Ein gefährliches Vorhaben Teil 2 (Harry Potter Fanfiction)

a/n: Als Dank für eure rege Teilnahme an der Umfrage und weil ja viel Interesse daran zu bestehen scheint, habe ich mich entschlossen, gleich heute die nächste Geschichte zu veröffentlichen. Ich will ehrlich sein, sie war, als ich die Umfrage gestartet hatte, als einzige noch nicht fertig, aber die Idee stand. Als ich gesehen habe, dass viele eine Fortsetzung wollten, hat mich das riesig motiviert und voilà, hier ist sie. Definitiv ziemlich anders als Kapitel 1, ich bin gespannt auf eure Meinung! Ach und von der Länge her ist sie wieder ein kleines Monster geworden. Und jetzt viel Spaß beim Lesen!

2. Eine Verkettung unglücklicher Umstände

„Nun fang schon an, Hermine, es hilft ja nichts“, redete Olivia, eine ihrer Zimmergenossinnen im Mädchenschlafsaal ihr gut zu. Hermine seufzte tief. Olivia hatte Recht. Sie starrte dieses verhasste Stück Holz nun bereits seit zehn Minuten an, ganz als könne es sich doch überraschend in Luft auflösen oder zumindest seines Zaubers entledigt worden sein. Doch den Gefallen würde es ihr nicht tun, das wusste sie nur zu genau. Sie sollte wirklich nicht herumtrödeln. Das war alles wertvolle Zeit, die sie besser ins Lernen investiert hätte.

Die schlimmsten Phasen der Tracht Prügel hatte sie überstanden, es war wirklich eine unvorstellbare Tortur gewesen, jeden Tag die Kehrseite erneut von der Bürste feuerrot geklopft zu bekommen. Dabei hatte sich der Schmerz von Tag zu Tag exponentiell verschlimmert und sie hatte am Ende der Woche schon nach den ersten Klopfern mit der Bürste auf ihr brennend rotes Hinterteil alles zusammengeschrien. Das hatte dann auch noch von Tag zu Tag mehr Publikum auf den Plan gerufen. Sie hatte sich für die anderen Mädchen nie sonderlich interessiert, deswegen war ihr nicht so recht klar gewesen, wie unbeliebt sie bei ihren Zimmergenossinnen war. Anders konnte sie sich die Schadenfreude nicht erklären, die stets mitschwang, wenn sie alle ihrer Bestrafung beiwohnten. 

Dabei sollte man meinen, nach drei Wochen hätten sie genug davon, ihr dabei zuzusehen, wie sie sich halbnackt unter Schmerzen auf ihrem Bett wand, während die Bürste ihre ohnehin schon wunden Backen durchklatschte.

Sie hatte kreativ werden wollen, sich einen anderen Ort in der Schule für die Bestrafung suchen, doch das Regelwerk blieb nunmal das, dass man sich nachts nicht alleine irgendwo in Hogwarts aufzuhalten hatte. Tagsüber war es ohnehin zu belebt, um eine ruhige Stelle zu finden. Und da Hermine ohnehin auf dünnem Eis schlitterte, schien ihr der Gedanke, jetzt noch weitere Schulregeln zu brechen undenkbar. Was blieb ihr also übrig, als die unerträgliche Demütigung, Zuschauer zu haben, hinzunehmen?

Immerhin war sie in Woche vier, das bedeutete endlich nur noch einen Hintern voll. Die Sache war nur, Hermine hatte die Strafe die ganze Woche lang hinausgezögert. Nicht zuletzt, damit ihre Pobacken endlich ein wenig Heilung erfahren durften. Sie hatte ja keine Ahnung gehabt, wie weh es tun würde, auf einem wunden Hinterteil zu sitzen und erst recht war ihr nie aufgefallen, wie unbequem die Stühle in der Bibliothek in Wahrheit waren, wo sie nunmal den Großteil ihrer Freizeit verbrachte. Ron war so lieb gewesen und hatte ihr ein Kissen gebracht, doch ein kritischer Blick von McGonagall am nächsten Tag hatte gereicht, dass sie es nicht mehr verwendete. 

