22. Reitstunde (Der Privatlehrer)

Die Sonne strahlte noch hell vom Himmel, obwohl der Abend bereits anbrach. Es war inzwischen unglaublich warm geworden. Josephine trug ein leichtes Sommerkleid, umso mehr spürte sie unter den dünnen Stoffschichten nur allzu schmerzlich die vorangegangene Züchtigung. 

Ausgerechnet heute – und das hatte sie unter all dem Stress bereits vollkommen verdrängt- sollte die erste Reitstunde mit Mademoiselle Laperte stattfinden. Josephine hatte nicht die leiseste Idee, wie sie sich heute noch in einen Sattel schwingen sollte, doch einer sprunghaften Dame wie Natalie wollte sie sicher nicht kurzfristig absagen. Beim letzten Aufeinandertreffen war sie zwar deutlich netter gewesen, doch das fühlte sich mehr als alles einfach nur unberechenbar an. 

Sie brauchte gefühlte Ewigkeiten bis sie endlich die Ställe erreichte. Dort lief bereits ein neuer Stallbursche eifrig von A nach B, ein Kind fast noch. Josephine hatte gar nicht mitbekommen wie er eingestellt wurde. Natalie stand in einem der abgetrennten Bereiche und striegelte ihren Rappen Maurice. 

„Guten Nachmittag, Mademoiselle“, grüßte Josephine höflich und machte einen kleinen Knicks. Die kühle Schönheit bemerkte sie und lächelte herzlich, was wirklich einen ungewohnten Anblick darstellte.

„Da bist du ja, Kindchen. Warum denn so förmlich?” Sie trat auf sie zu und küsste ihr zärtlich beide Wangen. Alice hatte Josephine schon so manches Mal auf die gleiche Weise geküsst. Aber das hatte sich niemals so seltsam angefühlt. Unwillkürlich musste sie an den Kuss vom Vortag denken und wurde ein wenig rot. 

“Hübsch siehst du aus”, säuselte die Französin und zog ihr eine ins Gesicht fallende Locke gerade. Das konnte sich Josephine nicht vorstellen. Sie hatte nur Stunden zuvor vor Schmerzen und Scham derart heftig geheult und sie wusste, das war ihrem Gesicht noch anzusehen. “Naja”, murmelte sie daher. 

“Hol das Pferd, mit dem du reiten willst. Wir fangen gleich an”, befahl Mademoiselle Laperte dann plötzlich direkt wieder in dem üblichen, strengen Tonfall. Josephine nickte und machte sich auf den Weg. Sie wusste noch immer nicht, wie sie sich auf den Sattel setzen sollte, aber sie würde wohl improvisieren müssen wenn es so weit war. Jeder Schritt, den sie vor den anderen machte, schmerzte bereits unglaublich. John hatte sie wirklich hart rangenommen. Sie seufzte tief. Wenigstens hatte es noch einen Abschiedskuss gegeben, wenn auch nur einen kleinen. Er ließ sie wirklich am ausgestreckten Arm verhungern. 

“Hey” begrüßte Josephine sanft die weiße Stute, die sie mit 10 Jahren auf den Namen Blueberry getauft hatte. Sie streichelte ihren Hals und das Pferd schnaubte leise. Sie war wirklich ein liebes Tier, ruhig und geduldig. Josephine griff sie am Halfter und führte sie aus der Box heraus. Prompt stand der neue Stalljunge neben ihr.

“Mylady, das kann ich doch für Sie tun.”

“Das ist schon in Ordnung”, erwiderte Josephine schlicht. Sie hatte sich ihr ganzes Leben lang nicht darum geschert, welche Aufgaben man sich als Dame des Hauses schicklicherweise abnehmen ließ. Sie wollte nur dann bedient werden, wenn sie selbst danach verlangte. 


“Aber… bitte, ich kann euch doch…” Er griff nervös an die Zügel und stolperte, zog daran etwas zu heftig, was das Pferd aufschrecken ließ.


“Pass doch auf!”, fuhr Josephine ihn an. “Meine Güte, du bist ein Nichtsnutz. Verschwinde, auf der Stelle!” 

