Halloween (Truckstop Part 4)

a/n: Okay, die Idee für eine Halloweenstory hätte mir auch eine Woche früher kommen können 😀 War aber nunmal nicht so, also müsst ihr jetzt etwas verspätet damit vorlieb nehmen.

Mit einem aufmerksamen Blick in den Spiegel legte Sofía noch ein wenig Gloss nach. Holy Fuck, sie sah einfach bombastisch gut aus. Sie machte einen Schritt zurück vom Spiegel und betrachtete ihr Gesamtbild. Ihr Kostüm war absolut atemberaubend. Sie war ein gefallener Engel, so hatte sie es online jedenfalls gekauft. Ihr Outfit bestand aus einer schwarzen Spitzencorsage, Satinhandschuhen, die ihr bis zur Mitte des Oberarmes reichten, passend dazu schwarze Overkneestiefel und natürlich ein wunderschönes Paar schwarzer Flügel und eine Art Heiligenschein aus schwarzem Glitzer. Ihr Unterkörper war von einem verboten kurzen Röckchen bedeckt, das bei jeder Bewegung drohte, nach oben zu flattern. Ihre Mutter würde bestimmt einen Herzinfarkt bekommen, würde sie das sehen, aber weil sie ja nicht ganz blöd war und aus ihren Fehlern gelernt hatte, würde sie ein schwarzes Cape darüber ziehen, bis sie draußen waren. 

Draußen, das hieß mit Mirabella für “Süßes oder Saures” um die Häuser zu ziehen. Eigentlich richtig peinlich, weil sie sich dafür viel zu alt fand, aber ihre Mamá hatte nunmal darauf bestanden und auch wenn ihre kleine Schwester einen auf “Oh ja, wie absolut ätzend” gemacht hatte um bei ihr zu punkten, wusste Sofía insgeheim, dass die Kleine insgeheim absolut scharf drauf war, diese Tradition aus ihrer Kindheit aufrecht zu erhalten. 

Sie spielte das Spiel mit, weil sie hoffte, dass ihre Mutter ihr dann erlauben würde, im Anschluss Dylans Halloweenparty zu besuchen. Sie hätte längst schon fragen sollen, hatte es aber aus taktischen Gründen gelassen. Vor kurzem noch war sie ständig auf Parties gewesen, auch wenn ihrer Mamá das nie so richtig geschmeckt hatte. Aber seit diese Barry datete, waren die Zügel doch ordentlich stramm gezogen worden. Sofía hatte so den Verdacht, dass sie in vielen Erziehungsfragen erst ihn um Rat bat, bevor sie selbst Nägel mit Köpfen machte. Wenn sie also heute Abend spontan fragte, würde ihre Mamá selbst entscheiden müssen. Das war quasi ihr Ass im Ärmel.

“Sofía, kommst du?”, hörte sie Mirabella hinter der Tür nörgeln. Diese verzogene Göre… wenn einer mal verdient hatte, Stress zu bekommen, dann sicher sie, dachte Sofía genervt. Dann wieder schämte sie sich ein wenig für diesen Gedanken, weil sie an Chris und Louise denken musste und wie diese stets zusammenhielten. Aber war ja nicht ihre Schuld. Mit einer Schwester wie Louise, würden sie ganz bestimmt sehr viel besser auskommen. Über den Gedanken warf Sofía rasch ihr Cape über und schnürte es zu, ehe sie heraus kam.

“Jetzt zufrieden?” Sie sah Mirabella an, die als Chucky, die Mörderpuppe verkleidet war. Das Kostüm war durchaus gut gemacht und ihre kleine Schwester sah in der Latzhose und trotz der Narben im Gesicht sogar ziemlich niedlich aus. Das würde sie ihr aber bestimmt nicht sagen.

“Hast du den Film überhaupt gesehen?”, fragte sie stattdessen provokant.

“Klar hab ich das!”, erwiderte Mirabella prompt.

“Darfst du aber nicht… wenn du dich damit mal nicht selbst enttarnst, Miss Perfect…”

“Mom hat das Kostüm schon gesehen”, erklärte Mirabella, offenbar viel zu euphorisch um sich provozieren zu lassen. “Wollen wir?” 

“Ja, ja… von mir aus.” 

Sie kamen die Treppe herunter und zu ihrer Überraschung musste sie feststellen, dass auch ihre Mutter ein Kostüm trug, sie war als eine Art gruselig geschminkte Braut verkleidet. Das hatte sie seit Jahren nicht mehr gemacht.


“Ein ganz schön übertriebener Aufzug, um den Kindern die Tür zu öffnen, Mamá”, fand Sofía. 

Diese schmunzelte, was durch das Makeup ungewollt grotesk wirkte. 

“Ach, doch nicht nur für die. Barry kommt gleich vorbei, wir essen ein paar übrig gebliebene Halloweensüßigkeiten, und schauen Gruselfilme.” 

Sofía musste aufpassen, dass ihr nicht gleich ganz die Gesichtszüge entgleisten. So viel zu ihrem schönen Plan… Da blieb nur, alles auf eine Karte zu setzen. 

“Oh, wie nett.” Sie tat interessiert. “Dann… weißt du, Mamá, ich wollte eigentlich nicht fragen, aber wenn du es mit Barry so schön hast, wären wir nur im Weg, oder? Mirabella könnte bei Becky übernachten und ich gehe zu einer kleinen Halloweenparty bei Freunden.” 

“Super Idee!”, fand Mirabella sofort, die am liebsten täglich bei ihrer besten Freundin übernachtet hätte, wenn es nach ihr gegangen wäre. 

“Moment, Moment… das ist mir ehrlich gesagt wirklich viel zu kurzfristig”, wehrte ihre Mutter prompt ab. 