Es war ein komisches Gefühl, jetzt, nach einer Woche wieder den Blanken für die Bürste hinhalten zu müssen. Einerseits war es schlimm gewesen, ständig Prügel zu beziehen, andererseits hatte sie durch die Kontinuität nicht so viel darüber nachdenken müssen. Zumindest nicht so viel wie in dieser Woche. Natürlich hatte es ihr schon am Morgen, wenn sie die Augen aufschlug, davor gegraut war am Abend noch geschehen würde. Doch mit so vielen Tagen Vorlauf war dieses Gefühl der bangen Anspannung nur umso stärker geworden. Jetzt, am Sonntag Abend, hatte es seinen Höhepunkt erreicht.

Hermine atmete aus. Sie war eine Gryffindor. Sie war mutig. Schon mehr als einmal in ihrem Leben gewesen. Dieses Stück Holz sollte ihr nicht so viel Respekt einflößen. Sie würde es diesmal viel tapferer ertragen als letzte Woche. Immerhin hatte sie sich über sechs Tage erholen können.

Also erhob sie sich vom Bett, legte ihr Kissen in die Mitte und platzierte sich darüber, bis ihre Hüfte den höchsten Punkt bildete. Wenn sie flach auf dem Bett lag, fiel es ihr viel schwerer, still zu halten und die Bürste traf gerne mal den Oberschenkel. Da Bürstenabdrücke auf dieser Stelle noch so viel schlimmere Sitzbeschwerden verursachten, versuchte Hermine das möglichst zu vermeiden.

“Du machst das schon”, sprach Olivia ermutigend. “Soll ich dir helfen?”

“Es geht schon”, erwiderte Hermine nach außen hin ruhig, doch innerlich empört. Sie wünschte dieses Mädchen gerade dorthin, wo der Pfeffer wächst. Noch einmal atmete sie durch, dann klappte sie den Rock ihrer Uniform hoch und zog sich selbst die Unterhose in die Kniekehle.

Sogleich legte die Bürste los. Klatsch, klatsch, klatsch, krachte sie ohrenbetäubend laut und mit unnachgiebiger Intensität auf ihr bloßes Hinterteil.

Hermine kniff die Augen zu. Sofort war dieses unangenehme Kribbeln auf ihrem Hinterteil wieder da, das, das sich bald zu einem unerträglich heißen Brennen steigern würde. Noch war es jedoch einigermaßen auszuhalten. Sie war froh, dass es ihr fürs erste gelang, die Tortur still zu ertragen.

Doch die Bürste legte wie jedes Mal ein gutes Tempo vor. Innerhalb kürzester Zeit war sie bestimmt zwei Dutzend Male auf ihre ungeschützten Backen geflogen.

“Hey, es geht los!”, hörte sie da plötzlich eines der Mädchen hinter sich rufen.

Bitte nicht… musste das denn wirklich schon wieder sein? Frustriert seufzte Hermine, als sie hörte, wie sich die Schritte mehrerer Mädchen näherten. Die Sensationsgeilheit von Menschen hatte seit den Hexenverbrennungen im Mittelalter wohl nicht im Geringsten nachgelassen, dachte sie bitter. Zum Glück waren damals keine Hexen ernsthaft verletzt worden. 

Hermine japste. All diese schwachsinnigen Gedanken vermochten sie nicht so recht davon abzulenken, was diese Bürste da mit ihrem armen Allerwertesten anstellte. Das laute Klatschen drang unaufhörlich und in einem regelmäßigen Takt an ihr Ohr. Sie spürte, wie ihr Körper in Unruhe geriet. Ihr wurde heiß und sie begann zu schwitzen. Lange würde sie diese Behandlung nicht mehr so tapfer ertragen können.

“Ist das länger als die anderen Tage, wenn sie es jetzt nur noch einmal kriegt?”, wollte eine ihrer Mitschülerinnen von einer anderen wissen. Sie sprach längst nicht so gedämpft wie sie vielleicht glaubte. 

“Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass man die unterschiedlich lange einstellen kann”, erklärte die Gesprächspartnerin, die sich als Olivia entpuppte das, was Ron Hermine auch schon einmal erklärt hatte.


Ein besonders harter Hieb traf ihren Schenkelansatz. “Au!” gab sie geräuschvoll von sich.

“Mann, wird das rot”, sagte ein drittes Mädchen. Sie klang eher fasziniert als mitleidig. Hermine drückte Augen und Lippen zu. Sie würde sich niemals daran gewöhnen, wie demütigend dieser Akt doch war. Und die Bürste schien gar nicht mehr aufhören zu wollen. Sie drosch nur so auf sie ein, bis ihr Körper immer mehr ins Zucken geriet. Immer öfter traf sie ihre Schenkel, weil sie sich zu flach hingelegt hatte, also zwang sie sich, wohl oder übel, den Hintern wieder richtig herauszustrecken. Was für eine Ironie, die so übel brennenden Backen den Hieben noch erst recht hinzuhalten.

Inzwischen glühten ihre Backen schon ganz gehörig und strahlten diese Hitze aus, von der sie wusste, dass sie so schnell auch nicht verschwinden würde.

Ganz oft hieb die Bürste nun auf die selbe Stelle hintereinander. Das hatte sie vorher aber so noch nie getan! Hermine keuchte erst schmerzlich, doch nachdem die Prozedur ein paar Male wiederholt worden war, brachen alle Dämme und sie begann zu schreien. 

Und dann war es genau so schnell vorbei wie es begonnen hatte. Nur dass sie es im ersten Moment gar nicht realisierte. Erst als die Schritte der Mädchen sich entfernten und sie Geplauder über dies und das hörte, nahm sie es so richtig wahr. Sie wagte es kaum, sich zu bewegen, geschweige denn, ihre Kleidung wieder zu richten. Alles tat höllisch weh. Der Schmerz war ihr bis in die Fußzehen gekrochen. Was nur hatte sie sich da eingebrockt?!


Missmutig rührte Hermine in ihrem Porridge. An diesem Morgen wollte sie kaum einen Bissen herunterbekommen. In der Nacht hatte die Hitze ihres bestraften Hinterns sie um den Schlaf gebracht und heute, am nächsten Morgen, tat es zumindest noch sehr weh, darauf zu sitzen. 

“Das ist echt so scheiße. Tut mir voll leid für dich. Wünschte ich könnt irgendwas tun”, resümierte Ron mitfühlend, während Harry wie so oft in letzter Zeit mal wieder nur Augen für dieses dubiose Zaubertränkebuch hatte. 

“Danke. Das ist lieb von dir”, lächelte Hermine ehrlich gerührt. “Aber ich fürchte, diese Suppe muss ich ganz alleine auslöffeln.”

Ron seufzte und legte sich wohl ein paar passende Worte zusammen, mit denen er sie weiter aufbauen wollte, als Hermine Malfoy den Speiseraum betreten sah. So weit, so gewöhnlich, doch er und seine Handlanger schienen direkt auf ihren Tisch zuzusteuern.

“Hab gehört, du hast ziemlich Ärger am Hals, Granger”, sprach er unfreundlich. Sie musterte ihn. Harry war ja ein wenig paranoid geworden, was ihn betraf, behauptete, er würde sich komisch benehmen weil er etwas im Schilde führte, doch gerade hatte Hermine den Eindruck, dem selben arroganten Kerl gegenüber zu sitzen wie die letzten fünf Jahre.

“Lass sie gefälligst in Ruhe, Malfoy!”, schoss Ron zurück noch ehe sie überhaupt den Mund geöffnet hatte.

“Schon gut. Sag mal, stimmt das echt, dass sie nur für dich die Prügelstrafe in Hogwarts wieder eingeführt haben?”; sprach Malfoy sie dennoch nur wieder direkt an. Hermine spürte, wie die Hitze, die nicht in ihren Backen glühte, in ihr Gesicht wanderte. Konnte die ganze Sache überhaupt noch demütigender werden? Langsam schien sich die Sache weitläufig herumzusprechen. Furchtbar!