“Mylady, ich…”

“Was hast du an “Auf der Stelle” nicht verstanden?!”, setzte sie verärgert nach.

“Sehr wohl”, murmelte er verstört und machte einen tiefen Diener, ehe er förmlich davon rannte. Also gut, sie hatte Besserung gelobt, versprochen, ihre Bediensteten respektvoller zu behandeln. Doch wenn jemand aus lauter Blödheit ein Tier verletzte oder verschreckte, musste da ja wohl eine Ausnahme gemacht werden.


“Das hast du ja drauf”, hörte sie da plötzlich hinter sich. Sie fuhr herum und sah dort die Mademoiselle stehen, die sie interessiert angrinste. “Du gibst auch gerne mal den Ton an, oui?”

“Oh… also manchmal muss das eben sein” 

“Das sehe ich ganz genau so”, erwiderte Natalie in einem scheinheilig-unbedarften Tonfall. “Wenn jemand sich nicht gut benimmt, soll er das auch zu spüren bekommen.”

Josephine errötete ein weiteres Mal ob der Doppeldeutigkeit. Wie kam es nur, dass jedes Gespräch mit der Französin sich in so eine seltsam anrüchige Richtung entwickelte? 

“Wie ich sehe ist deine Stute schon aufgesattelt. Steig auf, lass uns aufbrechen.”

“Mhm”, machte Josephine. Sie konnte sich eigentlich im Schlaf auf ein Pferd schwingen, sie war zum ersten Mal geritten bevor sie überhaupt laufen konnte. Doch heute, mit den schmerzenden Striemen durch ihre Bestrafung war das kein Pappenstiel. Zögerlich setzte sie den Fuß in den Steigbügel, verzog schon das Gesicht als sich durch das Heben des Beines ihre Pobacken spreizten. Sie drückte sich hoch, behutsam und dadurch mit nicht genug Schwung. Sie spürte dabei genau Mademoiselle Lapertes Blick im Nacken. Seltsamerweise schien sie ihre ungewöhnliche Aufstiegsmethode nicht weiter hinterfragen zu wollen. 

Sie kniff die Augen zu. Um richtig in den Sattel zu gelangen brauchte sie Schwung, daran führte nichts vorbei. Also fasste sie all ihren Mut und ihre Schmerztoleranz und saß mit einem beherzen Ruck auf. Als ihr wundes Hinterteil so rüde auf den Sattel traf, konnte sie einen kleinen, schmerzlichen Aufschrei nicht unterdrücken. Augenblicklich traten ihr Tränen in die Augen. 

Hinter sich hörte sie Hufgeklapper. Als Josephine einen Blick über die Schulter wagte, saß Natalie bereits auf ihrem Rappen auf. Sie lächelte ihr zu, als würde sie nicht bemerken, dass etwas seltsam war.

“Also los”, sprach sie und preschte mit ihrem Pferd los.

“Oh… ja… Moment!” rief Josephine aus, ließ Blueberry eine halbe Umdrehung machen und folgte dann ihrer Reitlehrerin.

Dieser Ritt war… au. Schon als Josephine ihr Pferd und sich vorsichtig in Bewegung setzte, spürte sie, wie schlimm das weh tat. Doch als sie erst in den Trapp wechselte um überhaupt ein bisschen den bereits entstandenen Abstand zwischen Natalie und sich aufzuholen wurde es erst so richtig heftig. 

“Oh mein Gott”, keuchte sie schmerzlich in sich hinein und versuchte den Schmerz wegzuatmen, was nur wenig gelingen wollte. Das war, wie die ganze Züchtigung noch einmal zu erleben. Da diese so heftig vonstatten gegangen war, war eine Wiederholung eigentlich nun gar nicht ratsam. Sie schwitzte furchtbar und das lag bestimmt nicht nur an dem heißen Wetter.

“Miss Laperte!”, rief sie aus. Der Abstand zwischen ihnen wurde  immer größer. “Etwas langsamer, okay?” Ihre Stimme klang so unglaublich verzweifelt und auch ziemlich weinerlich.

“Mademoiselle heißt das!”, rief diese verärgert zurück und wurde gleich noch schneller.

