20. Gute, alte Zeit (Onkel Jeff)

Josie lehnte sich gegen das Geländer des Balkons und musterte Chris. Er hatte gerade die zweite Zigarette aus der Schachtel gefummelt und steckte sich diese selbst an. Sie hielt bereits eine in der Hand, hatte sich aber fest vorgenommen, höchstens zu paffen. Schon vor ein paar Jahren hatte sie beschlossen, dass Rauchen ebenso verschwenderisch wie ungesund war und es sich abgewöhnt. Nicht dass sie je so süchtig danach gewesen wäre wie ihr Ex. So richtig Raucher war sie eigentlich nie gewesen.

Aber gerade wollte sie unbedingt etwas tun, was womöglich Jeff auf die Palme brachte, nachdem er sie so aufgewühlt hatte. Mit ihrer Zigarette in der einen und der selbst gemixten Fruchtbowle von Finn in der anderen Hand fühlte es sich jedenfalls gerade sehr selbstbewusst und auch ein wenig, als würde sie etwas Verbotenes tun. Das Gefühl gefiel ihr.

“Also, erzähl mal, Josie”, sprach nun Chris und blies den Rauch aus, lehnte sich betont lässig ans Geländer. Fast hätte sie gekichert. Oh ja, er war ja soo cool…

“Was soll ich denn erzählen?”

“Wie es dir so ergangen ist. Und was eben los war. Gab es Ärger im Paradies?”

“Das hättest du wohl gerne”, erwiderte Josie. Sie wollte gar nicht mit Chris streiten, aber dieser blöde Spruch erinnerte sie prompt daran, wie er sich vorhin Jeff gegenüber benommen hatte.

“Jetzt sei doch nicht gleich so pampig.”

“Ich finde einfach ätzend, dass dir nichts Besseres einfällt, als uns zur Begrüßung so nen Spruch zu drücken. Du weißt genau was Sache ist und fährst uns gleich in die Parade. Meinst du, für mich war es einfach, mich in den Freund von meinem Dad zu verlieben?”

“Ich hätte dich jedenfalls nie für ein Sugarbabe gehalten”, erwiderte Chris nicht allzu ernst. Sie musste lachen.

“Du bist einfach nur so ein Arsch, weißt du das?!”

Auch er lachte und sah sie dann an. “Du hättest dich wenigstens ab und zu melden können, weißt du? Eigentlich hatten wir ausgemacht, dass wir Freunde bleiben.”

“Das sagt man doch nur so und dann klappt es doch nie richtig”, erklärte Josie, wenn auch ein wenig schuldbewusst.

“Ich hab dich jedenfalls vermisst”, setzte er nach.

Sie seufzte und sah ihn an, musste dabei an Alinas Worte denken, dass er noch lange an der Trennung geknabbert hatte. Sie wollte jetzt auch nicht gemein zu ihm sein. Immerhin hatte er nie etwas Schlechtes getan. Ihre Beziehung hatte sie eben nur irgendwann nicht mehr erfüllt.

“Ich vermisse unsere Netflix-Abende”, sagte sie darum.

“Du meinst, wenn wir uns zwei Stunden lang nicht einigen konnten, was wir anschauen sollen und dann irgendwann den Zufall haben entscheiden lassen?”

“Hey, da kamen manchmal die besten Sachen bei raus”, verteidigte Josie ihre Taktik.

“Oh ja, ‘Killer Clowns from Outer Space’ werde ich wohl niemals vergessen können”, grinste Chris. Josie kicherte ausgelassen und nahm einen großen Schluck Bowle.

“Du hättest mir einfach sagen können, wenn dir etwas gefehlt hat, weißt du”, sprach er dann plötzlich ernst. Josie verschluckte sich fast an dem scharf alkoholisch schmeckenden Drink. Oh nein… er fing doch jetzt nicht wirklich mit diesem Thema an, oder?

“Mach dir darum bitte keine Gedanken”, sprach sie abwehrend und fühlte, wie ihr Gesicht heiß wurde. Sie konnte ohnehin nicht sehr gut darüber sprechen und jetzt noch mit ihrem Ex?