Sofía sah sie an, wartete erst einmal ab, bevor sie weiter auf sie einredete. Das hatte sich schon immer als taktisch klüger herausgestellt. Mirabella wusste von dieser Taktik wohl nicht viel, denn sie quatschte direkt wieder los.

“Och, bitte Mamá, Beckys Eltern sind da ganz locker und sie mögen mich wirklich sehr. Sie sagen bestimmt ja!” 

“Ich weiß nicht, mi amor. Ah, Moment” Die Türklingel läutete und ihre Mutter eilte, auf dem Weg den Süßigkeitenkorb schnappend, zur Tür. 

“Viel zu penetrant!”, flüsterte Sofía ihrer kleinen Schwester zu. “Überlass das Sprechen besser mir.” Doch da erkannte sie, dass es schon zu spät war, denn in der Tür standen nicht etwa verkleidete Kinder, sondern Barry, in schwarzem Anzug mit einer weißen Maske, die die Hälfte seines Gesichtes verdeckte. Irgendwoher kannte man das, ja… 

“Oh, das Phantom ist hier, um mich in die Tiefen der Katakomben zu entführen”, hörte sie ihre Mutter kichernd von sich geben. War das ihr Ernst? Sofía hatte das Gefühl, gleich kotzen zu müssen.

“Du siehst bezaubernd aus, schönste Christine”, erwiderte Barry und gab ihr einen Handkuss, dann bemerkte er die beiden.

“Ihr zieht gleich noch um die Häuser, hat eure Mom mir erzählt. Ist echt niedlich.”

Während Mirabella stolz grinste, spürte Sofía, wie ihr Gesicht vor Verlegenheit rot wurde. Na toll. Das hieß wohl, dass seine Töchter so etwas nicht mehr taten und sie echt offiziell zu alt für den Scheiß war. 

“Wie findest du mein Kostüm?”, fragte Mirabella geradeheraus und hüpfte dabei Barry entgegen.

“Ziemlich angsteinflößend”, war sein Urteil. “Dieser Puppe hab ich noch nie über den Weg getraut. Die werden dir schon vor lauter Respekt ihre ganzen Süßigkeiten abdrücken.”

Sofía trat von einem Bein auf das andere. Sie war genervt. Hätte er nicht kommen können, nachdem sie ihre Mutter weich gekriegt hatte?

“Und als was gehst du, Sofía?”, fragte er. 

“Als Engel”, erwiderte sie trocken und deutete auf ihren Heiligenschein. 

“Ach so?” Er wirkte verwirrt. “Wo sind denn deine Flügel?”

“Unter dem Cape. Ist aber draußen zu kalt ohne.”

“Leuchtet ein”, erwiderte er freundlich. 

Innerlich atmete sie durch. Schien so, als wäre er ihr das eine Mal nicht schon einen Schritt voraus. Sowieso, er war offensichtlich gerade zu ausgelassen und gut gelaunt, um sie genauer zu kontrollieren. Ein Glück. Sie vermutete, er hätte sie in dem knappen Outfit nicht vor die Tür gelassen. Nicht, dass ihn das was anging, aber das hatte ihn ja seit jeher nicht interessiert. 

“Also, ihr Süßen, dann mal viel Spaß.” Ihre Mutter wollte beiden wie immer Küsschen aufdrücken, was Sofía gerade noch mit einem schrillen “Mamá, dein Makeup!” verhindern konnte. 

“Und was ist mit der Übernachtung?”, fragte nun aber wieder Mirabella das, was Sofía durch Barrys Erscheinen quasi schon aufgegeben hatte. 

“Hm… ich weiß nicht, mi Vida”, erwiderte ihre Mutter unentschlossen. “Wenn ihr fertig mit eurer Tour seid, kommt doch erst einmal wieder her, ja? In der Zwischenzeit erreiche ich vielleicht Rebeccas Mutter.” 

“Und die von Dy… Tammy, okay, Mamá?” Tammy war Dylans Schwester, eine unausstehliche Kuh, aber Sofía hatte die Hoffnung, dass Barry bei einem Mädchennamen etwas weniger hellhörig werden würde.

“Tammy?”, fragte ihre Mutter überrascht. “Ich dachte, ihr hättet seit der Grundschule nicht mehr miteinander geredet.”

“Ein paar Freunde werden da sein, Elena und Kristen und so weiter. Wir wollen ein paar gruselige Filme schauen. Bitte, Mamá, das wäre echt toll! Und morgen ist doch schulfrei.” Dabei spürte sie die ganze Zeit, wie Barry sie kritisch beäugte. Puh.

“Also das hättest du mich alles etwas früher fragen können, weißt du”, seufzte ihre Mutter. “Aber ich werde das klären.”

Barry legte den Arm um sie und meinte “Jetzt geht erst mal los und habt Spaß, ihr beiden, hm?” 

“Okay, danke Barry!”, dankte Mirabella fröhlich und zog Sofía mit einem “Na los, sonst kriegen wir nicht mehr das gute Zeug” an der Hand mit sich. 

“Viel Spaß auch euch beiden!”, rief Sofía noch und ließ sich dann heraus schleifen. 

“Wegen diesem verklemmten Drecksack wird das bestimmt mal wieder nichts”, knurrte sie frustriert, kaum, dass sie vor der Tür waren. 

“Nenn ihn nicht so!”, erwiderte Mirabella empört. “Ich mag ihn.”

“Klar”, erwiderte Sofía trocken. War bestimmt einfacher, wenn man ihn nicht dadurch kennengelernt hatte, dass er einem in aller Öffentlichkeit den Arschvoll seines Lebens verpasst hatte. 

“Ich glaube, wir sollten uns an ihn gewöhnen”, erklärte Mirabella altklug. “Mamá hat ihn echt gern.” Dann schlenderte sie schon auf die Straße und sah sich begeistert in alle Richtungen um. 