“Pass nur auf, nur für dich führ ich den Faustkampf in Hogwarts ein!”, knurrte Ron. Hermine war gerührt, wie er für sie in die Bresche sprang, wirklich besser machte es die unangenehme Situation allerdings leider nicht. 

“Also stimmt es”, befand Malfoy, als er ihr Gesicht studiert hatte. Sie war wütend. Vor allem auf sich selbst, weil sie hier nur saß wie ein Schulmädchen und ihr nicht ein kluger Satz einfiel, mit dem sie diesen arroganten Feigling die Stirn hätte bieten können. 

“Und wenn? Kümmer dich um deinen eigenen Kram”, schoss sie so kühl sie konnte zurück. Doch sie wusste, ihr Gesicht war ein offenes Buch und konnte nicht verbergen, wie unendlich unangenehm ihr das Ganze war.

“Du musst denen ja richtig auf die Nerven gegangen sein, dass sie nur für dich zu solchen Methoden gegriffen haben”, erklärte Malfoy. Langsam geriet er in Fahrt, weil er spürte, wie er die Oberhand hatte. 


“Malfoy!” Nun endlich meldete sich auch mal Harry zu Wort. “Was willst du? Niemand hat nach deiner Meinung gefragt.”

“Wahrscheinlich hat ihn seine Mummy geschickt. Fragt sich, ob aus ihm was Besseres geworden wäre, wenn sies nicht versäumt hätte, ihn öfter mal ordentlich übers Knie zu legen”, sprang Ron ein. Malfoy wurde sogar noch blasser als sonst. Das hatte gesessen.


“Richte ihr mal nette Grüße aus und sag ihr, es ist nie zu spät”, setzte Harry noch einen drauf. Ein paar Gryffindors an ihrem Tisch lachten. Malfoys Gesichtsfarbe änderte sich von blass auf rot.

“Nur weil deine Familie so primitiv ist, Weasley…” schoss er noch zurück. Dann rauschte er energisch von dannen.

Hermine atmete erleichtert auf. “Danke”, sprach sie an Ron und Harry gerichtet. Sie war nicht gern auf Hilfe angewiesen, aber gerade hatte sie diese in ihrer Schockstarre der Beschämung wirklich gebrauchen können. 

Ihrer Erleichterung sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein. Denn schon kurz darauf trat Professor McGonagall an ihren Tisch, in der Hand ein längliches Paket. Für einen Besen war es zu schmal. Hermine hätte am liebsten laut “Nein!” gerufen. In ihr wuchs eine schreckliche Vorahnung. Noch dazu sah sie im Augenwinkel, wie Malfoy stehengeblieben war, um das Geschehen zu beobachten. Das war der Gipfel der Peinlichkeit!

“Miss Granger, erfreulicherweise konnte ich noch ein Exemplar von besagtem Strafinstrument beschaffen. Sie können mir heute Abend die Bürste in mein Büro bringen.” 

“Oh”, machte Hermine und nahm das Paket entgegen. Sehr viel mehr fiel ihr nicht dazu ein. Nur, dass das ganze von Tag zu Tag peinlicher für sie wurde. Sie wünschte, McGonagall würde sie nicht so sehr spüren lassen, wie wenig einverstanden sie in Wahrheit mit dieser Art von Strafe war. 

“Ich bringe es nur eben in den Schlafsaal”, erklärte sie Ron und Harry mit Blick auf die Uhr. Wenn sie das schaffen wollte, war sie eigentlich schon verdammt knapp dran. Die Wege in Hogwarts waren schließlich nicht nur weitläufig, sondern ja leider auch teilweise unberechenbar.

“Das würde ich Ihnen nicht anraten, Miss Granger. Sie wollen doch nicht zu spät zum Unterricht kommen”, merkte McGonagall an, dann kehrte sie zum Lehrertisch zurück. Na wunderbar. Also blieb ihr nichts Anderes übrig, als das Paket den ganzen Tag über mit sich herumzuschleppen und sich vielsagende Blicke und blöde Kommentare gefallen zu lassen. 