“Das ist irgendwie leichter gesagt als getan. Man fragt sich ja am Ende immer, was man anders hätte machen sollen, wenn so eine lange, eigentlich glückliche Beziehung zu Ende geht. Und als ich von Finn gehört habe…”

“Finn ist ein ganz schönes Plappermaul!”, fiel Josie Chris ins Wort. “Ich kann nicht fassen, dass er dir das erzählt hat!”

“Ich bin froh darüber. Jetzt kann ich alles irgendwie besser einordnen. Ich meine, es waren schon Zeichen da.”

“Ach ja?”, fragte Josie nun etwas kleinlaut. Das war ihr nicht bewusst gewesen.

“Schon. Ich meine, du hast immer wieder mal den Witz gerissen, dass ich dich übers Knie legen soll, wenn ich mich über dich ärger. Und wenn diese Szenen in Filmen vorkamen, bist du immer so komisch still geworden. Außerdem hab ich ab und an bemerkt, dass du bei Netflix auf genau die Szene zurückgespult hattest…”

Oh Gott, dachte Josie. Irgendwie fühlte sie sich gerade wie ein Teenager, der von seinen Eltern beim Masturbieren erwischt worden war. Und just in diesem Augenblick ging die Balkontür auf. Josie zuckte heftig zusammen, erst dann bemerkte sie, dass es nur Jeff war, der beide mit einer Art entspannten Neugier betrachtete.

“Hier steckst du also. Seit wann rauchst du denn?”, fragte er, eher überrascht als prüfend, doch sie, aufgewühlt war sie war, erwiderte unfreundlich “Ist das ein Problem?!”

Er hob eine Braue, nun war sein Blick schon eine ganze Spur missbilligender. Das konnte sie gerade wirklich so gar nicht gebrauchen.

“Ist was?! Wir führen hier gerade ein vertrauliches Gespräch.” Sie wusste selbst nicht, was in sie gefahren war. Irgendwie war es eine Mischung aus ‘ertappt worden sein’, Beschämung darüber, was Chris wusste und dem dringenden Bedürfnis, genau das zu überspielen. Er sollte nicht denken, dass zwischen Jeff und ihr irgendwelche Hierarchien herrschten und sie sich von einem Mann etwas sagen ließ. Auch wenn es natürlich in Wahrheit öfter mal stimmte.

“So so, vertraulich also”, erwiderte Jeff ganz ruhig. So ruhig, dass es schon ein wenig bedrohlich wirkte. Ihr wurde ganz flau im Magen. Und heiß zwischen den Beinen.

“Josie kommt gleich wieder rein. Wir würden das nur wirklich gerne zuende besprechen”, sprang nun Chris für sie in die Bresche. Na eigentlich hatte sie gar keine Lust, dieses Gespräch zuende zu führen. Aber das wollte sie nun auch nicht so deutlich zeigen. Josie leerte ihren Drink mit einem großen Schluck. Dabei bekam sie fast einen Hustenanfall. Was für ein Teufelszeug!

“Hol du mich doch so lange noch was zu trinken, Schatz” Mit diesen Worten drückte sie Jeff ihr leeres Glas in die Hand. Im Normalfall las ihr Jeff jeden Wunsch von den Augen ab. Aber dass er sich nicht gerade als Laufbursche rumschicken lassen würde, damit sie mit ihrem Ex ein vertrauliches Gespräch führen konnte, war ihr eigentlich klar. Er funkelte sie dunkel an. Herrgott, was genau machte sie hier eigentlich?

Plötzlich beugte er sich über sie und sie wollte unwillkürlich einen Schritt weg von ihm machen, doch stieß mit dem Rücken gegen das Balkongeländer. Also stand sie ganz still während er sich an ihr Ohr beugte.

“Do you really wanna go down that rabbithole, Alice?”, flüsterte er ihr mit seiner dunklen Stimme zu. Sie bekam eine Gänsehaut, erst in der Nähe ihrer Ohrmuschel, dann am ganzen Körper. Er nahm wieder etwas Abstand und sie sah ihn nur mit riesigen Augen an.