“Klingeln wir gleich da vorne bei den Sandersons, die haben immer Schokoriegel in Originalgröße.”

“Von mir aus”, murrte Sofía und trottete ihrer kleinen Schwester hinterher. Wenn das Kostüm weiterhin so gut sitzen sollte, konnte sie sich sowieso nicht mit Süßkram vollstopfen. 

Sie waren etwa bei zehn Häusern gewesen, als sie plötzlich hörte, wie jemand ihren Namen rief. In schnellen Schritten näherte sich ihnen der Joker, die Suicide Squad- Version. Kurz wurde ihr komisch, doch als er vor ihr stand, erkannte sie Jake. 

“Wow. Ich muss schon sagen, gut gewähltes Kostüm. Ein dämlicher Clown bist du allerdings auch ohne.” 

Er legte den Kopf schief. “Und du gehst als bucklige Sektenführerin oder wie ist das?”

Fuck! Da hatte sie tatsächlich verpasst, ihr Cape auszuziehen. Allerdings bot sich der Moment nun umso besser an, um Jake das Maul zu stopfen. Kommentarlos zog sie an der Schleife, die das Cape vorne zusammenhielt und streifte es ab. Sie genoss, wie Jake förmlich die Kinnlade herunterfiel.

“Scheiße… Sofía, du siehst… also ich meine… puh… hübsch.” 

Sie lächelte selbstbewusst. “Pass auf, dass dir die Augen nicht aus dem Kopf fallen.” 

Mirabella schien auf die Spielchen der beiden keine Lust zu haben, sie war schon zur nächsten Haustür gegangen.

Jake räusperte sich. “Du kommst doch nachher hoffentlich zu Dylans Party?”

Sofía zuckte mit den Schultern, versuchte weiter, sich cool zu geben. “Je nachdem, wonach mir der Sinn steht.” 

“Oh komm schon, S., du hast mich jetzt schon n paar Mal hängen lassen. Hab schon gedacht, du gehst mir aus dem Weg.” 

Sofía spürte, wie ihre Wangen heiß wurden. Zum Glück konnte ihr Makeup das einigermaßen verbergen.

“Ach was!”, sagte sie schnell und ging dann ein paar Schritte weiter, um dort auf Mirabella zu warten. “Das ist richtig peinlich, mit 16 noch um die Häuser zu ziehen”, seufzte sie. Besser das Thema wechseln.

“Logan ist hier auch irgendwo. Der kleine Spinner im Spiderman-Kostüm. Also einer der tausend. Ich hätte ihm ein Kreuz auf den Rücken kleben sollen oder so.” Jake lehnte sich an einen Zaun. Irgendwie war das Kostüm schon cool. Er wirkte so lässig. 

“Wieso hast du eigentlich den schlechteren Joker ausgesucht?”, fragte Sofía dann provokant. 

“Wie meinstn das?”, fragte Jake. “Ah, ich glaube, das ist mein Spiderman, der, der gerade den anderen Süßigkeiten aus den Eimern klaut.”

“Naja der coolere hat doch diesen lila Anzug an und die Narben im Gesicht.”

“Autsch. Sofía, du weißt schon, dass es nicht nur zwei Versionen vom Joker gibt? Außerdem sind für den, den du meinst, meine Haare viel zu kurz.”

“Klar weiß ich das!”, erwiderte sie sogleich und verschränkte die Arme. “Ich meine… dieser ganze Nerd- Kram interessiert sowieso keinen, Jake. Eher dass du so blöd warst, dir die Locken wegzurasieren, die dich als einziges halbwegs attraktiv gemacht haben.” 

“Du meinst… du mochtest mich mit Locken lieber?”, fragte Jake nun neugierig. 

“Damit warst du wenigstens ne 6 von 10 statt ner 4” 

Jake grinste und meinte nur “Ist notiert”, als sowohl Mirabella als auch Jakes kleiner Bruder Logan zu ihnen zurück kamen. 


Schließlich hatten sie eine satte Ausbeute erzielt und waren gerade auf dem Heimweg, als es Sofía mit einem Mal eiskalt über den Rücken lief.

“Shit! Wo zur Hölle ist mein Cape?!” Dabei wurde ihr klar, dass sie es schon eine ganze Weile nicht mehr bei sich trug.

“Musst du verloren haben”, stellte Jake fest. 

“Oh nein… nein, nein,nein, das ist gar nicht gut!” Es war nicht schwer, sich auszumalen, was passieren würde, wenn ihre Mutter oder Barry sie in dem Aufzug erwischen würden. Die Party wäre gestrichen und das könnte nicht ihr einziges Problem bleiben… 

“Mamá wird ausflippen, wenn sie dich in dem knappen Teil sieht”, ergänzte Mirabella wenig hilfreich. 

“Oh, halt die Klappe!”, fuhr Sofía sie an. 

“Wir könnten schnell bei mir vorbei gehen und ich geb dir ne Jacke von mir oder so”, schlug Jake vor.

“Ja… das könnte gehen”, nickte Sofía, sie war schon dankbar für seine Hilfsbereitschaft. Aber das musste sie ihm ja nicht gleich unter die Nase reiben.

“Dafür hab ich aber was gut bei dir”, setzte Jake sogleich mit einem frechen Grinsen hinterher. “Du darfst mich nachher nicht hängen lassen und kommst zur Party, verstanden?”

“Ich wäre so oder so gekommen, also steht der Deal von mir aus”, erwiderte Sofía betont überheblich.

“Warte kurz hier. Na komm, Spidey, Zeit für den Heimflug.” Jake klemmte seinen kleinen Bruder unter den Arm, der sich kichernd von ihm zum Haus befördern ließ. 