“Noch ist es verpackt, die Leute könnten denken, dass es alles mögliche ist”, versuchte Ron sie aufzumuntern, während sie den Gang zur ersten Stunde entlang liefen.

“Wenn Malfoy schon von meiner Strafe weiß, dann ganz bestimmt auch der Rest der Schule”, seufzte Hermine. Der einzige Trost war, dass dieses Teil erst in einer Woche zur Anwendung kommen musste. Andererseits wusste sie jetzt erst recht nicht, was auf sie zukam und würde mit dieser bangen Angst wieder sechs Tage verbringen müssen. Sie wusste nicht, ob sie das aushalten würde. Das fremde Objekt lag jedenfalls in ihrer Hand wie eine gefährliche Waffe, von der sie wusste, dass sie früher oder später auf sie schießen würde. 

Der Tag zog sich im Schneckentempo dahin. Slughorn wollte ganz genau wissen, was sie da mit sich herumtrug, nur um dann einen großen Vortrag über die alte Tradition der Prügelstrafe an magischen Schulen und ihre zu recht erwirkte aber doch irgendwo bedauerliche Abschaffung zu halten. Hermine wäre bei seinen Ausführungen am liebsten im Erdboden versunken.

Der Verwandlungsunterricht verlief recht normal, bis auf dass McGonagalls Anforderungen an ihre Schüler immer anspruchsvoller wurden. Hermine vermochte das nur wenig auszumachen, je mehr Anstrengung im Unterricht, desto mehr Ablenkung von den vor ihr liegenden Torturen. Doch Ron und Harry stöhnten ordentlich herum und kamen ohne einige ihrer Hinweise gar nicht so recht voran.


Die letzte Doppelstunde des Tages hatten sie in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Doch schon als Hermine den Klassenraum betreten wollte, hielt Professor Snape sie auf. “Was ist das?”, fragte er. Hermine spürte, wie sie augenblicklich errötete.


“Ein magischer Rohrstock, Professor”, warf irgendwer besonders neunmalkluges hinter ihr ein. “Granger hat…”

“Der kommt nicht in mein Klassenzimmer”, erklärte Snape kühl. Hermine starrte ihn ungläubig an.

“Aber Professor… Ich weiß nicht, wie ich sonst…”

“Verschonen Sie mich mit ihrer Geschichte. Sie werden ihn außerhalb meines Raumes lassen wenn Sie dem Unterricht beiwohnen wollen, Miss Granger.”

Hermine war doch sehr überrascht von seiner heftigen Reaktion. Es schien fast, als hegte er eine regelrechte Abscheu gegen das Teil. Ob er selbst wohl schlechte Erfahrungen mit so einem Züchtigungsinstrument gemacht hatte? Mit einem mulmigen Gefühl stellte sie das Paket neben der Tür zum Raum ab. Dabei wollte sie sich eigentlich nicht zu sehr sorgen. Sicher, mit so einem Teil konnte man sicher einiges an Schindluder betreiben, andererseits waren wenigstens Fred und George nicht mehr an dieser Schule. Außerdem war sie gar nicht so sicher, ob dieser Stock auf irgendjemand anderen als auf sie reagieren würde. Also versuchte sie durchzuatmen und viel eher dankbar zu sein, dass sie dieses schreckliche Paket für die nächsten anderthalb Stunden nicht vor Augen hatte. 

Innerhalb des Unterrichtes vermochte sie zum ersten Mal für heute das unheilvolle Päckchen tatsächlich für einen Moment zu vergessen und das trotz ihres noch immer glühend schmerzenden Hinterns. Sie machte sich eifrig Notizen und bereits einen Plan, was sie alles heute Abend noch in der Bibliothek nachschlagen wollte.


Als sie jedoch nach der Stunde den Klassenraum verließen, fuhr der Schreck in Hermines Glieder. Das Päckchen stand nicht mehr an Ort und Stelle. Es war verschwunden.

“Was ist los, Hermine?”, fragte Harry, nachdem er fast in sie gerannt war, weil sie so ruckartig stehen blieb.