“Komm rein und hol dir deinen Drink… wenn du hier fertig bist.” Mit diesen wieder laut gesprochenen Worten öffnete er die Balkontür und sah sie fordernd an. Ihr war klar, was sein Ultimatum war. Sie konnte sich jetzt noch immer am Riemen reißen, Chris auf der Stelle stehen lassen und ihrem Freund nach drinnen folgen. Sie konnte sich aber auch weiter so absolut daneben benehmen… und dann? Sie schluckte. Alles an ihr kribbelte. Es war, wie auf eine heiße Herdplatte zu fassen, obwohl man wusste, dass man sich verbrennen würde.

“Na schön, dann eben nicht”, ließ Jeff auf ihr viel zu langes Zögern verlauten und schloss die Tür hinter sich. Josie starrte ihm hinterher. Scheiße. Also war es das jetzt? War sie bereits ins Kaninchenloch gesprungen? Und was würde sie unten angekommen erwarten?

“Was war das denn?”, fragte Chris neben ihr.

“Halt einfach die Klappe, okay?”, erwiderte Josie unwirsch. “Gib mir lieber noch eine Zigarette.”

Er hielt ihr das Päckchen in und sie zog mit unruhigen Finger eine neue Kippe heraus. Nur dass sie diesmal richtig rauchen würde. Chris gab ihr Feuer und sie atmete tief ein. Fuck. Fuck, fuck, fuck. Was hatte sie da eben getan? Was wären die Konsequenzen? Er würde ihr doch nicht etwa vor versammelter Mannschaft die Hölle heiß machen? Doch nicht vor einer Menge Fremder… Sie könnte keinem von denen jemals mehr in die Augen sehen.

“Das ist total merkwürdig, Josie. So kenn ich dich gar nicht. Du lässt dir doch sonst auch von keinem etwas sagen.”

“Boah… hab ich dir nicht gerade gesagt, dass du die Klappe halten sollst, Chris?!” Ihre Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt und jetzt sollte sie sich auch noch mit seiner blöden Fragerei rumärgern.

“Hey, nicht in diesem Ton!”, warf nun Chris ein. Sie sah ihn nur müde an. Am liebsten hätte sie ihn lauthals aufgelacht. Machte er gerade Jeffs autoritäre Stimmlage nach?

“Lass es einfach. Das passt nicht zu dir. Das beantwortet auch die Frage, warum wir darüber nie geredet haben.” Sie wollte eigentlich nicht so verletzend direkt sein, aber gerade hatte sie zu schlechte Laune, um sich vorsichtiger auszudrücken.

“Das weißt du doch gar nicht, wenn du mir keine Chance gibst, es zu versuchen!”

“Weißt du was?” Sie atmete durch, dann sah sie wieder in seine treuen Hundeaugen und wurde weicher. Nein, sie sollte nicht so auf ihm rumtrampeln, das hatte er echt nicht verdient.

“Ich habe dich wirklich geliebt, Chris. Wir hatten eine wundervolle Zeit. Aber jetzt liebe ich Jeff. Du musst das nicht verstehen, aber du machst es dir selbst leichter wenn du es akzeptierst.” Sie legte ihre Hand auf seine Schulter. “Nichts für ungut, ja?”

Er wirkte sehr unglücklich. “Ich habe einfach das Gefühl, dass wir eine Chance verpasst haben, verstehst du? Ich hätte für dich alles sein können wenn du mich gelassen hättest.”

Sie schüttelte unwillkürlich den Kopf. Daran zweifelte sie doch sehr. “Ich geh jetzt besser rein. Aber ich fand es toll, dich mal wiederzusehen. Ganz ehrlich.” Sie drückte die Kippe am Balkongeländer aus und stieß dann die Tür auf, um wieder hineinzugehen.

“Da bist du ja!”, begrüßte Alina sie, als sie ins Wohnzimmer kam. Ja, da war sie. Ganz prima, wirklich.

“Komm schon” Ihre Freundin gab ihr einen Stoß, als sie ihr unglückliches Gesicht sah. “Da war doch nichts dabei”, flüsterte sie verschwörerisch. “Es hat uns allen doch in Wahrheit ne Menge Spaß gemacht.”