“Du weißt doch noch gar nicht, ob Mamá dich gehen lässt”, sprach Mirabella neben ihr halblaut.

“Hab ich nicht gesagt, dass du die Klappe halten sollst?!”, zischte Sofía zur Antwort. “Du bist so eine kleine Besserwisserin, ultra-nervtötend.”

“Und du bist eine fiese Kuh!”

“Pass mal auf, wie du mit mir redest!”

Jake kam aus dem Haus geeilt, reichte ihr einen Trenchcoat. “Der gehört meiner Mom, bring ihn am besten bald zurück, bevor sie merkt, dass er fehlt.”

“Mach ich”, erwiderte Sofía und hüllte sich hinein. “Dann bis später, ja?” Sie schlenderte mit Mirabella zurück in Richtung Haus.

“War doch ne reichliche Ausbeute, hm?”

“Mhm”, machte ihre kleine Schwester wortkarg.

“Was denn? Bist du jetzt echt eingeschnappt? Sei lieber froh, dass ich dir die Beleidigung nachsehe!”

“Chris würde niemals so fiese Sachen zu mir sagen”, murmelte Mirabella. “Sie mag es, wenn ich ihr was erkläre.” 

“Dann laber doch sie mit deinen Klugscheißereien voll”, erwiderte Sofía prompt. Kurz darauf blickte sie ihre niedergeschlagene Schwester mit einem Seitenblick an und überlegte kurz, ob sie ihr als Friedensangebot ihre Ausbeute an Halloweensüßigkeiten anbieten sollte. Aber allein für die “fiese Kuh” sollte sie es besser bleiben lassen, dachte sie und öffnete die Haustür.

Aus dem Wohnzimmer kamen Schreie und Gestöhne, anscheinend schauten Barry und Mamá irgendeinen Zombiestreifen. Eine gute Gelegenheit, um sich vorbei zu schleichen. Der Plan ging jedoch nicht auf, nur wenig später standen beide im Türrahmen. 

“Na, wie war es?”, fragte Barry prompt.

“Schön”, erwiderten beide Schwestern einstimmig und recht unmotiviert.

“Mirabella, gute Neuigkeiten. Ich habe mit Rebeccas Eltern gesprochen. Wenn du magst, kannst du nachher gerne rübergehen”

“Danke, Mamá”, lächelte Mirabella. 

“Und Sofía… du bleib mal bitte eben hier.” Die Stimme ihrer Mutter wurde ernst und Sofía komisch zumute.

“Ja… was ist denn?” 

Mirabella, die schon halb die Treppe hoch gegangen war, blieb stehen und lauschte neugierig.

“Ich habe mit den Carsons gesprochen und Tammy ist im Moment gar nicht da, sie nimmt seit zwei Monaten an einem sozialen Projekt teil.”

“Oh”, sprach Sofía nur. 

“Bist du sicher, dass du nicht eher zu Dylans Party wolltest?”, fragte ihre Mutter vermeintlich beiläufig. Sofía schwieg betreten. Verdammter Mist. 

“Zieh den Mantel aus und komm mit in die Küche. Wir möchten mit dir darüber reden, warum du unehrlich bist. Das ist nicht in Ordnung, das weißt du.”

“Oh”, machte nun Sofía und hielt den Mantel fest. “Ich… geh nur eben kurz hoch und zieh mich um, ja? Das Kostüm ist ganz schön kratzig.” 

“Na schön”, meinte ihre Mutter schlicht. “Aber beeil dich bitte.”

“Hey! Das sagt sie nur, damit ihr das Kostüm nicht seht!”; rief nun Mirabella aus. 

“Du verdammte Mistkröte!”, spie Sofía. Unfassbar!

“Hey, hör mal!”, ging Barry dazwischen und schnappte Sofía am Arm. “Was ist an der Sache dran, huh? Warum sollen wir das nicht sehen?”

“Das würde mich aber auch mal interessieren! Runter mit dem Mantel, aber ganz schnell!”, befahl nun ihre Mutter. Barry ließ von ihr ab und Sofía, die Angst vor Schlimmerem hatte, beeilte sich, zu gehorchen.

Als sie die Hüllen fallen ließ, wirkten beide reichlich empört.

“Ich glaube es ja wohl nicht! Wie bist du denn angezogen! Sofía! So bist du doch hoffentlich nicht um die Häuser gezogen!”, rief nun ihre Mutter aus.

“Doch, ist sie”, gab Mirabella wieder ihren Senf dazu. “Sogar mit Jake.”

“DU!” Aber noch bevor Sofía auf ihre Schwester reagieren konnte, ging Barry dazwischen.

“Mirabella, hey! Komm du mal hierher zu mir!”

Diese hüpfte die Treppen hinunter und schien dabei kein bisschen ihrer Selbstgefälligkeit zu verlieren. 

“Hör mal, deine Mutter sagt mir immer, was für ein anständiges Mädchen du bist und das hab ich bisher auch so gesehen. Aber ich für meinen Teil hab meinen Mädchen beigebracht, dass das Wichtigste für eine Familie ist, zusammenzuhalten. Denkst du, das hier gerade ist zusammenhalten?”

“Ich helfe euch ja nur”, verteidigte sich Mirabella prompt. 

“Mhm. Petzen ist ein ganz hässlicher Charakterzug. Wärst du meine Tochter, würde ich dir das ganz gründlich abgewöhnen.” Tatsächlich stellte Sofía fest, wie Barry zu ihrer Mutter blickte, ganz als wollte er sich rückversichern und dass sie das mit einem kleinen Nicken quittierte.

“Aber fürs Erste bleibt’s bei ner Verwarnung.” 

