Kein pädagogischer Mehrwert! (Fallout Fanfiction)

a/n: Hello hello, die Geschichte habe ich jetzt schon seit gut einer Woche fertig und ich brenne ehrlich gesagt aufs Hochladen. Ich hatte so viel Spaß beim Schreiben. Und ja, ich wurde mal wieder von einer Serie inspiriert, in diesem Fall Fallout, eine Serie, die Adaption einer Videospielreihe ist. Ich mag Walton Goggins schon spätestens seit The Hateful 8 und war so gehypt, als ich gesehen habe, dass er hier eine Hauptrolle hat. Und dass die Hauptfigur hier ebenfalls Lucy heißt, ist mir sogar eher unwillkommen, denn es ist eine sehr andere Lucy als die in Pirate Booty.

Für die, die das Franchise noch gar nicht kennen, hier kurz die Handlung zusammengefasst.

Die Serie spielt etwa 200 Jahre nach einem Atomkrieg im Jahr 2077. Die Menschen an der Oberfläche sind oder werden radioaktiv verseucht, viele von ihnen sind Ghoule geworden, fressen also Menschenfleisch und verlieren ohne die richtige Medizin den Verstand. Wer es sich leisten konnte, wurde in einen Kryoschlaf versetzt oder lebt in Untergrundbunkern, sogenannten Vaults. Wie es den Leuten innerhalb dieser Vaults nach dem Atomkrieg ergangen ist, unterscheidet sich teils allerdings drastisch. Hier kommen wir zu unseren Hauptcharakteren.

Lucy McLean

Sie ist in Vault 33 geboren, einem kleinen Utopia, in dessen Mikrokosmos die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Als irgendwann ihr Vater (übrigens gespielt vom großartigen Kyle McLachlan) verschwindet, geht sie zum ersten Mal in ihrem Leben an die Oberfläche, um nach ihm zu suchen. Dabei entwickeln sich die Dinge allerdings sehr anders als von ihr erwartet.

Lucy ist zuvorkommend und optimistisch und erlebt einen riesigen Kulturschock, als sie feststellt, wie das Ödland (die Oberwelt) vom reinen Überleben geprägt ist. Sie tut ihr Bestes, ihren moralischen Kompass aufrecht zu erhalten, so absurd es in diversen Situationen auch ist. Sie versucht jedem zu helfen, egal ob mutiert oder nicht und folgt dabei der goldenen Regel: „Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“

Der Ghoul (ehemals Cooper Howard)

Der Ghoul ist schon seit 200 Jahren im Ödland unterwegs und kämpfte dabei als Kopfgeldjäger ums Überleben. Vor den Atombomben war er ein Marine und wurde später Filmstar. Er drehte Western, in mehreren Rückblenden ist auch sein Leben vor dem Atomschlag zu sehen und die Intrigen, in die er verwickelt wurde. Er hatte eine Frau und eine Tochter.

Heute ist er gnadenlos, zynisch und ein typischer Anti-Held. Durch eine Droge kann er sich davon abhalten, zu einem hirnlosen Monster zu werden, dennoch verzehrt er ab und an Menschenfleisch. Er hat einen Hund als Begleiter, Dog Meat. Der Ghoul schießt jeden nieder, der sich ihm in den Weg stellt und nimmt Lucy gefangen, um an ihren Vater heranzukommen, mit dem er eine Rechung offen hat. Nach Ende der ersten Staffel sind beide freiwillig miteinander unterwegs und ihre sehr unterschiedlichen Charaktere mit sehr unterschiedlichen Moralvorstellungen geraten mehr als nur einmal aneinander.

Die Geschichte setzt am Ende der zweiten Folge der zweiten Staffel an, als Lucy und Cooper in einem verlassenen Gebäude zwei schwer Verletzte finden, die um Hilfe rufen. Statt dem fast Sterbenden zu helfen, beißt der Ghoul ihm in die Schulter, muss aber feststellen, dass dieser vergiftet wurde. Die Ursache sind Rad-Scorpions. Zu sehen hier

Nach dieser Szene gerät Lucy an eine Gruppe Legionäre und wird von diesen nach einigen Diskussionen mit ihnen gefangengenommen. Und hier setzt meine Geschichte an.


