Beschwerlicher Heimweg (Miniatur)

a/n: Welcome back! Mit meiner gar nicht mal so kurzen Miniatur. Hier ist die Grundgeschichte mal wieder eine, die durch die Erzählung von jemandem meine Phantasie ins Rollen gebracht hat. Und zwar hat mir jemand von einem etwas älteren Kaliber so in etwa diese Geschichte als Schwank aus der Jugend erzählt. Bis zu dem Part nachdem sie die Haustür erreicht, den hat sich dann mein Spankingautorengehirn dazugedichtet 😀 Viel Spaß damit! Und sorry für die lange Pause, ab jetzt wird es hier wieder regelmäßiger. Hoffe, ihr habt mich ein wenig vermisst 😉

Susanne fror. Und das ganz gewaltig. Sie zog das viel zu dünne – aber dafür wirklich schicke-  Lederjäckchen fester um ihren Körper und studierte nun bestimmt zum fünften Mal den Fahrplan der Straßenbahn, als würde dieser ihr beim erneuten Studieren ein anderes Ergebnis anzeigen. 

Aber es half nichts. Die letzte Bahn hatte sie verpasst. Verflixt! Was machte sie denn jetzt? 

Die Fete bei Gabi war der Brüller gewesen. Aber sie hatte über all den Spaß die Zeit vergessen und als sie schließlich beim Blick auf die Wanduhr erschrocken aufgesprungen war, hatte sich Peter freundlicherweise bereit erklärt, sie auf seinem Mofa hierher zur Haltestelle zu fahren. Der Abschied war allerdings in der Aufregung etwas hastig ausgefallen und sie hatte sich nichts gedacht, als die Straßenbahn auf dem Weg an ihnen vorbeigedüst war. Hätte sie mal gewusst, dass da gerade ihre letzte Möglichkeit, heute noch nach Hause zu kommen, vor ihren Augen in der Nacht verschwunden war!

Was für ein Mist! Es war dunkel, es war kalt und sie stand hier mutterseelenallein an einem Wartehäuschen in der Innenstadt, mit nichts als ein paar Mark in der Tasche. 

Für ein Taxi reichte das nicht, für einen Anruf nach Hause allemal. Irgendwo gab es bestimmt eine Telefonzelle. Aber den Ärger, den das gäbe, wenn sie ihre Eltern jetzt mitten in der Nacht aus dem Bett klingelte, damit sie sie abholten, wollte sie sich gar nicht ausmalen. Gabis Nummer hatte sie nicht im Kopf. Und sowieso sollte sie nach Hause. Im besten Fall könnte sie sich reinschleichen und ihre Eltern würden gar nicht mitbekommen, wie spät sie nach Hause gekommen war. 

Susanne überlegte. Bis zu ihrer Heimatstadt waren es wohl um die 10 Kilometer. Nicht unmöglich zu Fuß zu erreichen. An Wandertagen hatte sie schon weitere Strecken hinter sich gebracht. Auch wenn das so ganz allein im Dunkeln schon eine andere Angelegenheit war. 

Aber was half es? Sobald der Entschluss gefasst war, hatte sich Susanne auch schon selbst überzeugt, dass sie das schaffen würde. Also machte sie sich kurzentschlossen auf den Weg. 

Die erste halbe Stunde ging das eigentlich noch ganz gut. Durch die Straßenlaternen war der Weg gut beleuchtet und sie folgte mit einer Entschlossenheit, die sie sich selbst einredete, der Straße. Erst am Ortsende, als sie gar nicht mehr so sicher war, ob auf diesem Weg überhaupt noch Fußgänger erlaubt waren, wurde ihr richtig mulmig. Dennoch zögerte sie nicht und lief stur weiter. Hier und da kam ein Auto von hinten angerast und sie hatte nicht wirklich die Möglichkeit, auszuweichen, also hielt sie sich so weit rechts, wie es noch einigermaßen sicher war, ohne die Böschung hinter der Absperrung hinunterzufallen. 

 Es ging ein Stück bergauf und gerade, als sie bemerkte, dass sie auf einer Brücke stand, wurde der Wagen neben ihr langsamer. Es war ein moosgrüner Käfer und für einen Moment fragte sich, ob dem das Gas ausgegangen war, da bemerkte sie im Augenwinkel, wie das Fenster heruntergekurbelt wurde. 

“Mädchen, was machst du denn da?”, hörte sie die tiefe, aber freundliche Stimme eines Herren. Als sie den Kopf drehte, konnte sie hinter dem Steuer einen Mann um die 50 ausmachen. Sie wollte beinahe schon weitergehen, ohne ihm zu antworten, doch er wirkte auf Anhieb Vertrauen erweckend, sodass sie es nicht über sich brachte.