“Ich weiß nicht, ob ich heute noch so viel Spaß habe, Alina”, flüsterte Josie. Alina sah sie fragend an, wurde dann aber von den anderen Partygästen gerufen und sagte leise “Ich muss jetzt, du weißt schon, die Powerpoint mit den ganzen peinlichen Kinderbildern, die Finn lieber vergessen hätte.” Sie kicherte ausgelassen und ging dann zu dem bereitgestellten Laptop.

Josie sah sich um und entdeckte auf dem Sofa Jeff, der aufmerksam dem Treiben folgte. Zögerlich ging sie auf ihn zu und nahm ohne ein Wort neben ihm Platz.

“Na, bist du fertig geworden?”, sprach er vermeintlich unverbindlich. Sie sah ihn reumütig an, er jedoch nur nach vorne.

“Es tut mir leid”, flüsterte sie kleinlaut.

“Ich glaube ich sorge besser selbst dafür, dass es dir leid tut”, gab er ihr zu verstehen. “Dein Drink steht neben dir.”

Sie nahm das Glas in die Hand und trank einen großen Schluck. “Ich hab gar nicht geflirtet oder so”, erklärte sie weiter gedämpft.

Er gab keine Antwort, aber vorne hatte Alina auch angefangen, ihre Rede zu Finns letzten 29 Lebensjahren zu halten. Vorsichtig griff Josie nach Jeffs Hand und war unglaublich erleichtert, als er nahm und drückte. Sie lehnte sich mit dem Kopf an seine Schulter und sah zu, wie Alina mit allerlei kleinen Anekdoten Finns Kindheit beschrieb und dazu die passenden Bilder laufen ließ. Er war mit seinen blonden Locken einfach ein unglaublich niedliches Kind gewesen. Josie schaffte es, zumindest für den Moment wieder zu entspannen.

Als die Vorstellung schließlich zuende war, ging Finn zu seiner Freundin, umarmte sie und bedankte sich. Josie bemerkte, dass auch Chris sich inzwischen wieder im Wohnzimmer befand, unscheinbar in der anderen Ecke des Raumes. Dennoch machte es sie etwas nervös.

“Josie, hilfst du mir mal gerade mit dem Kuchen?”, fragte Alina sie, nachdem sie den Projektor ausgeschaltet hatte und wieder Hintergrundmusik lief.

“Ja, na klar.” Sie erhob sich und lächelte Jeff noch einmal zu, dessen Blick jedoch recht undurchsichtig wirkte.

In der Küche wollte Josie ihrer besten Freundin eigentlich von dem soeben geschehenen und ihren Bedenken erzählen, aber Alina scheuchte sie ganz schön durch die Gegend und so kam die Gelegenheit gar nicht auf.

Schließlich gab es also noch Kaffee und Geburtstagstorte und man saß in Grüppchen und sprach über dies und jenes. Inzwischen hatten sich Finn und Alina zu ihnen gesellt und Finn erzählte Jeff von dem Motorrad, an dem er gerade herum schraubte. Josie bekam kaum einen Bissen von der eigentlich leckeren Torte herunter. Sie fragte sich die ganze Zeit, was noch geschehen würde und vor allem wann und wie.

Nach der Torte leerte sich langsam die Party und die ersten Gäste begannen sich zu verabschieden. Weil Josie versprochen hatte, beim Aufräumen zu helfen, war klar dass sie noch bleiben würden.

Sie half Alina schon einmal Teller in die Küche zu tragen, während Finn sich nach und nach bei den aufbrechenden Gästen bedankte.

Als sie schließlich ins Wohnzimmer zurückkehrten, stellte Josie fest, dass nur noch Chris und Jeff dort saßen. Chris mal wieder an seinem Handy, Jeff blätterte in einem der Motorradkataloge, die Finn mitgebracht hatte.

“Willst du dir auf deine alten Tage noch so eins anschaffen?”, fragte sie. Sein Blick verhieß, dass er diesen Spruch gerade nicht besonders lustig fand. Sie hätte sich auch in den Arsch beißen können. Warum hatte sie jetzt schon wieder provoziert?