“Verdammt”, keuchte Josephine. Sie hatte gar keine andere Wahl als in den Galopp zu wechseln. “Au…. auauau!”, jammerte sie nicht allzu leise in sich hinein, dieser Ritt war fürwahr eine Tortur.  

Abrupt blieb Mademoiselle Laperte stehen. Sie befanden sich mitten auf einem Feldweg, hinter ihnen das Abbott-Anwesen, vor ihnen der Wald. 

„Reite du vor, mon poussin. Lass uns ein hübsches Plätzchen suchen, ich habe uns ein paar Leckereien einpacken lassen.“

Josephines Sicht war bereits ganz verschwommen vor Tränen, sie fragte sich wirklich, ob die Mademoiselle wohl eine Brille brauchte oder wie es möglich war, dass sie ihr die offensichtlichen Schmerzen nicht aus dem Gesicht oder der Körpersprache ablesen konnte.

“Das… klingt nett”, sprach sie schniefend. Kurz zu stehen war immerhin gerade eine Erholung gegen die Bewegungen, die beim Reiten ihren wunden Hintern quälten. Umso schlimmer, sie wollte nun wenn es nach ihr ginge niemals mehr losreiten. 

“Also?” Natalie sah sie freundlich, aber auffordernd an. Josephine nickte, dann trieb sie ihre Stute an und diese trabte brav erneut los.

“Oh Gott!”, stöhnte sie. Krampfhaft überlegte sie unter Schmerzen, welches Ausflugsplätzchen in ihren Wäldern wohl das nächste war, damit diese Qual zumindest von möglichst kurzer Dauer wäre. Wenigstens konnte sie jetzt das Tempo angeben und auch wenn Mademoiselle Laperte hinter ihr ritt und damit gewissermaßen drängelte, schneller hätte sie beim besten Willen nicht mehr reiten können. 

Nur Minuten später erreichten sie den Wald. Immerhin spendeten die Bäume hier kühlenden Schatten, was der unerträglichen Hitze, die ihr Körper fühlte ein wenig entgegen wirkte. 

“Nett habt ihr es hier”, rief Natalie hinter ihr. 

“Ja” erwiderte Josephine nur knapp. Sie bog auf einen kleinen Trampelpfad, dem sie einen Moment lang im Schritttempo folgten, bis sie eine verborgene kleine Lichtung erreichten. 

“Da wären wir”, murmelte Josephine. Sie hielt Blueberry an und stieg behutsam und sehr langsam von ihrem Rücken. Sie spürte, wie Mademoiselle Laperte sie dabei beobachtete. 

„Hübsch hier… Das hast du schön ausgesucht“ Sie holte eine Decke und ein kleines Körbchen aus der Satteltasche, reichte beides Josephine. 

„Machen wir es uns gemütlich“ 

Josephine wusste nicht genau, warum die Mademoiselle sich nicht selbst darum kümmern konnte, doch allein ihre Anwesenheit flößte ihr Respekt ein. Also breitete sie wohl oder übel mit schmerzlich verzogenem Gesicht die Decke aus. Als sie sich setzte, musste sie feststellen, dass diese kein wirklich ausreichendes Polster für den unebenen und harten Waldboden darstellte, der durch die Hitze ausgetrocknet worden war. 

„Du bist auf Deinem Ross sehr geschickt, Josephine. Ich denke, du brauchst mich kaum als Lehrerin”, erklärte Natalie, während sie mit einer ungezwungenen Anmut neben ihr Platz nahm. “Dennoch bin ich froh, hier zu sein. In anderen Dingen könnte ich dir wirklich gut zur Hand gehen.”

“Ach so”, murmelte Josephine und nestelte an den Gurten des Picknickkorbes. Sie wollte gar nicht so genau darauf eingehen, was diese anderen Dinge wohl sein könnten.

“Heute scheinst du mir ein wenig neben der Spur zu sein. Fühlst du dich nicht wohl, mon poussin?” Mitfühlend strich Natalie über ihre nackte Schulter.