“Ich geh zu Fuß, sieht man doch!”, erwiderte sie dennoch ein wenig schnippisch, um zu demonstrieren, dass sie nicht auf den Kopf gefallen war.

“Auf der Landstraße?”, fragte er und das Entsetzen in seiner Stimme klang aufrichtig.

“Ich hab die letzte Straßenbahn verpasst”, gab sie nun doch etwas kleinlaut zu.

“Ach herrje. Und da gehst du zu Fuß? Wo willst du denn hin?” 

Susanne presste die Lippen aufeinander. Das konnte sie doch einem Fremden unmöglich sagen, oder? 

“Nach Hause” sagte sie schnell und fügte dann bei seinem besorgten Blick doch ehrlich hinzu: “Nach Rehhausen.”

“Du willst von hier nach Rehhausen zu Fuß? Um diese Zeit?”, fragte er nun erst recht fassungslos. “Mädchen, dich fährt auf dem Weg dahin noch einer tot.” 

Sie schaute ihn unglücklich an. Da hatte er sicher einen Punkt, aber was blieb ihr jetzt noch übrig?

“Ach was mach ich bloß mit dir”, murmelte der Herr unglücklich in sich hinein. “Ich weiß ja, man steigt nicht einfach zu einem Fremden ins Auto. Aber ich kann dich doch unmöglich so weitergehen lassen. Ich hab eine Tochter in deinem Alter, wenn ich mir das ausmale…” 

„Nein, das geht nicht”, stellte auch Susanne kopfschüttelnd fest. “Meine Eltern würden mir den Kopf abreißen.” 

“Das würden sie sicher auch, wenn sie wüssten, dass du im Dunkeln auf einer Brücke ohne Gehweg entlang spazierst”, merkte der Fremde an. “Soll ich in die Stadt zur Polizeistation fahren?” Das schien eher eine ehrliche Frage als eine Drohung zu sein, dennoch zog sich in Susanne alles zusammen, als sie das hörte.

Sie schüttelte hektisch den Kopf. “Bloß nicht!” 

“Ja aber ich kann dich doch nicht hier lassen. Also, ich mach jetzt kehrt und geb auf dem Revier Bescheid.“

In Susannes Kopf ratterte es. Sie fror wie verrückt und die Aussicht, von einem Streifenwagen heimgefahren zu werden, war noch schrecklicher als jede vorherige. 

“Nein, nein. Dann fahren sie mich eben heim”, seufzte sie. 

Erleichtert öffnete er die Beifahrertür und sie schlüpfte mit einem mulmigen Gefühl hinein und setzte sich. 

“Kurbel das Fenster ruhig wieder hoch, ich dreh die Heizung auf. Du zitterst ja”, merkte der Fremde an. “Ich bin Herr Baumann.” 

“Susanne Friedrich”, erwiderte sie und reichte ihm die ausgestreckte Hand. 

“Guten Abend, Susanne. Na dann bringen wir dich mal rasch nach Hause.” Herr Baumann startete den Motor und fuhr an.

Er gab sich auf dem Weg alle Mühe, ein ungezwungenes Gespräch mit ihr zu führen, doch je näher sie Rehhausen kamen, desto komischer wurde Susanne zumute. Sie musste irgendwie verhindern, dass ihre Mutter die Wahrheit erfuhr. Die war ohnehin nicht begeistert gewesen, sie so lange fortgehen zu lassen und sie hatte ihr hoch und heilig versprechen müssen, mit spätestens der letzten Bahn nach Hause zu kommen. Susanne hatte noch nicht oft in ihrem Leben Prügel kassiert, aber wenn doch, war es jedes Mal sehr eindringlich gewesen. Spätestens wenn Herr Baumann sie zuhause absetzen würde, hätte ihr Stündlein geschlagen, da war sie sicher. Also musste sie das mit allen Mitteln verhindern. Nur hatte sie die Ahnung, dass das nicht so leicht werden würde. 

Als sie das Ortseingangsschild passiert hatten, lotste Susanne ihren unverhofften Fahrer, bis sie schließlich ihre Straße erreichten.

“Sie können mich hier schon rauslassen”, erklärte sie möglichst unbekümmert. 

“Nichts da”, wehrte Herr Baumann sofort ab. “Ich habe keine Ruhe, bis ich dich nicht sicher zuhause weiß. Und ich möchte deinen Eltern die Lage erklären. Nicht, dass deine Eltern am Ende noch denken, ich hätte sonst was im Schilde geführt.”

“Meine Eltern schlafen schon längst”, behauptete Susanne hastig. 

“Lass mich dich wenigstens zur Haustür begleiten”, schlug Herr Baumann freundlich vor. Was also blieb ihr übrig? Kreuzunglücklich wie sie war, ließ sie sich also von ihm bis vor ihre Haustür fahren.