“Okay”, murmelte Mirabella etwas widerwillig, da schnappte er sie am Arm, drehte sie um und gab ihr drei dumpf nachklingende Klapse auf den jeansbedeckten Hintern. Sie hüpfte in die Luft und quietschte erschrocken, nach Sofías Wissensstand hatte sie nie auch nur einen Klaps irgendwo hin bekommen und war daher sichtlich überrascht davon, wie weh so etwas tun konnte. Und bei dem Wort “Verwarnung” hatte sie unter Garantie nicht mit etwas Handfestem gerechnet. 

“Und jetzt ab auf dein Zimmer und da bleibst du! Wenn ich dich beim Lauschen erwische, landest du über meinem Knie, das versprech ich dir!” Mit dieser nun schon deutlich strenger ausgesprochenen Ermahnung gab Barry Mirabella einen kleinen Schubser und sie wagte nur einen winzigen Schulterblick, ehe sie wie von der Tarantel gestochen die Treppe hinauf flitzte. 

Sofía hatte dieses ganze Szenario doch ordentlich Genugtuung verpasst. Sie hoffte fast schon, dass ihrer Schwester die riesige Neugierde versprochene Strafe einbrachte, andererseits jedoch war sie sich ziemlich sicher, dass Mirabella für heute bedient war. 

Viel mehr sollte sie sich wahrscheinlich gerade um sich selbst sorgen. Die Handfestigkeit hatte ihr noch einmal deutlich vor Augen geführt, was ihr wahrscheinlich blühte. Barry sah sie nun ernst an und nickte in Richtung der Küche. „Mitkommen!“ 

Ihr war schon komisch zumute, als sie Barry und Mamá folgte. Das alles konnte ja gar nicht gut für sie ausgehen! 

„Sofía“, setzte ihre Mutter an, sobald sie drei in der Küche standen. „Ich bin wirklich sehr enttäuscht von dir! Wir haben gründlich darüber geredet, dass du dich nicht so freizügig anzuziehen hast! Dieses Outfit ist absolut inakzeptabel!“

Mehr als nur geredet hatten sie, kam Sofía hoch und sie dachte mit Grauen an den Tag, an dem sie mit Stringbikini und versohltem Po an den Strand hatte gehen müssen. Aber ihre Mutter konnte doch nicht wirklich glauben, dass sie das davon abhalten würde, sich auch mal heiß anzuziehen. Sie sah so gut aus und sollte sich nicht dementsprechend zeigen, das war echt ungerecht! 

„Hast du dazu gar nichts zu sagen? Findest du es in Ordnung, meine Regeln derart zu missachten?“, setzte ihre Mutter prompt hinterher. Hm. Ein ehrliches „Ja“ käme hier wohl nicht gut an.

„Es tut mir leid“, erwiderte Sofía halblaut. 

„Dir tut es doch nur leid, dass du erwischt wurdest!“, stellte ihre Mutter ganz treffend fest. „Und dann zur zweiten Sache, deine Unehrlichkeit! Ich habe dir immer viele Freiheiten gelassen, nie verboten auch mal wo hinzugehen, wo Jungs dabei sind. Und du weißt, Jake ist hier jederzeit willkommen. Also, erklär mir bitte, warum du solche Ausreden erfindest.”

Lag doch auf der Hand, Barry ließ seine Töchter keine Jungs sehen. Sie war nicht so blöd, den Braten nicht rechtzeitig zu riechen. Aber das konnte sie ja schlecht sagen.

“Ich weiß es nicht”, meinte sie also schulterzuckend. 

Mit einem verzweifelten Seufzen wandte ihre Mutter sich an Barry. “Kommt sie dir vor, als würde sie auch nur irgendetwas bereuen?”

“Nicht wirklich. Ich denke, da musst du schon nachhelfen”, stellte Barry fest. 

“Willst du das nicht wieder übernehmen? Ich glaube, bei dir ist es effektiver.”

Sofía kam sich fehl am Platz vor, wie wenn sich zwei Kassierer beim Schichtwechsel unterhielten. Nervös trat sie von einem Bein aufs andere. Den Vorschlag ‘Wenn ihr euch nicht einigen könnt, lassen wir es doch einfach’ verkniff sie sich wohlweislich. 

„Ich denk, es sind deine Regeln und da solltest du mit deiner mütterlichen Autorität rangehen. Mit der richtigen Unterstützung wirst du schon den nötigen Eindruck hinterlassen.“ Ohne Umschweife nahm Barry den Holzkochlöffel von einem Haken neben dem Herd und drückte ihn Sofías Mutter in die Hand.  

Sofía wurde ganz flau, als sie das sah. Immerhin hatte keiner der Beiden die leiseste Ahnung, dass sie schon schmerzliche Erfahrungen mit dem Kochlöffel gemacht hatte. Es war nicht genau das Modell, das Louise auf ihrem Hinterteil eingesetzt hatte, diesen hier verwendete ihre Mutter jeden Tag zum Kochen, er war deutlich kleiner und aus dunklerem Holz. Aber das gab ihr ebensowenig Hoffnung wie der Fakt, dass ihre Mutter gefühlt nur halb so groß und schwer wie Louise war. So oder so, ihr Hinterteil würde mächtig brennen. Vor allem wenn Barry, der immerhin genau wusste, was zu tun war, hier noch Tipps gab. 

“Also gut. Komm her, Sofía, du kannst dich über den Tisch beugen. Aber vorher kommt dieser Fummel runter.”

“Mamá! Ich zieh mich doch hier jetzt nicht aus!” protestierte Sofía prompt und spürte, wie sie rot anlief. Vor diesem Kerl? Ging’s irgendwie noch?!