“Na gut, Liebes” Er legte den Katalog beiseite. “Ich finde, es wird Zeit zum Reden.”

“Wie… hier… jetzt?” Josie sah sich unruhig um. Alina und Finn hatten auch wieder den Raum betreten. Alina, die gerade noch ein paar leere Gläser in die Hand genommen hatte, sah überrascht zu ihnen herüber.

“Alles in Ordnung?”, fragte sie.

“Nicht wirklich. Josie hat sich vorhin auf dem Balkon ziemlich respektlos mir gegenüber verhalten und mir wäre viel daran gelegen, dieses Ungleichgewicht wieder gerade zu bekommen. Vorausgesetzt es macht euch nichts aus.”

Alina schien erstaunt, doch Finn schien noch ein Stück mehr die Kinnlade herunter zu fallen. Er sah herüber zu seinem besten Freund und zugleich Josies Ex Chris und dann wieder zu Jeff und Josie.

“Das macht uns nichts, nein, aber Chris…”

“Es ist nun wirklich nicht so, als würde mir das etwas ausmachen!”, sprach dieser plötzlich mit fester Stimme. Josie starrte ihn an.

“Was soll das?! Willst du mir damit was beweisen oder wie? Jeff… ich verstehe dass du sauer bist und ich hab eindeutig daneben gehauen aber lass uns jetzt bitte einfach…”

“Zieh dein Kleid hoch und dein Höschen runter”, befahl Jeff. “Und dann legst du dich über mein Knie.”

Josie öffnete entsetzt den Mund.

“Jetzt sofort. Kein Wort mehr”, setzte er nach.

Sie wusste nicht, was sie dazu bewog, so prompt zu gehorchen, ob das schlechte Gewissen oder die Vorahnung, dass er das schon die ganze Zeit über so geplant hatte, doch sie krempelte sich wie ferngesteuert das Kleid hoch und zog sich ungeschickt selbst das Höschen bis in die Kniekehlen. Ihre Wangen waren dabei feuerrot geworden. Sie sah Jeff noch einmal an, doch sein leichtes Kopfnicken genügte, um sie dazu zu bewegen, sich wie befohlen über seinem Schoß zu platzieren.

“So” Seine Hand strich unsanft ihre blanken Backen entlang und machte ihr somit nur umso bewusster, wie ausgeliefert sie ihm war.

“Wieso müssen wir das hier jetzt machen, junge Dame?”

Jetzt nannte er sie auch noch so… sie vergrub verlegen ihr Gesicht im Sofapolster.

“Weil ich respektlos zu dir war. Sehr respektlos!”, nuschelte Josie. “Bitte nicht so dolle.”

“Wir machen es so fest wie du es verdient hast”, erklärte er und holte aus, dann ließ er die Hand zum ersten Mal auf ihre Backe klatschen. Josie zuckte und kniff die Augen zu. Jetzt bekam sie wirklich unter den Blicken von drei Leuten den Hintern verhauen! Etwas Peinlicheres konnte sie sich nicht vorstellen.

Sie wünschte sich wirklich, sie könnte sich gerade aus dem eigenen Körper winden und verschwinden. Jeff fackelte nicht lange, er begann ihr in raschem Tempo die Backen auszuklatschen. Sie spürte, dass die von vorhin noch empfindlicher waren, doch der Schmerz war gerade viel weniger das Problem als die heftige Beschämung.

Schlimm war auch, wie still es um sie herum war. Zwar dümpelte noch leise die Stereoanlage vor sich hin, doch viel deutlicher zu vernehmen waren die klaren Klatschgeräusche. Alle drei Zuschauer schwiegen, ob nun aus Verlegenheit, Unbehaglichkeit oder Faszination wusste Josie nicht einzuordnen. Irgendwie wollte sie deren Gesichter sehen, aber sie schämte sich viel zu sehr, um aufzuschauen. Vorhin hatten Alina und Finn sich immerhin noch über das gesehene ausgetauscht, aber da hatte all das auch nicht so viel Ernst gehabt wie gerade jetzt.