“Er ist… nicht mehr da”, murmelte sie unglücklich. Das war zwar nicht ihre Schuld, doch sie wollte sich gar nicht ausmalen, wie McGonagall die Sache sehen würde. Diese schien nach all den Wochen noch immer angefressen, dass Hermine überhaupt eine körperliche Strafe zukam.

“Verdammt… was?”, rief Ron aus. “Welcher Scherzkeks will dir denn da nen Streich spielen? Wir helfen dir suchen.”

“Ihr habt Quidditch-Training”, erinnerte Hermine. Auch wenn sie aus rein egoistischen Gründen sein Angebot am liebsten sofort angenommen hätte. 

“Dann suchen wir eben danach. Den Idioten stellen wir zusammen in den Senkel!”, sprach Ron selbstbewusst. Hermine legte den Kopf schief, als sie ihn ansah. Er schien immer noch ein schlechtes Gewissen wegen Lavender Brown zu haben. So verkehrt fand sie das auch gar nicht. 

“Wenn ich ihn bis später noch nicht gefunden habe, tun wir das”, sprach Hermine milde. “Bis dann.”

“Bis dann… viel Glück”, sprach Harry, entschuldigend mit den Schultern zuckend, ehe er sich mit Ron auf den Weg machte. 

Hermine sah sich um, beobachtete die letzten Schüler, die den Klassenraum verließen. Eigentlich hätte sie den Vorfall Snape melden sollen, doch so negativ, wie er schon zuvor auf den Stock reagiert hatte, hatte sie dazu nicht die geringste Lust.

Also blieb ihr nichts anderes übrig, als mehr oder weniger ziellos die Gänge um den Klassenraum herum abzusuchen, in der Hoffnung, dass der Dieb ihn vielleicht einfach dorthin geworfen hatte.

“Granger, suchst du was?”, hörte sie da mit einem Mal hinter sich. Oh nein… die Stimme kannte sie.


Sie festigte ihren Blick und wartete schon auf das unvermeidliche, als sie sich umdrehte. Doch dort standen nicht wie von ihr erwartet Malfoy mit Crabbe und Goyle, die sich einen ablachten, es war alleine er und er hielt ihr Päckchen in der Hand. Aus seiner Miene war kaum etwas abzulesen. 


“Du warst das?”, sprach sie und gab sich unbeeindruckt, dabei fand sie nach wie vor schon den Gedanken schrecklich, dass er von ihrer peinlichen Bestrafung wusste. “Das war ja mal ein brillanter Streich. Gibst du mir das jetzt bitte zurück oder muss ich erst einen Lehrer holen?” 

“Komm mit wenn du ihn zurück haben willst”, erklärte Malfoy schlicht und lief ein Stück den Gang entlang. Er drehte sich nicht um, um zu sehen, ob sie ihm folgte. Er trug seine Uniform nicht, das tat er schon das ganze Jahr nicht, stattdessen schwarze Kleidung. Ihr wurde mulmig zumute. Ob Harry womöglich doch Recht gehabt hatte und er etwas mit den Todessern im Schilde führte? Wollte er sie erpressen… Informationen aus ihr herausquetschen? Sie griff in ihre Rocktasche, wollte nach ihrem Zauberstab greifen, nur für den Fall, doch er war nicht dort. Nun wurde ihr aber wirklich heiß und kalt. Hermine blieb stehen, starrte Malfoy an.


Dieser drehte sich um und meinte nun “Du bist wirklich leicht zu bestehlen, Granger.”

“Das ist nicht witzig”, sagte sie laut und klar, dabei war ihr speiübel. “Gib ihn mir zurück, hörst du?”

“Komm mit” Malfoy machte noch einige Schritte und stieß dann eine Tür auf. Sie sah sich um. Sonst war es in Hogwarts stets so belebt, doch jetzt, nach Unterrichtsschluss, schien sich in diesen Gängen niemand mehr aufzuhalten. Sie sollte das womöglich nicht tun, Malfoy unbewaffnet in diesen Raum folgen, doch was blieb ihr groß für eine Wahl?

Mit einem Kloß im Hals trat sie hinein.

