben jeden noch so kleinen Strahl Sonnenlicht. Nur das Gezwitscher der Vögel verriet ihr, dass bereits Tag war. Sie lag in den dunklen Laken des ausladenden Bettes in dem Zimmer, das der Graf ihr zugewiesen hatte. 

Sarah sah sich verwirrt um. Ihr ganzer Körper bebte und war von einem dünnen Schweißfilm überzogen. Was war das nur für ein merkwürdiger Traum gewesen? Es… war doch ein Traum gewesen? Noch bevor sie richtig bei sich war, zog sie das Nachtkleid hoch und packte sich an die in ihrer Phantasie eben noch so gründlich behandelten Pobacken, ganz als wäre sie auf Spurensuche. Doch sie fühlten sich kühl und glatt an. Ihre Finger wanderten allmählich weiter nach vorne. 

Die zuvor gespürte Feuchtigkeit dort war noch immer präsent. Ihre Wangen wurden wieder heiß, als sie nur daran dachte, worüber sie da gerade fantasiert hatte. Das war ihr wirklich unendlich peinlich. Dennoch konnte sie nicht anders, als sich weiter zu berühren und diesem flüchtigen Traum noch einen Moment länger nachzuhängen.

Ein heißes Bad würde ihr gleich sicher gut tun. Ach, sie konnte den Ball heute Nacht kaum noch erwarten… 

Im Traumland der Nacht

herrsche ich als Magier, 

der Wunder möglich macht

(Graf von Krolock, Tanz der Vampire Musical)

4 Kommentare zu „Getrieben von Träumen (TdV Fanfiction)

  1. Toll! Ganz langsam, Schicht für Schicht, Sarahs Psyche herausgearbeitet. Der Vampir, der mit seinen Zähnen unter ihre Haut will, als Metapher für jemanden, der ihr in die Seele, in den Kopf sehen kann, wo ihre heimlichen Wünsche sind.

    Und physisch geht’s auch zur Sache 😉

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  2. Hui! Also das war jetzt mal richtig sexy! Es ist anders, als die anderen Texte von dir, aber immer noch Du.

    Du bleibst zwar in der Wortwahl imner noch dezent, schaffst es aber trotzdem eine sehr sinnliche, erotische, ja sexuelle Stimmung zu erschaffen. Ob es nun ein Vampir oder ein gewöhnlicher Mann ist, der ihre Aehnsüchte errät, spielt meiner Meinung nach keine Rolle. Aber ihre Erregung habe ich beim Lesen durch und durch gefühlt.

    Mich hat es abgeholt.

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    1. Ich glaube, so ein richtig festes Ich gibt es in dem Sinne gar nicht, weil ich doch ziemlich unterschiedliches Zeug schreibe 😀
      Hmmm… also für mich spielt es schon eine große Rolle aber ich verstehe auch deine Perspektive. Schön, dass du es mochtest.
      glg

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