Josie schnaufte, hob nun doch den Kopf aus den Kissen und holte Luft. Ihr war so heiß. Leider auch untrüglich zwischen ihren Beinen. Sie wollte nicht, dass diese Situation sie so anturnte, doch das tat sie. Die Beobachter heizten sie an, ebenso wie der Gedanke, dass Jeff das jetzt ohne Pardon einfach durchzog, wie ein strenger Vater der auch nicht davor zurück schreckte, der ungezogenen Tochter vor ihren Freunden die nötige Lektion zu erteilen. Es verstärkte das Gefühl, sich so unmöglich benommen zu haben, dass die Strafe nicht mehr bis daheim warten konnte.

Jeff ließ sich von keiner ihrer Reaktionen in irgendeiner Weise irritieren. Er hatte sie mit der Linken fest im Griff und ließ die Rechte die strafende Arbeit verrichten. Dabei war er wirklich nicht zimperlich. Josie wurde unruhig, auch wenn sie nicht wollte. Immerhin streckte sie ihre nackte Kehrseite ausgerechnet in Chris’ Richtung.  Wenn sie zu sehr zappelte, konnte der ihr am Ende noch zwischen die Beine glotzen. Nicht, dass er das alles noch nie gesehen hatte… aber es musste doch nun wirklich nicht sein.

“Au!”, quietschte sie, inzwischen waren ihre beiden Backen zigfach ausgeklatscht worden, jedes Stückchen Haut gefühlt hundertfach bearbeitet. Der Alkohol, den sie bereits intus hatte, tötete dabei zwar ein bisschen was vom direkten Schmerz ab, dafür machte er sie aber hemmungsloser und somit auch wehleidiger.

Jetzt war der Knoten geplatzt. Mit einem Mal war sie zappelig, geräuschvoll, jammerte, was das Zeug hielt.

“Ahh… es tut mir leid! Wirklich… auauau!”

“Das kann ich mir vorstellen”, erwiderte Jeff ungerührt. Klang nicht danach, als wäre er schon fertig mit ihr. Sie begann sich auf dem Schoß zu winden, als könnte sie so seinen gezielten, harten Klapsen etwas ausweichen, aber keine Chance…

Dabei fand sie ja eigentlich, dass sie es diesmal wirklich verdient hatte. Sie hatte den Bogen überspannt und ihr Mund war schneller gewesen als ihr Verstand. Hätte er vor seiner Ex so mit ihr geredet… sie hätte ihn umbringen müssen. Private Gespräche, die ihn nichts angehen… wie gemein und rücksichtslos, so etwas zu sagen.

Sie kniff die Augen zu. Dann sollte er ihr eben noch ordentlich einheizen. Wenn es denn sein musste.

Nach dieser Erkenntnis klatschte er ihr bestimmt noch fünf Minuten gründlich die Backen aus. Dann endlich ließ er von ihr ab.

“Ohhh…” jammerte sie und ihre Hände flogen auf den Popo. Dass sie Zuschauer hatten, interessierte sie herzlich wenig als sie sich hemmungslos die heißen Backen knetete. Er hatte mal wieder ganze Arbeit geleistet.

“Du musst ja echt sehr respektlos gewesen sein”, war der erste Satz, natürlich von der Mutigsten im Raum, Alina.

Schwer atmend blickte Josie auf. Sie war aus mehr als einem Grund aufgewühlt. Mit heißem Gesicht nuschelte sie “Ja… war ich.”

Jeff war ein Gentleman und zog ihr das Höschen die wunden Backen galant hoch, richtete ihr Kleid, auch wenn sich unter dem warmen Samt die Hitze ganz gehörig staute.

“Danke, dass wir das gleich hier klären konnten, ich denke das war sehr effektiv”, erklärte er.

“Nichts zu danken. Wir wollten ja sowieso mal zusehen. Wer hätte nur gedacht, dass das gleich heute ist…”, sinnierte nun wieder Alina. Josie kletterte langsam vom Schoß ihres Freundes.