Sie kannte den Raum nicht. Er war leer, bis auf einen Schreibtisch in der Mitte. Malfoy ging darauf zu. Während sie wie versteinert an der Tür stehen blieb, machte er sich daran, das Päckchen zu öffnen. 

“Was tust du denn da?”, fragte Hermine gestresst. “Wenn du etwas willst, raus damit.” Sie verschränkte die Arme vor der Brust um eine selbstbewusste Pose einzunehmen. Er ließ sich in seinem Tun nicht beirren, schälte stattdessen den Stock aus seinem Packpapier.

Eindrucksvoll sah das Teil aus, dick wie Dracos Finger, aus dunklem Holz gearbeitet, wirkte es ein wenig wie ein zu groß geratener Zauberstab. Hermine rutschte das Herz in die Hose. Abgesehen von dieser bedrohlichen Situation wurde sie nun noch an ihre restliche Strafe erinnert. Das war nicht fair. 

“Das sieht echt nicht gut aus für dich”, fand Malfoy, nahm den Stock selbst beim Griff und ließ ihn durch die Luft sirren. Das Geräusch war bedrohlich. 

“Was hast du denn angestellt, dass die zu solchen Methoden greifen?”

Was sollte das werden, Smalltalk? Oder dachte er viel eher, dass sie vielleicht etwas für den Orden des Phoenix getan hatte, sodass ihr Vergehen eine nützliche Information sein könnte?

“Das geht dich ja wohl kaum etwas an”, erwiderte sie ungehalten. Mit einem Mal sah er ihr direkt in die Augen. Hatte er das überhaupt jemals getan? Waren sie je allein in einem Raum gewesen? Ihr wurde ein wenig schwindelig und sie wusste selbst nicht, warum. Er wirkte gerade nicht mehr wie der unsichere Junge, dem sie im dritten Schuljahr ein paar gescheuert hatte. Er war so… erwachsen geworden. Sie spürte, dass das etwas mit ihr machte.


“Wie ich die Sache sehe, Granger, steckst du gerade bis zum Hals in Problemen”, erklärte er mit beherrschter Stimme. “Wärst du ein Kerl, würde ich sagen, ich hab dich bei den Eiern. Wie wäre es also, wenn du dir einmal im Leben deine neunmalklugen Antworten sparst und mir antwortest wie ein anständiges Mädchen, huh?” 

Die Art, wie er sprach machte sie nervös und wütend zugleich. Dass er diesen unsäglichen Stock in der Hand hielt, half nicht gerade. Sie ging ihre Optionen gedanklich durch. Bockig zu spielen würde kaum helfen. Wenn sie herausfinden wollte, was er bezweckte, musste sie ihren Stolz herunterschlucken und mitspielen. 

“Ich war nachts im verbotenen Wald”, erklärte sie daher beschämt. “Ich wollte eine seltene Blume für einen Trank pflücken, damit ich ihn vor dem eigentlichen Unterricht brauen und meine Note aufbessern kann. Die Zentauren haben mich dabei erwischt und Hagrid konnte mich im letzten Moment retten. McGonagall wollte mich dafür das Schuljahr wiederholen lassen… und hat sich dann auf einen Kompromiss eingelassen, damit ich das nicht muss.”

Malfoy hatte ihr aufmerksam zugehört. Er schien sogar richtiggehend amüsiert. Was sollte das? Sie starrte auf den Boden. Ihn mit diesem Stock zu sehen, gefiel ihr obendrein ganz und gar nicht. 

“Also mit anderen Worten, du hast diesen Stress, weil du so eine verdammte Streberin bist. Und dass sie dir den Arsch versohlen, war also echt deine eigene Idee. Stehst du drauf?” 

Sie funkelte ihn an. Das war ja wohl echt die Höhe.

“Es war meine letzte Option!” zischte sie und hätte ihm am liebsten sein überhebliches Grinsen aus dem Gesicht geprügelt.

“Und jetzt hat die alte Ziege dir also das Teil aufgebrummt. Schon mal damit Schläge kassiert?”

“Nein. Wenn du es so genau wissen willst, ich bin vor diesem Vorfall noch nie geschlagen worden. Meine Eltern haben Grips und hatten so etwas nicht nötig.”

