a/n: Hallo liebe Leser,
ich weiß, hier war es jetzt eine Weile etwas still und ich hab auch noch nichts Neues in Petto. Die Wartezeit wollte ich euch aber gerne mit einem Gastbeitrag von meinem geschätzten Leser Mick versüßen. Er hatte die Idee, bei den heißen Temperaturen zumindest mental ein wenig Abkühlung zu schaffen und hat mir netterweise erlaubt, die Geschichte auch mit euch zu teilen. Ich finde sie wirklich gelungen. Viel Spaß damit!
„Mann, Onkel Phil!“ schimpfte Jessica und rubbelte sich die Waden. „Musst du dich echt immer am langsamsten Skilift von allen anstellen?“
Phil drehte sich zu seiner Nichte und grinste hinter seiner verspiegelten Schneebrille. „Nur ruhig, Jess. Wir kommen schon früh genug auf die Piste.“
„Früh genug ist zu spät“, motzte sie weiter und tippelte auf dem Platz – soweit das mit ihren schweren Skischuhen überhaupt möglich war. „Es hat bestimmt null Grad hier unten, und der Wind…“
„Der Wind ist ganz normal für Anfang Januar“, korrigierte ihr Onkel. „Und natürlich hat es null Grad, sonst gäbe es keinen Schnee, und wir könnten nicht Skifahren!“
„Im Moment fahren wir aber nicht Ski, sondern stehen dumm rum.“ Jessica warf ihre rote Lockenmähne. „Verdammt! Jedes Jahr vergesse ich wieder, wie kalt es in diesem blöden Winter werden kann.“
„Und jedes Jahr sage ich dir: Zieh dir was Ordentliches an!“ seufzte Phil. „Und übrigens, wenn wir dann oben sind und du runterwedeln kannst, gefällt dir der blöde Winter immer ganz gut, oder nicht? Ich meine, sonst würde ich dir doch nicht aus guter Tradition immer ein Skiwochenende zum Geburtstag schenken.“
„Zum neunzehnten wünsche ich mir jedenfalls einen schönen Tag im Spa,“ maulte seine Nichte und rieb sich die Arme. „Das ist das einzig Wahre in dieser Scheißjahreszeit!“
Langsam wurde Onkel Phil sauer. Da standen sie nun gemeinsam in der Warteschlange für den Skilift, die Sonne strahlte, der Schnee glitzerte, und seine undankbare Nichte in ihren dünnen Leggings und ihrem herbstlichen Jäckchen, das gerade bis zu den Hüften reichte, hörte einfach nicht auf zu jammern. Nicht mal eine Mütze trug sie! Wieso schenkte er dieser Göre eigentlich jedes Jahr wieder so einen teuren Kurzurlaub? Wenn sie anscheinend nicht mal auf die Reihe kriegte, sich ordentlich anzuziehen, und ihm am Ende noch die Schuld für die Temperaturen gab?
„Hörst du jetzt bald auf mit dem Gemotze, Fräulein?“ fragte er scharf. „Wenn dir wirklich so kalt ist, dann mach ein paar Kniebeugen! Falls du das überhaupt hinkriegst in dieser knallengen Leggings!“
Jessica schnaufte. Aber immerhin schien die Rüge anzukommen, denn sie drehte den Kopf weg und wurde rot um die Ohren. „Pff. So kalt ist mir auch wieder nicht“, murmelte sie. „Und falls es beim Rauffahren noch kälter werden sollte, kann ich die Kniebeugen ja im Skilift machen.“
„Untersteh dich“, knurrte Phil. „Am Ende schmeißt du uns damit noch in den Schnee. Das ist ein Schlepplift!“
Da waren sie endlich dran, und Phil ergriff den Bügel und schob ihn Jessica ziemlich grob unter den Hintern, ehe er sich selbst einfädelte. „Bloß nicht draufsetzen“, warnte er. „Einfach ganz ruhig stehenbleiben.“
Jessica verdrehte die Augen: „Gott, jedes Jahr wieder! Meinst du, ich kann mir nicht merken, wie man Schlepplift fährt?“ Immerhin, sie verkniff sich die Kniebeugen. Ihr Glück. Aber durch ihr Zittern und Zähneklappern kamen sie trotzdem immer wieder aus der Spur. Phil schüttelte missbilligend den Kopf und zupfte an ihrer Jacke.
„Nächstes Jahr lasse ich dich gar nicht erst ins Auto, wenn du so rumläufst. Willst du nicht wenigstens meinen Schal ausleihen?“ Jessica biss die Zähne zusammen, schlang die Arme um die Brust und starrte geradeaus. Stur war sie also auch noch.