“Ich freu mich ja echt, dass ihr heute so viel von uns lernen konntet”, sprach sie nicht ohne Sarkasmus in der Stimme. Einen winzigen Blick warf sie in Chris’ Richtung. Seine Gesichtsfarbe schien kaum besser zu sein als ihre eigene. Das ganze war eindeutig nicht spurlos an ihm vorbei gegangen.

“Aber wir müssen jetzt langsam heim. Ist das okay?” Sie nahm Jeffs Hand, der ihr zulächelte.

“Na klar!”, sprang nun Finn ein, etwas zu betont locker. “Es war echt toll, dass ihr da wart. Danke für das Geschenk und… alles, schätze ich.”

“Danke für die Einladung. Hat mich gefreut, dich kennenzulernen” Jeff schüttelte Finns Hand ganz anständig und ließ sich dann von Alina drücken, ehe diese das selbe bei Josie tat.

“Schreib mir”, flüsterte sie an ihr Ohr. Josie nickte stumm.

“Machs gut, Christoph“, verabschiedete Jeff sich äußerst höflich. Angesprochener hatte gerade den Blick eines 14jährigen, der zum ersten Mal Pornos im Internet entdeckt hatte und von all den Eindrücken überfordert war. Nun tat er Josie schon wieder ein wenig leid.

„Ciao. Kommt gut heim“, gab er betont lässig von sich. Josie sagte gar nichts mehr und verließ mit ihrem Freund im Schlepptau eilig die Wohnung. Bei jedem Schritt nach draußen spürte sie ihren versohlten Hintern. Das war echt nicht ohne.

An seinem Auto angekommen wartete sie ungeduldig, dass er aufschloss. Sie wollte nichts dringender als nach Hause.

„Und, wie hat dir der Abend gefallen?“, fragte Jeff unverbindlich. Endlich schloss er den Wagen auf.

„Ein verdammter Mistkerl bist du!“ Mit diesen Worten packte sie ihn am Kragen und riss ihn das Stück herunter zu sich, um ihn hemmungslos zu küssen. Sie spürte förmlich das Grinsen auf seinen Lippen als er die Arme um sie schlang und den Kuss erwiderte. Verdammt, sie wollte ihn so sehr. Das konnte unmöglich bis zuhause warten.

Also drängte sie ihn in Richtung der hinteren Seitentür seines Wagens, er schien zum Glück gleich zu wissen, was los war und öffnete die Tür, stieg auf den Rücksitz und wartete, bis sie hinterher geklettert kam. Sogleich setzte sie sich rittlings auf seinen Schoß, ließ den leidenschaftlichen, soeben begonnenen Kuss wieder aufflammen. Zum dritten Mal am heutigen Abend schob sie sich das Kleid hoch und das Höschen herunter, nur diesmal endlich aus dem richtigen, unanständigen Grund. Auch Jeff fackelte nicht lange, öffnete den Reißverschluss seiner Hose mit einem beherzten Ruck und befreite seine aufgerichtete Männlichkeit.

Wohlig seufzend ließ sich Josie auf ihn sinken, war so aufgeheizt und feucht, dass dabei ein sattes Schmatzgeräusch entstand. Sie fand Halt an seinen Schultern und begann sich, so gut es die niedrige Decke des Autos zuließ, auf ihm zu bewegen. Nach wenigen Stößen spürte sie schon, wie unsagbar gut es tat, der heißen Lust, die die Bestrafung zuvor ausgelöst hatte, nun endlich nachgehen zu können. Ausgelassen stöhnend bewegte Josie ihr Becken rhythmisch auf und ab. Jeff hatte die Hände auf ihre Hüften gelegt, den Kopf gegen die Kopfstütze gelehnt und genüsslich die Augen geschlossen. Seine erregten Laute heizten sie nur mehr an.
Es tat gerade so gut, war offensichtlich genau das, was sie beide gebraucht hatten. Darum dauerte es auch nicht sonderlich lange, bis ihre stöhnenden Laute der Erregung anschwollen, genau wie sein berstend harter Schwanz in ihr. Als er sich entlud, zuckte auch sie arhythmisch, genoss, wie der Orgasmus in Wellen durch ihren Körper jagte.