“Oh nun…” Womit sollte sie da nur anfangen. Mit dem Offensichtlichen, ihrem wunden Hinterteil oder dem Ratschlag den sie sich wegen Finnegan einholen wollte? Weil sie keine Lust hatte zu erklären warum ihr der Hintern versohlt worden war, entschied sie sich für Letzteres. 

„Ich weiß nicht, wie viel Sie davon mitbekommen haben, aber Finnegan wird heiraten.“ 

„Oh ja, davon hat er mir erzählt. Dieses süße blonde Hausmädchen. Und weiter?“ 

„Dieses süße Hausmädchen ist meine… Nun, mein Stubenmädchen von Kindesbeinen an.“ 

„Ihr seid einander sehr vertraut“, schlussfolgerte Natalie ganz richtig. Sie legte die Hand auf Josephines Oberschenkel. Manchmal schien es ihr, als würde die Französin jede sich bietende Möglichkeit nutzen um sie zu berühren. 

„Das stimmt. Nur etwas macht mir Sorgen. Finnegan sagte mir, sein Herz sei frei für Alice, doch diese Heirat verbessert seinen Status enorm. Ich weiß nicht ob ich ihm glauben kann, dass er es wirklich ernst mit ihr meint. Er hat immerhin mit Ihnen geschlafen, mehr als nur einmal. Können Sie mir sagen, was Sie darüber denken, Mademoiselle?“ 

„Ich verstehe. Nun, Du hast sicher selbst bemerkt, was für ein stattlicher Bursche Finnegan ist. Er hat genügend Mädchen, die Schlange stehen, um mit ihm den einen oder anderen vergnüglichen Ritt zu wagen.“

Josephine spürte wie die Empörung in ihr wuchs. Das half nun wirklich nicht dabei, sie zu beruhigen. 

„Alice allerdings sollte er treu sein!“, sprach sie vehement. 

„Wenn sie Glück hat, hat er sich die Hörner genügend abgestoßen und es geht ein paar Jahre gut. Der Mensch ist allerdings nicht für die Monogamie geschaffen wenn du mich fragst.“ 

„Das sehe ich ganz anders!“, erwiderte Josephine. „Wenn man den Richtigen trifft, sollte man doch nur noch ihn wollen und jeder andere Mensch auf der Welt wird nebensächlich.“ 

„Anfangs ist das so. Und nach und nach sucht man nunmal doch etwas Neues, ein Abenteuer. Ich selbst wäre da ungern die betrogene Ehefrau… Und jederzeit stattdessen das Abenteuer.“ 

„Auch für Finnegan?“, schluckte Josephine. „Oder sieht er Sie viel mehr als das wirkliche Ziel seiner Sehnsucht?“ 

„Ach nein, Kindchen, ich denke, er hat einfach genau so gerne Spaß wie ich. Als wir zum ersten Mal aufeinander trafen, waren wir beide ungebunden. Wir können die Sache genau so schnell beenden wie sie begonnen hat.“ 

Josephine atmete erleichtert aus. Das klang schon einmal nicht, als würden sich ihre schlimmsten Befürchtungen erfüllen. 

„Allerdings glaube ich doch, er hat ein paar sehr spezielle Bedürfnisse, die ich in ihm geweckt habe und die ihm bei einer anderen Frau durchaus fehlen könnten“, sinnierte die Mademoiselle dann plötzlich. Josephine schluckte. Sie war Zeuge des Geschehens gewesen, sie hatte eine Idee, was Natalie damit meinen könnte. 

„Also, bei seiner süßen Frau könnte er sich all das holen, was sein Herz begehrt und bei mir das, wonach seine Leidenschaft hungert.“ 

„Wenn Alice und Finnegan wirklich heiraten, müssen Sie die Finger von ihm lassen!“, erklärte Josephine vehement. 

„Oh… Ist das etwa ein Befehl?“, Ein dunkles Lächeln umspielt die Lippen der Französin. „Eine Bitte würde ich dir eher anraten. Und dann wäre die Frage… Was bekomme ich dafür?“ Ihre Hand löste sich von ihrem Schenkel, allerdings nur um sich unter ihren Rocksaum zu schieben und sich von dort einen Weg ihre Beine hinauf zu bahnen. 