Der Ghoul richtete sich schwerfällig vom Boden auf. Der vorangegangene Kampf hatte ihn ein ordentliches Stück seines Beins gekostet und das schmerzte unglaublich. Würde wieder nachwachsen, zweifellos. Aber der Weg darin würde ohne Stimpak Zeit und eine Menge weiterer Schmerzen bedeuten. Scheiße, das Vieh hatte ihm ordentlich zugesetzt. Er presste die Hand auf die klaffende Wunde, fluchte, während Dog Meat um ihn herum kreiste und ein Jaulen von sich gab. Man sagte ja immer, Tiere seien besonders mitfühlend. Mehr jedenfalls als diese neunmalkluge, obermoralische Göre, mit der sich schon viel zu lang hatte rumschlagen müssen. Er hoffte wirklich sehr, ihre neue Bekanntschaft hatte ihr bereits ein Messer in den Rücken gerammt, sie ausgeraubt und sie irgendwo zum Sterben liegenlassen. Sollte Lucy doch zur Hölle fahren! 

Irgendwie schaffte er es, aus dem verlassenen Gebäude zu humpeln, sein Hund stupste immer wieder mit der Nase in seine Seite, als würde er ihn zur Rast ermahnen wollen.

“Geht schon”, murmelte Cooper und kraulte Dog Meat zwischen den Ohren. “Irgendwie geht’s doch immer weiter, huh?” 

Er wusste gar nicht, warum er es eilig hatte. Ohne Lucy würden sich seine Pläne jedenfalls drastisch ändern. Sie war sein verdammtes Druckmittel gegen McLean gewesen. Aber genug war genug und er war froh, das nervige Miststück nicht länger ertragen zu müssen. Ihr moralisches Geplapper Tag und Nacht hätte ihn ohnehin früher oder später dazu gebracht, ihr die Birne wegzupusten. Kam also aufs Selbe raus. 

Der Weg war beschwerlich und seine klaffende Wunde hinterließ eine Spur aus schwarzem Blut. Hatte ihn echt schwer erwischt, dass es sogar schon soweit war. Aber ein Fährtenleser hätte wohl nicht allzu lange seine Freude an ihm. Er wusste, zumindest das würde binnen Minuten aufhören. War nur höllisch fies, damit voranzukommen. Aber er hatte schon Schlimmeres überlebt – wenn man das hier noch Leben nennen konnte. 

Er lief nur etwa eine halbe Meile, der bemerkte er die Wachposten auf den Hügeln. Diese Legionärs-Idioten… von denen hatte er mal gehört und es für ein abgedrehtes Gerücht gehalten. Eine Kolonie, die lebte und sich gebahrte, als wären sie im alten Rom. Bis an die Zähne bewaffnet, zweifellos. Sei’s drum, da musste er lang. Eigentlich sollte er noch abwarten, bis er etwas mehr regeneriert war. Aber das war einfach nicht sein Stil. Und wenn die Kleine von denen erwischt worden war – was bei ihrem Leichtsinn und ihrer Gutgläubigkeit zweifellos der Fall war – wollte er sich nicht entgehen lassen, wie sie Löwen zum Fraß vorgeworfen wurde oder als Sklavin irgendwelche Latrinen schrubben musste. Aus sicherer Entfernung zog er den Stift aus der Handgranate und warf sie in Richtung der bisher noch recht ahnungslos herumstehenden Soldaten. Panische Schreie, ein lauter Knall. Cooper zückte seine Knarre und bewegte sich auf die Rauchwolke zu. Ein schwer Verletzter humpelte davon. Er erledigte ihn mit einem präzisen Kopfschuss. Konnte man nicht gebrauchen, dass der seine Leute vorwarnte. 