Phil fühlte sich wirklich genervt, und er beschloss, die bockige Teenagerin für den Rest der Fahrt zu ignorieren. Der Lift verlief jetzt zwischen Baumreihen, wo sie windgeschützt waren, Vöglein waren zu hören und die Sonne knallte auf sie nieder. Und je höher sie kamen, desto höher kletterte Phils Stimmungsbarometer. Sogar Jessicas Gezitter ließ langsam nach. Und als sie oben ausgestiegen waren, ohne hinzufallen, waren sie beide wieder einigermaßen gut gelaunt: Schon nach den ersten Schwüngen hatte die Nichte sichtlich Spaß, und er blickte ihr nach, wie sie erstaunlich elegant hinunterwedelte. Als sie einander am Skilift wieder trafen, lachte sie, statt zu maulen, und die frische Röte ihrer Wangen konkurrierte mit der Röte ihrer Lockenpracht. Die Temperaturen schienen ihr nichts mehr auszumachen.
Nach fünf Minuten Warten änderte sich das allerdings wieder. „Mann, ist es jetzt etwa noch kälter als zuvor?“ fragte sie und rieb sich die Beine.
„War es vorher auch schon so windig in dieser scheiß Warteschlange? Und können die da vorne mal ein bisschen Tempo machen? Fuck!“ Als Phil nichts antwortete, legte sie nach: „Und du hast versprochen, dass es nach der Abfahrt besser wird! Ja, von wegen! Ich will jetzt jedenfalls einen Tee, wir fahren zur Hütte!“
„Zur Hütte fahren wir, wenn es Mittag ist“, antwortete Onkel Phil knapp. Darauf sagte Jessica wieder nichts, blickte nur vorwurfsvoll vor sich in den Schnee.
„Okay“, meinte sie schließlich, „also, wenn du willst, kannst du mir deinen Schal geben.“
Er lachte. „Wenn ich will?“
„Klar, eben wolltest du doch! Oder war das bloß so dahergeredet?“
Sie grinste plötzlich. „Hey, ist dir etwa selber kalt? Das glaub ich ja nicht! Bist wohl doch nicht so der harte Kerl, was?“
Wortlos nahm Onkel Phil den Schal ab, erwog einen Moment, sie damit an Ort und Stelle zu erwürgen, und warf ihr dann doch das Knäuel zu. Jessica fing den Schal, ohne sich zu bedanken, und wickelte ihn mehrmals um ihren Hals.
„Hoffentlich sieht das jetzt nicht allzu dämlich aus“, kommentierte sie. „Dein Klamottengeschmack ist nämlich echt grottig.“ Okay, dachte Phil. Jetzt reicht’s, junge Dame. Ich glaube, wir machen doch eine kleine Pause.
Als sie der Schlepplift die Hälfte der Strecke hinaufgezogen hatte, deutete Phil nach links. „Raus.“ Jessica blickte ihn verständnislos an. „Wie, raus?“
„Wir fahren hier ab. Das ist eine kleine sonnige Nebenpiste, und nach ein paar hundert Metern gibt’s eine ruhige Skihütte.“
„Was? Jetzt machen wir doch schon Pause? Warum nicht gleich so? He!“ rief sie, als er den Bügel losließ und links ausstieg. „Onkel Phil!“ Nur mit Mühe hielt sie das Gleichgewicht, löste sich und folgte ihm auf schnellen Skiern. Der Bügel tanzte im Schnee davon. „Jetzt warte doch mal! Onkel Phil! Verdammt…“
Als sie an der kleinen Holzhütte ankam, stand er bereits da, die Ski abgeschnallt, und stützte sich auf seinen rechten Stock. Jessica bremste sich ein. „Was?“ schnappte sie. „Das ist ja gar kein Restaurant! Hier kann man bloß seine Ski unterstellen! Hier krieg ich doch gar keinen Tee!“
„Hier kriegst du was anderes“, meinte Onkel Phil zweideutig und streifte die Handschuhe ab. „Wie sieht’s denn aus, Jess? Ist dir immer noch so kalt?“
Jessica ahnte offenbar nichts. Achtlos rammte sie ihre Skistöcke neben einem Baumstumpf in den Schnee und stieg aus den Skiern. „Am Hals geht’s jetzt. Dein Schal ist ja doch nicht ganz nutzlos. Aber an den Ohren friert mich. He!“ machte sie erneut, als Phil ihren roten Locken seine Mütze überstülpte. „Okay, das ist besser. Auch wenn es meine Frisur ruiniert. Und weiter unten an den Beinen ist mir immer noch kalt.“
„Auch am Po?“ fragte Phil, der nur Zentimeter von ihr entfernt stand und ihr die Mütze zurechtzupfte.