Josephine zuckte erschrocken zurück.“Was tun Sie denn?!“ 

„Meinen Lohn einholen“, flüsterte sie und rückte wieder heran. „Shshsh… ganz ruhig. Warum denn so schüchtern?“ Ihr Gesicht kam nun Josephines gefährlich nah. Sie spürte, wie ihr heiß und kalt zugleich wurde. 

„Also, ich lasse diesen hübschen Burschen in Ruhe… Und du lässt mich all die verborgenen Schätze erkunden, die du so anständig für deinen Ehemann aufzuheben gedenkst“, erklärte Natalie leise und hauchte einen Kuss auf ihren Kinn. „Schau mich nicht so an. Ich bin eine Frau, ich werde dir nicht gefährlich, huh? Niemand wird je davon erfahren. Ich spüre, du hungerst danach.“ Natalies Hand fuhr rasch und geschickt zwischen ihre Beine. Ihre Lippen legten sich sanft auf Josephines.

Josephine war wie erstarrt. Ihre Gedanken schlugen Purzelbäume. Was tat Natalie da denn nur mit ihr?! Sie waren doch beide Frauen, beim besten Willen wollte ihr nicht in den Kopf gehen, was sie nun mit ihr tun wollte. Dennoch fühlte es sich so sehnsüchtig an, wie wenn ein Mann sie küsste und berührte. Ganz wie die nach Lust hungernden Männer auf den Festen. Wie der Stallbursche. Wie… John. 

Natalie hatte mit den Fingern ihre Mitte erreicht und ließ diese so geschickt kreisen, dass Josephine ganz schwindelig wurde. Dennoch, als dieser eine, gewisse Name in ihre Gedanken sprang, zuckte sie unwillkürlich zurück.

“Shh… ich spüre doch, dass dir das gefällt”, hauchte Natalie an ihr Ohr und rückte gleich wieder näher heran. “Lass es einfach geschehen.”

“Aber ich… wir… was… tun Sie da nur?”, seufzte Josephine. Ihre Stimme klang seltsam angerauht. Ihr Kopf befahl ihr noch immer die Flucht, während ihr Schoß danach schrie, dass Natalie genau mit dem weitermachte, was sie da gerade tat. 

“Ich tue dir etwas Gutes”, erklärte Natalie leise und zog dann ihre Unterhose die Beine herunter, warf sie neben ihnen in das Gras. Josephine schaute dem Stück Stoff mit verschwommenem Blick hinterher. 

“Und… sie lassen dann wirklich Finnegan in Ruhe?” Sie spürte selbst, ihre Worte waren der letzte, klägliche Versuch, ihren eigenen, heftigen Drang nach mehr von genau dieser Sache hier zu rechtfertigen. 

“Oh ja, das verspreche ich hoch und heilig”, schmunzelte Natalie wissend und senkte dann plötzlich ihren Kopf zwischen Josephines inzwischen gar nicht mehr so galant gespreizte Beine. 

Sie riss die Augen auf. Nur einmal war ihr dieses Gefühl zuteil geworden und es hatte sich unglaublich angefühlt. Natalie, im Vergleich zu Thomas McGregor, dem jungen Mann, der diese absolut verruchte Sache mit ihr angestellt hatte, schien sogar noch viel besser zu wissen, was sie hier tat. Ohne Eile und mit viel Geschick küsste sie und ließ ihre Zunge kreisen, genau an Stellen, die Josephine die Röte ins Gesicht trieben und immer wieder Laute entlockten, von denen sie gar nicht wusste, dass sie sie von sich geben konnte.

Sie spürte gar nicht im Detail, was genau Mademoiselle Laperte dort mit ihr tat, da alles bald zu einem Strudel aus Hitze und heftiger Lust wurde, der die voll und ganz einsaugte. Die Schmerzen ihres versohlten Hinterns verschwanden dabei nicht, nicht im Geringsten, doch plötzlich schienen sie- zumindest für den Augenblick- wie das letzte bisschen Würze, das diesem Gericht den letzten Schliff verlieh.