Dog Meat neben ihm bellte kurz auf, schien dann aber zu bemerken, dass die Gefahr vorüber war und folgte ihm weiter. Der Weg führte über einen kleinen Hügel, hinter dem sich ein weitläufiges Tal erstreckte – gefüllt von diesen römisch gekleideten Spinnern. Er holte sein Fernrohr heraus, um die Lage genauer auszukundschaften. Was ihn stutzen ließ, neben einem gekrönten Caesaren saß ein Stück weiter, nur von einem nicht allzu hohen Wall getrennt, ein weiterer Caesar auf einem Thron. Selbst in diesem Mikrokosmos schien es also Spannungen um die Herrschaft zu geben. Sein Blick blieb an einem der aufgestellten Holzkreuze hängen und der blauen Uniform, die zwischen den ganzen Erdtönen deutlich hervorstach. 

“Na, wie läuft’s so bei dir, Lucy MacLean?”, feixte er. Sie war ans Kreuz fixiert wie Jesus höchstpersönlich – was ausgezeichnet zu ihrem ganzen Märtyrergetue passte. Zu ihrem Glück war sie zumindest nur gefesselt und nicht drangenagelt worden. Anders als ihr Vorbild jedoch schien sie mit ihrem Schicksal ganz und gar nicht einverstanden. Sie diskutierte und zeterte unablässig in jede Richtung, ohne dass es jemanden zu interessieren schien. 

“Geschieht ihr recht”, sagte er zu Dog Meat. Dieser hatte neben ihm Platz genommen und schaute ihn an. “Hast recht. Man sollte sie da schmoren lassen.” Er klappte das Fernrohr ein und steckte es zurück in die Tasche. “Also gut. Wollen wir? Dieser Haufen Pulverfässer da in der Mitte sieht ganz vielversprechend aus. Besonders das Undichte.” 

Er nahm seinen Waffelgürtel ab und ließ ihn mitsamt seines Gewehrs zu Boden fallen, begrub das ganze mit dem unverletzten Fuß halbherzig mit etwas trockener Erde und bewegte sich dann ohne Umschweife den Hügel herab. 

“Halt! Stehengeblieben!” Ein Stimmengewirr begrüßte ihn und sofort kamen einige der pseudorömischen Spinner auf ihn zugeteilt- die Speere im Anschlag.

“Hey”, grüßte er und hob beschwichtigend die Arme. “Ihr habt da was, was ich dringend zurück bräuchte.” 

“Bringt ihn zu unserem Kaiser”, befahl einer mit besonders auffälligem Helm. “Er wird entscheiden, wie wir mit ihm verfahren.” 

“Eine Audienz, so so. Ich komme freiwillig mit, versteht sich von selbst”, versprach der Ghoul. Ein besonders mutiger der Soldaten trat an ihn heran und tastete ihn ab. 

“Unbewaffnet”, rief er in die Runde und stieß ihn dann unnötigerweise am Rücken voran. “Na los.” 

Sie führten ihn ein Stück über den Platz und Cooper begann ein Gespräch. 

“Ihr habt euch hier ja ordentlich was aufgebaut, was? Wo habt ihr die Kostüme eigentlich her? Museen geplündert?”

“Das sind keine Kostüme, das ist unsere Kleidung”, insistierte einer der Legionäre ungehalten. 

“Und ihr habt also nen Kaiser… und wer ist der Typ auf der anderen Seite des Walls?”

“Ein Hochstapler“, wurde ihm pikiert erklärt.

“Ich seh schon. Ihr seid hier auch deutlich besser ausgestattet, was?”

“Wir stehen auf der richtigen Seite.”

“Sieht wohl so aus. Kann ich mir ne Kippe anzünden? Oder ein Tabakerzeugnis, wie auch immer ihr es nennen wollt.” 

Der Legionär tauschte Blicke mit seinem Befehlshaber aus und nickte dann. Cooper holte die Schachtel Zigaretten und sein Feuerzeug aus der Tasche. Als er sich den Glimmstängel angezündet hatte, sah ihn eigentlich schon niemand mehr an. Also warf er das offene Feuerzeug unauffällig in Richtung der Fässer. 