„Am Po?“ Sie klang verwirrt.
„Na ja, klar am Po, der ganze Unterkörper eben! Die Leggings sind nicht grade – ey, was tust du!“
„Das Notwendige“, sagte Phil, der sie am Handgelenk gepackt hatte. „Gleich wird dir warm werden. Das versprech ich dir.“ Jessica blieb der Mund offen stehen, als er sich auf den Baumstumpf setzte. Erst, als er sie mit einem Ruck über seinen Schoß zog, kapierte sie.
„Onkel – Onkel Phil! Doch nicht mitten auf der Piste!“ quiekte sie. „Das ist doch voll peinlich, wenn da ein Skifahrer – aua!“ Zum ersten Mal hatte es auf ihrer Kehrseite geklatscht. Phil ruckelte sie zurecht, klemmte seine Nichte fest unter seinen linken Arm. Ihr Jäckchen war so knapp, dass es am Rücken hochrutschte und ihre nackten Hüften freilegte. Das machte ihn gleich noch grimmiger. Entschlossen hob er seine Hand hoch in die klare Winterluft und ließ sie mit Wucht auf den Hintern herabsausen, dessen Backen sich deutlich in der engen Leggings abzeichneten.
„Au! Aua! AUU!“ schrie Jessica immer lauter und wand sich in seinem Griff. „Bitte nicht, das ist doch AU echt nicht nötig AUA, bitte ich AUUUAA, ich hör jetzt auf zu jammern AU, ich bin still, AUTSCH verdammt, Onkel Phil! AUAUAUAUUUU, ehrlich, ich schwör’s…!“
„Too little, too late, Fräulein“, knurrte er und begann sie jetzt erst richtig zu versohlen. Jessica quietschte und bettelte und versuchte zu strampeln, bekam aber die schweren Skischuhe nicht ordentlich hoch, weshalb sie ihren Po brav und fast regungslos der strafenden Hand ihres Onkels präsentierte.
„AUUU, Onkel Phil, bitte nicht mehr AUUAAA …“
„Zu kalt, wie? Zu kalt?“ schimpfte er und klatschte ihre Hinterbacken fest von oben bis unten aus. „Zu kalt, Jess? Na warte!“ Damit verhaute er sie weiter, jetzt auf ihren Po-Ansatz, mit Schwung. Es schallte bis hinunter ins Tal, in die friedliche Stille, den knisternden Schnee. Jessica merkte, wie schwer ihr das Strampeln fiel, aber ruhigbleiben konnte sie trotzdem nicht unter diesem raschen Hagel der Schläge. Die verfluchte dünne Leggings!
So ruckelte und zuckte sie vor und zurück, grabbelte mit den Händen hilflos in den stäubenden Schnee, und die Worte blubberten nur so aus ihr heraus: „Bitte AUU bitte nicht mehr hauen AUUU, mein armer AUUAA Hintern AUTSCH – AUUU ich benehm mich, echt, ich benehm mich, auuuuu ich bin artiiiig!“
Aber er fuhr fort und patschte jetzt mit seiner flachen Hand auf ihre Oberschenkel, von oben nach unten, fast bis zu den Kniekehlen, und dann rundum an den Seiten, außen und innen. Er war wirklich bemüht, ihre gesamte Kehrseite in Flammen zu setzen! Kehrte aber bald wieder zum eigentlichen Ziel der Bestrafung zurück: Jessicas Hintern. Die freche Göre heulte jetzt bereits herzerweichend, aber er kannte das schon: die Hälfte davon war Show. Also musste er dafür sorgen, dass die andere Hälfte wirklich zum Heulen war. Dass die Lektion wirkte, erkannte er an den hohen Kieksern und Quietschern, wenn er besonders fest und gezielt beide Backen gleichzeitig versohlte, genau in der Mitte. Zum Glück war seine Hand groß und breit genug!
„So“, machte Phil und versetzte der zappelnden Jess noch einen extrafiesen Finalklaps, eher von unten gegen ihre Sitzfläche. „Das wird reichen.“ Packte ihre Oberarme und stellte sie zurück auf die Füße.
Nun erwiesen sich die Skischuhe als praktisch, denn die jammernde, heulende Jessica konnte damit nicht in den Schnee fallen. Vielmehr hing sie in ihren Schuhen wie in zwei Klötzen, wackelte vor und zurück, beide Hände rubbelten wild über ihren Hosenboden, und Phil entschloss sich, die Schimpfwörter, die sie jetzt mehr und mehr benutzte, zu überhören. Er konnte sie ja nicht den ganzen Tag überm Knie behalten.