Sie ließ das Gefühl ausgiebig abebben, erst dann hob sie sich behutsam an und zog sich aus ihm. Sie war nun erst recht vollkommen fertig, durchgeschwitzt, ihr war heiß und kalt zugleich. Ungalant ließ sie sich auf den Sitz fallen.

“Verdammt, ich kann nicht glauben, dass du das durchgezogen hast. Mich vor allen drei zu versohlen…”, hauchte sie außer Atem.

“Ich kann nicht glauben, dass du dachtest, ich würde es nicht durchziehen”, erwiderte Jeff verschmitzt.

Sie sah zu ihm herüber und grinste verlegen. Manchmal wunderte sie sich doch sehr über sich selbst. Doch eines stand fest. Der Sprung ins Kaninchenloch hatte sich voll ausgezahlt.

8 Kommentare zu „20. Gute, alte Zeit (Onkel Jeff)

  1. sehr schön, mir gefällt diese Aspekt der Beschämung so gut. Das ist so wirkungsvoller als der Arschvoll selbst, Publikum ist schon sehr peinlich auch das nachzappeln und die Aussichten, ganz niedlich. Könnte etwas fester sein…, vielen Dank!

    Gefällt 1 Person

  2. Ich habe ein bisschen was nachzuholen, was Deine Geschichten angeht. Mir hat gut gefallen, wie Josie ihre Strafe regelrecht provoziert – sicherlich weil sie ahnt, dass die Bestrafung zugleich richtig peinlich und richtig anmachend sein wird.

    Und Du hast mir ein Grinsen ins Gesicht gezaubert mit der Beschreibung von Chris‘ Reaktion („wie ein 14-Jähriger …“).

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo C,

      Ich freu mich jedenfalls sehr von dir zu lesen! 🙂 Ich war in letzter Zeit ja auch wieder sehr aktiv.
      Das hast du sehr gut erkannt, Josie hat definitiv provoziert, was da mit ihr passiert ist, den Vorgeschmack hatte sie ja bereits erhalten.

      Hehe, das freut mich natürlich. Ich baue irgendwie automatisch immer ein bisschen Humor mit ein und es ist schön, wenn der gut ankommt.

      Glg,
      rbg

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  3. Sorry, mein Kommentar
    Kommt aus persönlichen Gründen
    Sehr spät.
    Ja , Josie gefällt mir gar nicht.
    Warum in aller Welt kann sie
    Nicht zu ihren sexuellen Wünschen
    stehen und diese ihrem Partner
    Mitteilen. So hatte ihre Beziehung nie
    eine Chance.
    Ich find es auch gar nicht gut, dass sie
    angeblich im Guten mit Chris
    Auseinander gegangen ist und ihn
    dann einfach geschnitten hat.
    Ist das ihre Sicht des Spruches, dass
    Man Freunde bleiben will.
    Für Chris freut es mich , dass vor seinen Augen seine Ex durchgehauen
    wird. Er erkennt, dass in einem
    Entsprechend aktiven Teil seine
    Träume liegen und er findet hoffentlich
    bald eine Partnerin, bei der er seine
    sexuellen Wünsche umsetzen kann.
    Josie gönne, dass er nackter Hintern
    Vor den Augen ihres Ex und ihrer
    besten Freundin durchgehauen wird.
    Aspekt der Beschämung, da schließe
    Ich mich den Vorkommentatoren
    An

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Helmut,

      gar kein Problem. Josie lernt es ja nach und nach, in ihrer neuen Beziehung zumindest weiß sie in diesem Fall die Situation so auszureizen dass sich ihre sexuellen Wünsche erfüllen.
      Stimmt, es ist wirklich nicht gerade die netteste Art zu sagen, dass man Freunde bleiben würde und es dann nicht zu tun. Vielleicht fand es Chris daher auch gar nicht so schlecht, Zeuge des ganzen zu sein, wer weiß 😉
      Es freut mich jedenfalls, dass du es mochtest und gerne gelesen hast.

      glg,
      rbg

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