Schon im nächsten Moment gab es eine riesige Stichflamme und einen mächtigen Knall. Dog Meat bellte. Und dann ging alles ganz schnell. Pfeile, Wurfgeschosse und Speere flogen über den Wall. Die verfeindeten Legionäre von nebenan waren aufgescheucht worden und die Soldaten waren nun mit dem Chaos beschäftigt statt mit ihm. Das nutzte Cooper, um sich wegzuducken und durch das neu geschaffene Schlachtfeld hinweg in Richtung Holzkreuze zu begeben. 

Lucy, inzwischen wild an ihren Fesseln reißend, bemerkte ihn und starrte ihn mit ihren großen Augen an. 

“Warst du das?”, fragte sie. Statt einer Antwort packte er das Kreuz und trat einige Male kräftig dagegen, sodass es nach hinten umfiel. Anschließend beugte er sich zu ihr herab und löste die Fesseln auf beiden Seiten.

“Das ist einfach unglaublich! Sie wollten mir nicht mal zuhören!”, erklärte Lucy ihre Lage. “Der Caesar kennt nicht einmal seine eigene Bezeichnung und hat sich mit einem anderen verfeindet, der sich ebenfalls als solcher bezeichnet, was zwar durchaus im historischen Kontext Sinn ergibt, aber in Anbetracht ihrer Lage doch ziemlicher Schwachsinn ist.” 

“Wir müssen hier weg”, erwiderte Cooper schlicht.

“Das weiß ich auch”, zischte Lucy und rappelte sich auf. “Die hätten mich ernsthaft am Kreuz verschmähen lassen. Nur weil ihnen die Argumente ausgegangen sind.” 

“Vielleicht wollten sie deine auch einfach nicht hören.”

Ein Geschoss flog direkt an Lucys Ohr vorbei. Sie gab sich ordentlich Mühe, ihre aufsteigende Panik zu verbergen. “Also gut”, sagte sie um Fassung bemüht. „Weg hier. Dort hinten lang.” 

“Nein.” Cooper packte sie am Arm. Als sie den Versuch unternahm, sich ihm entgegen zu stemmen, packte er sie und warf sie sich kurzerhand über die Schulter, was sie mit einem überraschten Aufschrei quittierte. 

“Ich kenne den Weg aber!”, konstatierte sie.

Er antwortete nicht mehr, sondern trug sie stattdessen aus dem Chaos hinaus, die Steigung hinauf, bis sie wieder die Stelle erreicht hatten, an der er seine Waffen gelassen hatte. Alles begleitet von Gezappel und Gezeter ihrerseits. Erst dort stellte er sie zurück auf die Füße und rüstete sich wieder aus. 

“Du solltest mal besser ganz leise sein”, fand er. “Nach dem, was du dir da vorhin geleistet hast.”

Lucy verschränkte die Arme vor der Brust. 

“Ich stehe hinter meiner Entscheidung, Menschen zu retten.

„Schon klar. Hat die Schlampe dich ausgeraubt und ausgeliefert, nachdem du dein letztes Stimpak an sie verschwendet hast?”

“Sie hat mich stehen lassen”, räumte Lucy ein. „Humaner als alles was du je getan hast. Und du hattest es verdient. Nachdem du diesem Schwerverletzten einfach in die Schulter gebissen hast wie so ein…” bei der Erinnerung verzog sich ihr Gesicht. 

“Wie ein Ghoul?”, beendete er ihren Satz. “Wir sollten weiter.” Er nickte in Richtung des schmalen Weges links von ihnen. 

Sie seufzte, folgte ihm aber. 

“Weißt du”, sagte sie nach einem Moment. Die wunderbare Stille, die nur von entfernten Schreien und Schüssen untermalt gewesen war, hatte just wieder ein Ende. Er rollte innerlich mit den Augen. Sie konnte wirklich nie die Klappe halten. Dabei wäre es gerade besser für sie. Er war noch immer angepisst. 