Eine Woge nach der anderen überrollte sie, nach kürzester Zeit spürte sie sich in hohen Sphären schweben, kleine Sternchen tanzten vor ihren geschlossenen Augen, dann gerade, wenn das Gefühl etwas abebbte, ließ es Natalie von vorne beginnen. Ewigkeiten schienen auf dieser Lichtung zu vergehen. 

Irgendwann sah Josephine benommen und noch vollkommen neben sich in die Baumkronen. Die Sonne schien durch diese hindurch, gerade so dass sie nicht blendete. Kurz darauf sah sie Natalies Gesicht neben ihrem ruhen.

“Das hat mir wirklich viel Spaß gemacht” hauchte sie und küsste ihr Ohr. “Du bist nicht nur ein würdiger Ersatz für meinen Finnegan, du übertönst ihn mit deiner herrlichen Verdorbenheit, versteckt unter so viel Unbedarftheit.”

Josephine fuhr hoch. Verdorben? Sie wollte nicht verdorben sein!

“Shh…” machte Natalie wieder und strich über ihre Schulter. “Du musst dich nicht schämen. Oh ganz im Ernst, es war dringend überfällig, dass sich endlich jemand um dich kümmert, mon poussin. Du hast danach gehungert wie eine Ertrinkende.”

“Ich habe… aber es gehört sich nicht, solche Dinge zu tun”, flüsterte Josephine verzweifelt. Johns Standpauke aus dem Stall schallte nun in ihren Ohren wieder. Wie sie unbedarft diese Dinge tat, von denen sie nichts verstand, mit jemandem, den sie nicht einmal mochte, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Sie begann diese Dinge immer mehr zu verstehen und sie schaute zu Natalie auf, das durchaus. In dieser Hinsicht unterschied sich diese Situation schon einmal von der mit Peter. Nur hatte sie jetzt plötzlich eine furchtbare Angst vor möglichen Konsequenzen. Was, wenn John das hier je erfuhr? Er schien Natalie nicht sonderlich zu mögen, war rasend wütend geworden als er von der Züchtigung durch ihre Hand erfahren hatte. Wie erst würde er reagieren, wenn er wüsste, was sie soeben getan hatten? 

“Es ist sehr gesund für dich, diese Dinge zu tun”, erklärte Natalie sanft. “Lass dir nichts anderes einreden. Und vergiss, was dir über Moral und Anstand beigebracht wurde. Das sage ich dir nicht zum ersten Mal, hm?” Wieder spielte sie mit der Locke, die Josephine ins Gesicht fiel. 

“Nein… “, flüsterte Josephine, noch immer aufgewühlt. Dennoch war ihr jetzt plötzlich ganz schlecht. Sie wusste nicht mehr, was sie denken oder fühlen sollte. Es hatte sich herrlich angefühlt, was Natalie mit ihr angestellt hatte. Doch wenn sie an John dachte, begann das schlechte Gewissen an ihr zu nagen.

“Vergiss nicht, ich bin eine Frau, genau wie du” Natalie, die wohl spürte, wie sie mit sich haderte, schien alle Register zu ziehen. Sanft küsste sie ihren Hals entlang. “Von mir geht keinerlei Gefahr aus. Ich passe gut auf, dass du jungfräulich in die Ehe gehst, wenn du das gar so dringend willst”, flüsterte sie. Selbst dieses Versprechen klang unheimlich verrucht. 

“Und jetzt erzähl mir doch, wieso dein niedlicher Derriere so schrecklich lädiert worden ist.”

Josephine bemühte sich, durchzuatmen. Das war alles vielleicht wirklich nicht so schlimm, wie ihr Verstand ihr gerade weismachen wollte. Und konnte etwas, das sich so gut anfühlte, wirklich böse sein?

“Ich war einfach sehr, sehr unartig”, erklärte sie verlegen. “Sie müssen mir eines versprechen, Mademoiselle. Das hier bleibt wirklich nur unter uns.”

“Das verspreche ich hoch und heilig, mon poussin”, erwiderte Natalie sogleich. „Immerhin haben wir doch gerade erst angefangen.“ Ihre Lippen umspielte dabei ein zutiefst zufriedenes Lächeln.