“Die Unterwäsche kannst du ja anbehalten”, erwiderte ihre Mutter unbeeindruckt.Immerhin trug sie heute einen halbwegs “anständigen” Slip weil sie sich etwas anderes angesichts des kurzen Röckchens nicht getraut hatte… und im Bikini hatte er sie ja auch schon gesehen. Das versuchte sich Sofía einzureden, als sie wohl oder übel gehorchte und begann, die Korsage Häkchen für Häkchen aufzufummeln. Ihre Hände waren schwitzig und ihr war ganz komisch zumute. 

“Nicht einschlafen!”, rief ihre Mutter und klopfte mit dem Kochlöffel auf die Tischplatte. Irgendwie wirkte das Ganze reichlich grotesk. Immerhin war ihre Mutter noch immer wie eine Horrorbraut gekleidet und geschminkt. Dass ließ das Ganze gleich viel bedrohlicher, aber auch seltsamer wirken.

“Mann, Mamá, das ist fies!”, beschwerte Sofía sich und warf endlich das ihr inzwischen selbst lästige Kleidungsstück beiseite. In Windeseile schlüpfte sie nun auch aus dem Kleid. 

“Das hast du dir selbst zuzuschreiben”, erklärte diese schlicht. “Und jetzt leg dich hier drüber.” 

Sofía bemühte sich, mit ihren Händen das Nötigste zu verdecken, als sie zum Tisch tapste und sich überlegte. Die Holzplatte fühlte sich auf ihrer nackten Haut kalt an und sie bekam eine Gänsehaut. 

“Achte drauf, dass sie den Hintern auch schön rausstreckt, damit sie dir nicht wegrutscht und du alles richtig erwischst”, merkte Barry an und packte kurzerhand selbst an Sofías Hüfte, um sie ein ganzes Stück an sich heran zu ziehen. Die Tischkante drückte nun unangenehm gegen ihre Oberschenkel. Dieser Mistkerl.

“Ja, das ist besser”, stellte auch ihre Mutter fest. “So, du hältst still, bis ich mit dir fertig bin! Verstanden?”

“Das ist echt gemein”, murmelte Sofía und bekam zur Antwort einen Klaps mit der flachen Hand von ihrer Mutter.

“Du bist sowas von ungezogen! Ich hätte schon viel früher ernst hiermit machen sollen!” Und mit diesen Worten gab es den ersten Kochlöffelhieb. Ganz gut zu verdauen, dachte Sofía, auch nach einigen von der Sorte. 

“Maria, darf ich mal?”, hörte Sofía da hinter sich. Barry mal wieder.

“Du hältst den Löffel etwas weit oben fest, so hast du nicht genug Schwung. Mach das ganz locker aus dem Handgelenk.”

Sie spürte einige weitere Hiebe, nicht mit viel Wucht aufgebracht und doch fies und giftig. Sie zuckte und machte leise “Au!” 

“Siehst du, dafür musst du nicht mal viel Kraft einsetzen”, erklärte Barry weiter.

“Ah, ich seh schon. Danke dir.” Nun hatte wohl wieder ihre Mutter das Zepter in die Hand genommen. Und Barrys Tipps verfehlten ihre Wirkung nicht. Es war gleich sehr viel intensiver und gemeiner. Sofía autschte leise und tippelte mit den Fußspitzen auf den Boden. 

Ihre Mutter schien so nicht sonderlich bald eine Pause einlegen zu müssen, sie heizte ihr mit diesen kleinen, aber fiesen Schlägen eine ganze Weile ein, bis sie jede Stelle ihres Pos erwischt hatte. Sofía quittierte das mit unruhigen Schmerzlauten. Es war ganz anders als die Tracht Prügel von Chris oder Barry, aber zu ihrem Erstaunen schmerzte es dennoch ganz gehörig.  

“Die Sache mit dem Slip ist nicht wirklich ideal”, erklärte Barry, ihrer Mutter, als diese endlich kurz inne hielt. “So siehst du eben nicht, wie viel du noch nachlegen musst.” 

“Hm, stimmt. Dann muss der eben doch runter.”

“Mamá!” protestierte Sofía. “Das kannst du doch nicht machen!” 

Klatsch, hatte sie Barrys Pranke einmal gehörig auf ihrem Arsch sitzen. 

“Wirst du wohl aufhören, die ganze Zeit deiner Mutter zu widersprechen!”, knurrte er halblaut. Sofía verfluchte ihn innerlich so sehr. Aber weil sie null Lust hatte, noch mehr von der Sorte abzubekommen, rappelte sie sich auf und zog wohl oder übel den Slip ein Stückchen herunter. 

“Wie machst du das nur immer?”, hörte sie ihre Mutter verzückt seufzen. Boah… 

“Das ist reine Übungssache. Na schau mal, sieht schon roter aus als man gedacht hätte, hm?”

“Tatsächlich. Aber ein bisschen kann noch”, fand Sofías Mutter. Und so verpasste sie ihr sogleich einen äußerst unangenehmen Nachschlag. Auf der blanken Haut klatschte der Löffel nicht nur lauter, er fühlte sich auch noch intensiver und gemeiner an. Schnell kam gehörig Unruhe in Sofía, besonders, wenn ihre Mutter einfach immer wieder rasch auf die selbe Stelle hieb. 

“Auuuu…”, jammerte sie. “Mamá, bitte… bitte nicht!” 

Doch ihre Mutter machte unbeirrt weiter, bekam nun eine Art Rhythmus, dem sie stoisch zu folgen schien. 

“Konzentrier dich noch etwas mehr auf den Bereich hier”, gab Barry ihr den Tipp. Sofía drehte den Kopf um zu sehen, was er meinte, doch schnell spürte sie es. Es war der Ansatz ihrer Oberschenkel, auf dem die Strafe wirklich besonders fies wirkte. Ihre Beine schossen nach oben und ihre Füße wackelten inzwischen pausenlos in der Luft herum, während ihre Protestlaute auf taube Ohren stießen. 