“Diese Frau hat Hilfe gebraucht. Genau wie ihr Begleiter. Du hättest die beiden einfach dort sterben lassen. Oder schlimmer noch, aufgefressen, wenn sie nicht vergiftet gewesen wären. Und dann benutzt du sie noch als menschliches Schutzschild? Du kannst doch nicht ernsthaft glauben, dass ich mir das mitansehe und dir noch den Rücken stärke. Wenn ich dir keine Lektion erteile, lernst du ja nie aus deinen Fehlern.”

Er blieb abrupt stehen. “Lernst du denn je irgendwas? Du denkst immer noch, du könntest der Welt hier draußen, von der du einen Scheiß verstehst, deinen moralischen Kompass überstülpen. Und was hat’s dir gebracht? Ne Kreuzigung. Wäre ich nicht gewesen, würdest du da oben immer noch hängen. Und das, bis du langsam und qualvoll verendest. Organversagen durch Flüssigkeitsmangel ist nicht gerade ein angenehmer Tod.” 

Sie stemmte die Hände in die Hüften. “Es ist nicht meine Schuld, dass niemand mir zuhören will. Hier sind alle nur Menschen wie dich gewohnt, das ist doch die Wurzel allen Übels!”

“Menschen”, wiederholte er amüsiert. 

“Ich weigere mich, das anders zu bezeichnen. Selbst bei dir.” 

“Das klang vorhin aber noch ganz anders”, bemerkte er. Sie schwieg betreten. 

“Du würdest noch mit dem Kopf durch die Wand rennen, selbst wenn es dir den Schädel spaltet. Ist verdammt gefährlich, wenn du mich fragst. Und du bist ja aus dem Vault gewohnt, mit deiner Masche durchzukommen. Von vorne bis hinten verwöhnt. Aber nach Monaten hier draußen müsste sich doch langsam mal zumindest ansatzweise ein Lerneffekt einstellen.”

“Ich lerne sehr viel über die Welt hier draußen, die Menschen darin und wie die Moral unter den falschen Umständen verroht. Abgesehen davon bin ich überhaupt nicht verwöhnt! Nur weil mein Vater mich liebevoll aufgezogen und mir die richtigen Werte vermittelt hat!” 

“Die er ja bestens selbst umsetzt.”

Sie schluckte. “Es ist wahr. Er ist ein anderer Mensch, als ich dachte… sehr anders. Aber fest steht, dass an meiner Erziehung nicht das geringste zu beanstanden war.” 

“Hm”, machte er. Sie blinzelte verärgert. Davon ließ er sich jedoch nicht beirren.

“Ab und zu hätte er dir ruhig mal gründlich den Hintern versohlen können. Dann wärst du jetzt vielleicht nur halb so vorlaut.” 

Empört schnappte sie nach Luft. “Was ist das denn für eine Frechheit! Und chauvinistisch obendrein! Nur weil ich eine Frau bin…”

“Nein. Weil du ne verdammte Göre bist”, murrte er. “Ne Lektion gehört hier nur einem erteilt und zwar dir.”

Instinktiv wich sie einen Schritt zurück. “Das wagst du nicht!”, warnte sie. 

Eigentlich hatte er gar nichts vorgehabt, aber ihre Abwehrhaltung brachte ihn jetzt schon auf Ideen. 

“Was soll ich sagen, ich bin ein skrupelloser Kerl”, sagte er nonchalant. 

“Körperliche Strafen sind nicht nur veraltet, sondern auch absolut sinnlos! Sie bringen keinerlei pädagogischen Mehrwehrt”, erklärte sie aufgebracht. Das brachte ihn glatt zum Grinsen. 

“Sollen wir das mal testen?” 

Noch ehe sie einen weiteren Widerspruch ausformulieren konnte, hatte er sie am Oberarm gepackt, zog sie näher heran und gab ihr mit der behandschuhten Hand einen kräftigen Klaps auf den Allerwertesten. Lucy quittierte dies mit einem überraschten Quieken. 