“Siehst du!”, rief Herr Baumann aus. “Es brennt ja noch Licht. Da kann ich sicher kurz mit deinen Eltern sprechen.” Er hielt den Wagen an und Susanne kletterte ohne jede Eile heraus. 

Noch bevor sie die Türschwelle erreichten, hatte ihre Mutter bereits die Haustüre aufgerissen.

“Guten Abend, Frau Friedrich”, grüßte Herr Baumann freundlich. 

“Guten Abend”, erwiderte diese sichtlich irritiert. “Darf ich fragen, wer Sie sind?”

“Aber sicher doch.” Er reichte ihr die Hand. “Baumann mein Name.”

Susanne blieb mit einigen Schritten Abstand von dem Geschehen stehen und musste mitansehen, wie die Miene ihrer Mutter sich von Wort zu Wort des freundlichen Herren sichtlich verfinsterte. Dennoch bedankte sie sich höflich und versicherte ihm, dass er nichts als das Richtige getan hätte. 

“Keine Ursache. Ich bin selbst Vater, wissen sie. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wenn meiner Tochter so etwas passieren würde…” Er klopfte Susanne aufmunternd auf die Schulter. “Dass du so etwas aber nie wieder tust.”

“Sicher nicht”, piepste Susanne. Ihre Stimme klang ihr selbst ganz fremd und sie hatte einen dicken Kloß im Hals. 

“Es ist spät, aber möchten Sie noch auf eine Tasse Tee hereinkommen?”, fragte ihre Mutter.

“Ach nein, es ist nicht weit bis zu mir nach Hause und meine Frau wartet sonst noch mit dem Nudelholz auf mich”, lachte Herr Baumann.

Susanne dachte nur beklommen, dass hier sicher nur einer Person eine gesalzene Tracht Prügel drohte und das war sie selbst. 

“Na das verstehe ich. Vielen Dank noch einmal, Herr Baumann. Wie schön zu sehen, dass es noch anständige Menschen gibt.” 

“Keine Ursache. Ich wünsche noch eine angenehme Nacht.”

“Die wünsche ich auch. Na los, Susanne, ab ins Haus mit dir! Du holst dir ja noch den Tod in der Kälte.” 

“Danke, Herr Baumann. Auf Wiedersehen”, brachte Susanne hervor und schlurfte dann wohl oder übel ins Haus. Kaum war die Tür hinter ihr geschlossen, ließ das erwartete Donnerwetter auch nicht lange auf sich warten. 

“Bist du eigentlich von allen guten Geistern verlassen, Susanne?!”, schimpfte ihre Mutter los. “Mitten in der Nacht auf der Straße herumzuspazieren, was hast du dir bloß gedacht?”

“Was hätte ich denn machen sollen!”, gab Susanne nun aber trotzig zur Antwort, auch wenn sie wusste, ihr würde das nicht gerade helfen. 

“Ich dachte eigentlich immer, keinen Dummkopf großgezogen zu haben! Wieso zum Teufel bist du denn nicht zurück zu Gabi gegangen und hast von dort aus angerufen?” 

“Naja… das wäre auch ein ganz schöner Weg gewesen”, erklärte Susanne ausweichend. 

“Weiter als von der Stadt hierher? Du willst mich wohl aufs Kreuz legen! Ich weiß genau, was los war. Du wolltest keinen Ärger bekommen, weil du die Zeit vertrödelt hast. Weißt du was? Nun ist hier aber erst richtig was los, junges Fräulein!” 

Susanne hob die Stimme zu einem Widerwort, da packte sie die Mutter auch schon am Ohr und zog sie hinter sich her in die Küche. Ihr schlug das Herz bis zum Hals. Das würde für sie und ihr armes Hinterteil sicher kein gutes Ende nehmen. 

“Hosen runter, aber ein bisschen plötzlich!”, wies ihre Mutter streng an. Als Susanne zögerte, gab sie ihr im Stehen ein paar hintendrauf. Sie quietschte erschrocken. 

“Ich sag’s nicht nochmal!”

“Ist gut!”, rief Susanne schnell aus. Die handfeste Erinnerung an das, was nun geschehen würde, hatte schnell gewirkt. Sie knöpfte ihre Bluejeans auf und zog sie mit einem Ruck herunter bis zu den Kniekehlen.

“Den Schlüpfer kannst du gleich mit ausziehen, heute gibt’s den Blanken voll, Fräulein. Das hast du dir redlich verdient.”

Susanne schluckte und ließ die Unterhose also folgen. 

“Leg dich über den Tisch, ich hol eben den Teppichklopfer.” 