“So.” Ihre Mutter beendete die Prozedur. “Hast du etwas gelernt?”

“Ja, hab ich”, erwiderte Sofía prompt. Was sollte sie auch Anderes sagen?

“Und was wäre das?” Sie spürte den Löffel, wie er sachte, aber bedrohlich gegen ihre Backen tippte. 

“Nicht lügen und mich anständig anziehen!”, erwiderte Sofía wie aus der Pistole geschossen. Sie war für heute echt bedient und legte es keinesfalls auf einen Nachschlag an.

“Ganz richtig. Ich denke, das reicht.” Das schien sie eher an Barry zu richten als an sie, aber da Sofía gerade nichts hörte, schien er wohl glücklicherweise zugestimmt zu haben. 

“Du bleibst hier jetzt noch einen Moment liegen, bis ich dir sage, dass du aufstehen darfst. Verstanden?”

“Ja”, erwiderte Sofía, innerlich voller Widerwillen. Am liebsten hätte sie sich in ihrem Bett verkrochen und die Decke über den Kopf gezogen. Stattdessen musste sie hier mit heißem, herausgestrecktem Po auf der Tischkante verharren. Wenigstens verschwanden Barry und ihre Mamá nach nebenan. Sie hörte sie noch halblaut miteinander sprechen. Was war das alles hier nur für ein blöder Scheiß… 

Ein Gutes hatte das alles, ihre Mutter hatte sie nicht angekeift wie sonst und von Hausarrest war bisher auch nicht die Rede gewesen… Aber irgendwie stank ihr diese ganze Geschichte dennoch gehörig. 

Ihr Kostüm war noch lange kein Grund für ne Strafe, fand sie und dass ihre Mutter das bisschen Geflunkere wegen der Party gleich “Lüge” nennen musste… 

Sie hatte nichts Gefährliches getan und auch niemanden verletzt oder geärgert. Je länger Sofía so lag, desto dämlicher fand sie die Situation. Sie nervte sie richtiggehend. Sofía packte sich an die Backen. Sie fühlten sich ein wenig wund und erhitzt an, kein Vergleich zu den letzten Malen, aber unangenehm genug. Fürs Texten am Steuer war die Strafe ja vielleicht auch einigermaßen gerechtfertigt gewesen, aber das hier… 

Wenigstens ließ ihre Mutter nicht lange auf sich warten. Vielleicht fünf Minuten später kam sie in die Küche zurück. “Du kannst aufstehen. Das Kostüm bleibt allerdings hier, das entsorge ich für dich.”

Sofía zog ihr Höschen über die Hüfte nach oben und sah ihrer Mutter voller Widerwillen entgegen. Ihr schönes Kostüm! Sie verkniff sich dennoch jede weitere Diskussion. Sie saß ja doch am kürzeren Hebel.

„Für heute Abend bleibst du in deinem Zimmer und denkst über dein schlechtes Benehmen nach. Alles weitere…“ Ihre Mutter schien mit sich zu hadern. „Danach soll es dann auch gut sein.“ 

„Okay“, murmelte Sofía. Das hatte sie ganz bestimmt Barry zu verdanken. Den Hintern voll allerdings auch, dachte sie zähneknirschend. Also ging sie ohne ein weiteres Wort die Treppe hinauf. 

Kaum, dass sie in ihrem Zimmer war, kochte die Wut erst so richtig in ihr hoch. Was für ein abgefuckter Scheiß war das eigentlich gerade gewesen?! Wegen nichts und wieder nichts hatte ihre Mutter ihr den Arsch versohlt und jetzt sollte sie brav ins Bett gehen und sich damit abfinden, dass sie wie ein Kleinkind behandelt wurde?

Kurzerhand griff sie zu ihrem Smartphone, haderte kurz mit sich, ob sie Elena anrufen sollte… aber dann fiel ihre Wahl doch auf Jake. Irgendwie wusste der am meisten Bescheid, was gerade bei ihr los war. 

Er hob auch prompt ab, tat er immer. 

„Hey S. Na, bereit für den ganzen Spaß?“ 

„Hör mir bloß auf. Der Spaß ist vorbei. Das ist der ätzendste Abend in meinem ganzen Leben!“

„Oh… haben sie dich doch erwischt?“, fragte Jake mitfühlend.

„Allerdings. Weil Mirabella, die kleine Schlange mich verpetzt hat. Meine Mutter hat mich verhauen und ihren Neuen dabei zusehen lassen. Ich meine, wie abgefuckt ist das!“ 

„Ziemlich. Ihr Neuer, das ist der Dad von Louise und Chris, richtig?“

„Ja“, knirschte Sofía. „Barry. Dieser superstrenge Spießer.“

„Was für ein Scheiß. Tut mir leid. Das war’s wohl echt mit der Party. Bei einem wie dem im Haus solltest du dich besser nicht rausschleichen.“ 

Sofía hielt inne. Wenn er das so sagte, fühlte sie sich mehr herausgefordert als alles andere. Warum jetzt klein beigeben? Wegen nem Hintern voll? Sie hatte die Strafe heute echt nicht verdient! Auszugehen im Gegensatz dazu doch allerdings! 

„Und wenn ich’s doch tun will, hilfst du mir?“, fragte sie also. 

„Wow, also das muss man dir lassen, S. Du hast echt Eier. Klar, ich bin dabei. Was stellst du dir vor?“

Sofía biss sich auf die Unterlippe. Und langsam blühte in ihrem Kopf ein Plan auf.

22 Kommentare zu „Halloween (Truckstop Part 4)

    1. Ich muss gestehen, dass ich beim Lesen der Überschrift zu Teil 1 auch eine vage Assoziation in Richtung deutscher Country Musik hatte…. und gar nicht unbedingt gute… Ich wurde auf jeden Fall positiv überrascht. Vielleicht hat sich die Reihe um Sofia aber mittlerweile aber doch einen anderen Namen verdient?