“Aufhören!”, befahl sie und goss damit nur Öl ins Feuer. Er holte aus und ließ einen weiteren Schlag folgen. Ihr Schmerzlaut und das Zucken ihres Körpers verschafften ihm einiges an Genugtuung. Also schmetterte er die Hand noch einige Male fest und rasch auf den eng anliegenden Stoff ihres blauen Overalls. 

“Das ist wirklich … ah… un.. autsch… fassbar! Nur weil dir… mhm.. die Argumente ausgehen, musst du… aua… zu solchen Mitteln… au… greifen?” protestierte sie lautstark. 

“Ich hätte noch ne Menge Argumente. Aber das hier fühlt sich gerade viel effektiver an.” Er gönnte sich noch einen Schlag auf jede Pobacke und ließ sie dann los. Lucy stolperte ein Stück nach vorne, legte verstohlen eine Hand auf ihren Hintern. Ihre Augen glühten vor Zorn. 

“Das war wirklich unnötig!” 

“Sehe ich anders”, erwiderte er. “Eigentlich hättest du ne richtige Tracht Prügel verdient, aber ein zartes Pflänzchen wie du ist ja schon von den paar Klapsen fix und fertig.” 

“Das ist überhaupt nicht wahr. Das hat mir nicht das geringste bisschen ausgemacht. Ich fand es unverschämt, das ist alles.” 

Cooper legte den Kopf ein wenig schief. Sie konnte es einfach nicht lassen. Da juckte es einem echt in den Fingern.

“Sollen wir also weitermachen, ja?”, fragte er obligatorisch. 

“Nein!”, rief sie empört aus. “Bewiesen hast du damit allerdings gar nichts. Nur, dass du ein unzivilisierter Grobian bist. Meine Meinung wirst du dadurch bestimmt nicht ändern.” 

Er hob eine seiner nicht vorhandenen Brauen. Sie sollte es eigentlich besser wissen, als ihn so herauszufordern. Er hatte sie schon in einen See getaucht, sie in Fesseln hinter sich her geschleift und ihr einen Finger abgeschnitten. Was genau ließ sie glauben, dass er das hier weniger konsequent durchziehen würde? 

“Wollen wir doch mal sehen.” Er öffnete seinen Gürtel, zog ihn aus der Hose und nahm ihn doppelt. 

“Oh nein. Nein, nein, nein”, sagte Lucy schnell und wurde erst blass, dann rot. Er packte sie und zog sie in Richtung eines Felsvorsprungs, auf dem er Platz nahm, dann zog er sie ohne Umschweife über seinen Schoß. Sie war leicht wie eine Feder und ihre Gegenwehr fühlte sich an, wie von einer Fliege attackiert zu werden.

“Das machst du nicht!”, warnte sie noch, da holte er aus und ließ das Leder einmal quer über ihre Backen schnalzen. 

“Offensichtlich doch, was?” Sie schnappte noch nach Luft, da wiederholte er das Prozedere. Sie strampelte, was das Zeug hielt und versuchte bald, mit ihrer rechten Hand ihren Po zu schützen. Mit der freien Hand packte er ihr Handgelenk und fixierte es auf ihrem Rücken. 

“Nicht!”, rief sie aus, entsetzt über die nächsten paar Hiebe aufquiekend. Unter ihrem hautengen Anzug wurde ihr bestimmt allmählich mächtig warm. Jedenfalls bewiesen das die Schweißperlen auf ihrer Stirn. 

“Auaa!”, quittierte sie langgezogen die Strafe mit dem scharf aufgebrachten Gürtel. “Das ist gemein.” So allmählich wurde sie wohl kleinlauter. Das war für ihn nur der beste Beweis, dass er gerade alles richtig machte. Der Gürtel flog durch die Luft und das Leder klatschte wieder und wieder auf ihre im Takt tanzenden Pobacken. 

“Das ist… absolut… ah… nicht… au… in Ordnung, weißt du das?”, begehrte sie noch einmal auf, war dann aber offensichtlich zu sehr mit ihrem Schmerz beschäftigt, als dass ihr weitere Argumente eingefallen wären. 