Das war ja schlimmer als gedacht! Mit dem Klopfer war sie erst einmal verhauen worden und das war ihr noch lange in Erinnerung geblieben. Auch ihrem armen, gepeinigten Hosenboden. Während ihre Mutter in die Speisekammer davon rauschte, blieb sie unschlüssig stehen. Leider war sie viel schneller zurück, als Susanne lieb gewesen wäre, in der Rechten dieses grässliche Ding, mit dem sie Mutter schon einige Male den Staub aus den Teppichen hatte klopfen sehen. 

“Du liegst ja immer noch nicht! Wird’s bald?” Mit diesen Worten gab ihre Mutter ihr den ersten Vorgeschmack durch einen wütenden Hieb auf beide Backen. Susanne trollte sich und legte sich nun wohl oder übel auf den Küchentisch. Die kühle Wachsdecke unter ihrem Becken machte ihr bewusst, wie schutzlos sie hier nun lag. 

“Fünfundzwanzig!”, verkündete ihre Mutter ohne jeden Witz in der Stimme. “Das wird dir hoffentlich eine Lehre sein.” 

Susanne wusste nicht, wie viel Hiebe es bei der letzten Tracht Prügel gewesen waren, doch allein der Klang dieser verheißungsvollen Worte machte ihr zu schaffen. Und schon von dem einen Hieb brannten ihre Backen ein wenig. Das würde sicher kein Zuckerschlecken werden. 

Sie kniff die Augen zusammen, da hörte sie das Rauschen des Rattans und vernahm im nächsten Moment den Schmerz. “Au!”, stieß sie aus. 

“Ja, es soll ja auch weh tun, dafür sind Prügel da”, erklärte ihre Mutter und ließ die nächsten Hiebe in rascher Abfolge folgen. 

Das zwiebelte ordentlich! Susanne hatte einige Mühe, auf dem Tisch liegen zu bleiben und klammerte sich daher seitlich an den Tischkanten fest. ‘Jetzt liege ich hier wie ein verhauener Seestern!’, dachte sie beschämt.

Als die Mutter eine kleine Pause machte, fraß sich das gemeine Brennen erst richtig in ihre Backen. Sie widerstand dem Drang, nach hinten zu greifen und zu reiben- nicht zuletzt, weil sie da beim letzten Mal was auf die Finger bekommen hatte. 

“Bei Nacht und Nebel läufst du auf der Straße herum! Du kannst nur froh sein, dass Herr Baumann dir ausgeholfen hat!”, begann ihre Mutter nun wieder damit. Im nächsten Moment schon setzte sie die strenge Bestrafung fort, diesmal etwas gemächlicher.

Immer war es dasselbe, dieses gemeine Geräusch des Klopfers, dann der Schmerz, quer über beide Backen, die nun schon erheblich juckten und brannten. 

“Es tut mir leid!”, rief Susanne aus, als ihre Mutter den Klopfer sinken ließ. “Ich werd’s nicht wieder tun!” 

“Das will ich dir auch nicht geraten haben. Aber um die letzten Fünf kommst du trotzdem nicht herum. Das schadet dir aber ohnehin nicht und so merkst du es dir besser.”

Susanne verfluchte sich selbst, dass sie im Kopf nicht mitgezählt hatte. Es tat schon so schlimm weh, keinesfalls wollte sie noch weiter verhauen werden.

“Mutti, bitte, es ist doch genug!”, flehte sie und linste über die Schulter. 

“Genug ist es, wenn du deine Fünfundzwanzig erhalten hast”, beschloss ihre Mutter ernst und gab ihr dann mit voller Wucht und Geschwindigkeit, was sie versprochen hatte.

Susanne heulte und schrie, was das Zeug hielt, da war es auch schon vorbei. Für ihren geschundenen Hintern jedoch nicht, der brannte und pochte, was das Zeug hielt. Schwerfällig stellte sie sich zurück auf die Beine. 

“Ab auf dein Zimmer mit dir!”, befahl ihre Mutter. “Und sei froh, dass Vati auf der Arbeit ist, der hätte dir noch ein paar ganz andere Takte erzählt!” 

Susanne schniefte leise und zog mühsam die Hosen wieder hoch. Die kratzige Jeans hinterließ ein unangenehmes Gefühl auf der wunden Haut. Doch immerhin klang es danach, als würde ihre Mutter den Vater nicht einweihen wollen. Auweih, das gäbe gleich nochmal ein Donnerwetter…

Ihre Mutter sah ihr verheultes Gesicht und legte nun doch den Klopfer beiseite, um sie einmal fest in den Arm zu nehmen.

“Das tust du mir nicht wieder, hörst du?”, flüsterte sie dabei.

“Nein, Mutti, versprochen. Hoch und heilig.” Susanne ließ sich die Tränen aus dem Gesicht wischen und schenkte ihrer Mutter sogar ein kleines Lächeln, ehe sie beschämt in ihr Zimmer huschte. 

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