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  1. Also gemeine Cliffhanger kannst Du wirklich 😅
    Wieder eine schöne Geschichte, wobei ich diesmal wirklich sagen muss, dass ich etwas Mitleid mit Sofia habe. Ich meine, da bahnt sich doch die erste Teenieliebe an und ihre kleine Schwester haut sie so in die Pfanne… Ich bin gespannt, wie es weiter geht!

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    1. Hey, ja sorry dafür 😀 Aber irgendwo musste ein Cut sein.
      Alles gut so, so ist es ja auch beabsichtigt, immerhin ist sie die „Heldin“ der Geschichte 🙂 Und Mirabella war in dem Szenario aus ihrem Zorn auf Sofía heraus tatsächlich ziemlich fies drauf.

      Danke für deinen Kommentar!

      glg
      rbg

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  2. Sehr schöne Geschichte. Wiederholt grinsen musste ich, wenn Du Sofías Gedanken schilderst, die sie (schlaues Mädchen!) nicht ausspricht.

    Ein bisschen geht es mir wie Luise, dass mir Sofía leidtut. Verpetzt von der eigenen Schwester. Ob das noch zu Rache führt? Aber dann … sie tut mir auch nur ein bisschen leid, denn natürlich lese ich die Schilderung des Povolls gerne. 😉

    Ich fands gut, dass Barry Mirabellas Petzen nicht belohnt – ganz im Gegenteil.

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  3. Die Nicklichkeiten zwischen den beiden Schwestern, die dann durch die eingeschnappte Mirabella zu einem unguten Ende für Beide geführt haben, hast Du sehr schön beschrieben. Ich denke mal, dass fast jeder, der Geschwister hat, sich da irgendwo wiederfindet. Um so bitterer, da Sofía sich ja eigentlich schon wieder vertragen wollte.

    Bleibt abzuwarten, ob Miss Perfect Ihre Einstellung zu Berry nicht vielleicht doch etwas überdenkt. Wahrscheinlich empfand sie die paar Klapse schlimmer als Sofía die ganze Tracht Prügel. Sie wird die „Ermahnung“ auch auf keinen Fall als „verdient“ sondern eher als himmelschreiend ungerecht empfinden.

    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich der Halloween-Abend weiter entwickelt und freue mich auf die Fortsetzung.

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    1. Heyhey,

      oh ja, ich denke, da kann ich dir nur aus vollstem Herzen zustimmen, wir kennen es alle 😉 Und ich denke, an der Stelle haben sich weder Sofía noch Mirabella mit Ruhm bekleckert. Hier könnte man argumentieren, dass Sofía die Ältere ist, aber ebenso, dass Mirabella wirklich nicht petzen sollte.

      Wir dürfen gespannt sein, wie Mirabella das sieht. Fest steht schon, da sie die „perfekte“ Tochter ist, kennt sie es natürlich viel weniger, auf Fehler hingewiesen zu werden.

      Ich sitze schon dran (und hoffe, die Fortsetzung kommt zeitnah und nicht erst Weihnachten… hust)

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  4. Hier hatte ich zum ersten Mal wirklich Mitleid mit Sofiá, weil es auch das Verbot der Party allein getan hätte. Allerdings legt ihre Mutter wohl so viel Wert auf Anstand und Ehrlichkeit, dass sie sich das hätte denken können und dann ist es ja doch wieder stimmig. Dass Barry einer Spanking-unerfahrenen Mutter zu einem Kochlöffel rät, ebenfalls.

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber DIESE REIHE BRAUCHT DRINGEND EINEN TEIL MIT MIRABELLA!!!1! Ein ganz bisschen ist es ja jetzt schon angelegt und gerade weil sie zwar immer so betont lieb tut und dann doch so hinterlistig ist, hat sie es mal gehörig verdient. Vielleicht reitet Sofiá sie ja dieses Mal rein wie zuvor Chris, wofür sie sich dann auch wieder schlecht fühlen kann.

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    1. Stimmt schon, dass das Partyverbot vielleicht an Strenge gereicht hätte, allerdings wäre die Mutter im Normalfall viel wütender geworden und hatte sich mit Barry auf diese Methode geeinigt.

      Jup, ich sehe das auch so 😉 Und du hast recht, der Teil ist schon darauf angelegt, dass man durchaus anfängt, Mirabella als „Ziel“ für eine Strafe zu betrachten.

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  5. Aus dem Wohnzimmer kamen Schreie und Gestöhne…“ als ich den Satz gelesen habe erwartete ich ehrlich gesagt was anderes 😏

    Übrigens wollte ich mal sagen wie toll ich es finde das du bei deinen Geschichten die Wünsche deiner Leser berücksichtigst 😃 hoffentlich fühlst du dich durch die vielen Vorschläge nicht unter Druck gesetzt.

    Ich freu mich schon sehr auf den nächsten Teil. Sollte Sofia erwischt werden (und davon gehe ich aus) dürfte ihre Strafe ähnlich hart werden wie im ersten Truckstop. Ich traue es Barry auch zu Sofia vor allen Partygästen zu versohlen.

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    1. Hahaha… Also das war natürlich nicht ganz unbeabsichtigt 😁😁

      Also ich muss sagen, im Großen und Ganzen mag ich Vorschläge, solange sie nicht als Forderungen gemeint sind, kann ich mir ja rauspicken, was mich inspiriert und dann damit arbeiten. Also ist es definitiv cool, wenn Vorschläge meinen Horizont erweitern und mich auf neue Ideen bringen.

      Das wäre dann wohl der Fall, da würde Barry ganz bestimmt keine halben Sachen machen 😉

      Danke für deine lieben Worte!

      Glg
      rbg

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