8 Kommentare zu „22. Reitstunde (Der Privatlehrer)

  1. Natalie gehört definitiv zu meinen Lieblingsfiguren! ich bin mehr als gespannt wie diese Romanze weiter geht und wann ihre dominante Ader wieder hervortritt.
    Und ich glaube der junge Stallbursche würde sicher gerne mal zusehen wie Josephine den Hintern versohlt kriegt.
    Bitte schnell weiterschreiben!!!

    Gefällt 2 Personen

    1. Verspätet aber doch kommt meine Antwort auf deinen Kommentar. Ich finds echt cool dass sie gut ankommt. Wobei ich verstehen kann wenn man sie klasse findet aber auch hasst, beides möglich, haha.
      Ich glaube auch, dass das dem Stallburschen eine gute Genugtuung wäre. Aber das ist ja bei Josephine nicht ausgeschlossen 😉
      glg

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  2. Also mir gefiel besonders gut, wie ausschweifend und detailliert Du die Auswirkungen von Josephines versohltem Po beim Ausritt beschrieben hast. Ich mag es nämlich sehr, nicht nur von dem Brennen während der Strafe an sich zu lesen, sondern auch nocv von den Tagen danach. Meinen Geschmack hast du damit jedenfalls getroffen.

    Und Madame Laperte wiederum bringt in die gesamte Geschichte eine ganz andere Art der Sexualität ein, die sonst, der Zeit entsprechend, eher etwas geziert und verschämt rüberkommt, während sie ohne Zurückhaltung direkt zum Punkt kommt und das Ruder in die Hand nimmt.
    Ein spannender Charakter als Gegensatz und Ergänzung zu den bisherigen Figuren.

    Gefällt 2 Personen

    1. Hi, danke für deinen Kommentar.
      Ich mag es auch selbst, wenn nicht nur die Strafe sondern auch die Nachwirkung eine Rolle spielt 🙂 Mademoiselle Laperte ist definitiv mutig und somit eine Nummer für sich. Sie weiß jedenfalls was sie will, nur ob das die anderen Charaktere so durchblicken ist die andere Frage 😉
      glg

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  3. Denn sie steht zu ihren Gefühlen
    Im Gegensatz zu Josephine.
    Denn die will John im Bett
    Haben, auf der anderen Seite aber
    Um jeden Preis Jungfrau bleiben
    Wie soll das funktionieren.
    Sie bzw ihr Unterleib sollte
    sich jetzt den Fingern und den
    Lippen von Natalie anvertrauen.
    Natürlich wird John das irgendwann
    Rauskriegen und er wird dann
    Aus unterschiedlichen Gründen
    Natalie und Josephine windelweich
    Hauen..,

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    1. Hi,

      Das ist natürlich leichter gesagt als getan, in den damaligen Zeiten ohne Vorbehalte zu seinen Gefühlen stehen. Josephine ist in einem Zwiespalt, sie ist sehr jung und hat gelernt, wie man sich anständig zu verhalten hat und dann stehen ihr plötzlich ihre Gefühle im Weg. Zudem ist John ja auch nicht gerade offen für mehr, selbst wenn sie in Momenten dazu steht.
      Wie es weitergeht? Mal schauen 😉

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  4. Ich wollte noch einmal erinnern:
    An Alice!!!
    Es ist ewig her, dass die Mutter
    den Hintern ihrer Tochter mal
    so richtig rangenommen.
    Und diese lange Zeit soll sie artig
    gewesen sein- glaube ich nicht.
    Höchste Zeit, dass jemand
    Intensiv ihrem nackten
    Hintern Zunder gibt.
    Kandidaten: die Mutter und ihr
    zukünftiger Ehemann, gewiss .
    Mein Lieblingskandidat ist
    Natalie. Die ist so kreativ, dass sie
    Schnell einen Grund findet,
    Alice zu züchtigen.
    Und sie wird sich sicher gern
    auf unterschiedliche Weise mit
    Alice beschäftigen.
    Sie hat versprochen, zukünftig die
    Finger vom Ehemann zu lassen.
    Aber von Alice war bisher nicht die
    Rede…

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