„Schon recht, schon recht“, murmelte er und schüttelte seine Hand aus. Tatsächlich verstummte sie. Funkelte ihn jetzt böse an, beide Hände auf den Pobacken, und zischte nur noch: „Grobian.“
„Immerhin hab ich dir ein bisschen eingeheizt“, spöttelte er und stand auf. „Wenn du dich nicht ordentlich anziehst, muss eben ich für den heißen Hintern sorgen. Und die heißen Oberschenkel.“
„Ja, das war besonders gemein“, motzte sie und wischte sich eine Träne aus dem Auge. „So fest hättest du mich echt nicht verhauen müssen. Mann, das brennt! Ich würd am liebsten meinen Po in den Schnee stecken.“
„Untersteh dich“, warnte er. „Wenn du hier deinen nackten Hintern auspackst, hast du morgen eine Blasenentzündung. Kannst ja stattdessen heute auf dem Bauch schlafen. Und jetzt steig wieder in deine Ski. Wir machen Mittagspause, unten im Tal.“ Trotzig schmollte ihm Jessica entgegen, ohne die Hände von ihrer Kehrseite zu nehmen. Ihre Haare waren noch immer wild zerzaust, die Mütze saß schief auf ihrem Kopf. „Wird’s bald?“ fragte Phil. „Oder braucht der Po noch etwas Farbe?“
Das wirkte. Jessica beeilte sich.
Die Abfahrt verlief schweigend. Im Restaurant an der Talstation bekamen sie den letzten Tisch, und auch wenn die Nichte grummelte und beim Hinsetzen schmerzlich das Gesicht verzog, wirkte sie nach den ersten Bissen Nudelsalat und dem ersten Schluck Tee schon wieder fast so selbstsicher wie noch vor einer halben Stunde. Phil beobachtete sie. „Na?“ fragte er. „Hält die Wärme?“
Unwillkürlich griff sich Jessica an den Po. „Pfff. Nächstes Jahr ziehe ich mir eine extra dicke Skihose an.“
„Kluges Mädchen. Das hilft gegen die Winterkälte.“
Sie rollte die Augen. „Und gegen gemeine Onkel.“
„Kann sein.“ Phil hob die Schultern. „Aber weißt du… wenn du deinen nächsten Geburtstag wirklich im Spa feiern willst, habe ich schlechte Nachrichten für dich. Da lässt man die Hose üblicherweise vor der Tür.“
Jessica wurde blass.
„Da geht man nackig rein.“ Er verzog einen Mundwinkel. „Ich meine, für mich ist das ein Vorteil. Mehr versohlerische Effizienz…“
„Hey, Onkel Phil! Einen Moment mal!“ Jess hob abwehrend ihre Hände. „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich mich in der Sauna über die Kälte beschwere?“
„Wohl kaum.“ Er schüttelte den Kopf, dann geriet ihm der gehobene Mundwinkel zu einem richtigen Grinsen. „Vermutlich wirst du eher über die Hitze meckern. Kannst ja dann überlegen, wer dir nachhaltiger den Hintern wärmt: ich oder die Sauna…“
Wieder eine tolle Geschichte 👍🍑😍
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Danke an Mick. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Ich glaube, ich mag freches Verhalten. 😁
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Wer nicht 😀
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Da hat Jessica ja nochmals Glück gehabt, dass ihre Bestrafung nicht auf einer viel befahrenen Piste stattgefunden hat. Ich glaube, niemand hat was dagegen wenn du noch mehr Gastbeiträge schreibst 👍
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Oh ja, das wäre ihr sicher sehr peinlich gewesen! Deshalb hat Phil doch diese ruhige Piste gewählt. Aber wer weiß, vielleicht haben die anderen Gäste im Restaurant was gemerkt: Das Hinsetzen fiel ihr ja nicht ganz leicht.
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Versohlerische Effizienz ist ein schöner Ausdruck 😁
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Der Schlagabtausch zwischen Phil und Jessica war großartig. Das Sticheln, die feine Ironie und die jugendliche Pampigkeit wirken wie direkt aus dem Leben gegriffen.
Trotz mangelnder Begeisterung fürs Frieren entpuppt sich Jessica auf der Piste überraschenderweise als wahre Meisterin.
Eine wirklich gelungene, unterhaltsame Geschichte mit zwei tollen Figuren!
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