Sie schnappte nach Luft, seufzte, autschte und zuckte bei jedem gezielt aufgebrachten Schlag heftig zusammen.  Er hätte schon viel früher hierauf kommen sollen. Das war nicht nur eine absolute Genugtuung, es schien entgegen ihrer Meinung ausgezeichnet zu wirken. Endlich hatte sie mal nichts mehr rumzutönen. 

“Aufhören!”, schrie sie schließlich, als er den Ansatz ihrer Oberschenkel besonders gründlich zu bearbeiten begann. 

“Wie sagt man? Ich dachte, Daddy hätte dir so gute Manieren beigebracht.”

“Oh… duuu…” Sie trommelte mit den Stiefelspitzen auf den Boden. 

Hm. Sie hatte wohl noch immer nicht genug. Also gab es noch ein gutes Dutzend Hiebe, schnell und gnadenlos aufgebracht. Inzwischen standen Lucy die Tränen in den Augen. 

“Bitte, okay… bitte, es reicht!”, rief sie aus. 

“Klingt ja fast nach Einsicht”, zog er sie auf. Er warf den Gürtel beiseite. Den Rest schaffte er auch ohne. “Sind wohl doch nicht so verkehrt, meine Methoden.”

Sie lunste über die Schulter und starrte das Stück Leder mit einer gewissen Verachtung an. 

“Ich kann moralisch nicht zustimmen”, sprach sie betont selbstbewusst. Er gab ihr eins mit der flachen Hand hinterher. Lucy kniff die Augen zu und jammerte leise. 

“Echt schade für den hier”, erklärte er und setzte gleich noch einen Hieb nach. 

“Okay!”, rief sie schrill. “Okay, okay… es ist genug.” 

“Also hast du deine Lektion gelernt?” 

“Dass du brutal und fies bist?”, murmelte sie. Klang fast nach einem Schrei nach mehr, aber eigentlich wollte er sie sowieso nur aufziehen und nicht wirklich was raushaben. 

“Das kannst du dir auch hinter die Ohren schreiben, so ist es.” Mit einem letzten, gezielten Klaps löste er den Griff und Lucy kletterte eilig von seinem Schoß herunter. Mit wackeligen Beinen richtete sie sich auf und rieb sich das malträtierte Körperteil hemmungslos. Der Trotz in ihrem Blick erinnerte ihn nun wirklich an seine Tochter, wenn sie mal keine Süßigkeiten bekommen hatte. Was zugegebenermaßen ziemlich selten vorgekommen war. Scheiße. Das waren echt keine Gedanken, die er gerade haben wollte. 

Der Ghoul stand gemächlich auf, klopfte sich den Dreck von der Kleidung und zog den Gürtel wieder durch die Schlaufen seiner Hose. 

Lucy war bereits ein Stück voraus gegangen, Dog Meat setzte sich in Bewegung, als auch er es tat. 

Eine ganze Weile lang marschierten sie so voran, ohne dass jemand ein Wort gesagt hatte. Als es schon dämmerte, drehte sich Lucy schließlich zu ihm um.

„Übrigens… Danke.”

“Gern geschehn”, sprach er schadenfroh, auch wenn er natürlich wusste, dass sie ganz sicher nicht die saftige Tracht Prügel meinte. 

“Für die Rettung”, stellte sie mit todernster Miene klar. 

“Mhm. Schon gut”, erwiderte auch er jetzt ohne Humor in der Stimme. Sie schaute unter sich. 

“Wir sollten bald ein Nachtlager aufschlagen. Es wird dunkel.” 

“Machen wir”, erwiderte er und fühlte sich zum ersten Mal heute so wirklich entspannt. 

p.s.: Übrigens hat auch Alt_Cor die beiden ebenfalls in einer Spankingzeichnung verewigt, die gibt es aber nur auf SubstribeStar für zahlende Mitglieder zu sehen, daher habe ich sie hier nicht einfügen können.

Hinterlasse einen Kommentar