“Dann hast du noch keine Ahnung?! Oh das wird höllisch weh tun, das schwöre ich dir. Davon kannst du deinen Muggeleltern noch Lieder singen wenn du in vier Monaten heim kommst.” Die triumphierende Freude in Malfoys Stimme verschaffte ihr Übelkeit. 


“Malfoy, was willst du?”, fragte sie nun geradeheraus. 

“Was ich will…” Er spielte mit dem Stock herum, tippte mit ihm gegen die Tischkante. “Zerstreuung… Ablenkung. Und du kommst mir gerade recht dafür.”

“Darum geht es? Du willst mich quälen?” Die Erkenntnis traf Hermine wie ein Blitz. Sie sollte erleichtert sein, weil es somit immerhin nicht ums große Ganze ging, doch das Gefühl der Beklemmung blieb. 

“Dass du nichts tust als deine Nase in Bücher zu stecken, scheint ja doch was gebracht zu haben. Endlich hast du’s kapiert. Also, beug dich über den Tisch. Wird bestimmt witzig, das mal selbst auszuprobieren.”

“Wenn das rauskommt, fliegst du von der Schule, Malfoy”, zischte Hermine. Ihr Zorn konnte dennoch nur wenig über ihre Nervosität hinwegtäuschen.

“Na… das wage ich doch zu bezweifeln. Und abgesehen davon, mich interessieren deren Sanktionen schon lange nicht mehr.”

“Und was sagen deine Eltern dazu wenn die Schule dich bestraft? Oder wenn sie sogar mitbekommen, was du hier mit mir gemacht hast?!” Sie wusste, damit würde sie ihn wütend machen, doch gerade versuchte sie alle Register zu ziehen um ihn sich vom Hals zu halten.

“Du hältst dich für so clever, was? Denkst, du kennst meine Schwachstellen und kannst mir irgendetwas einreden” Er packte sie am Kragen und funkelte sie dunkel an. “Schluss mit deinem dämlichen Gequatsche, Granger. Ich will dich jetzt endlich leiden sehen und glaub mir, das wird mir eine Menge Spaß machen.” Mit diesen Worten beförderte er sie selbst auf den Schreibtisch, so dass ihr Becken sich gegen die Tischkante drückte. 

Sie kniff die Augen zu. Sie hätte alles dafür gegeben, jetzt gerade nicht hier sein zu müssen.


“Nicht!”, quietschte sie dann entsetzt, als er einfach ihren Rock hochschlug, zappelte mit den Beinen und fühlte sich dabei wie ein kleines Kind. Verdammt! Sie konnte so nicht sein, sie musste vor diesem arroganten Dreckskerl doch ihre Würde wahren. 

Er pfiff durch die Zähne und plötzlich fühlte sie seine kühlen Finger an ihren noch immer pochenden Backen, dort, wo sie aus dem Höschen blitzten. Das ging zu weit! Noch nie hatte ein Junge sie dort angefasst und jetzt sollte es ausgerechnet er sein?!

“Wow, da haben sie dir ja ganz schön eingeheizt”, erklärte Draco. Er schien ganz in seinem Element. 

“Fass mich nicht an!”, quetschte Hermine hervor, da verpasste er ihr einfach einen Klaps mit der flachen Hand. Augenblicklich wurde sie puterrot. Das alles passierte nicht wirklich.


“Hör mal”, sprach er dann. “Du wirst dir jetzt gefallen lassen, was auch immer ich mit dir anstellen will, kapiert? Danach bekommst du deinen Zauberstab zurück und niemand wird das hier je erfahren müssen. Klingt doch nach einem fairen Deal.”

Hermine hasste sich dafür, dass sie überhaupt in Erwägung zog, seinen Vorschlag anzunehmen. Andererseits schämte sie sich gerade in Grund und Boden. Malfoy sollte für das hier nicht ungeschoren davonkommen, doch wenn sie sich ausmalte, wie Harry und vor allem Ron austicken würden, wenn sie davon erfuhren… sie würden ein riesiges Fass aufmachen, jeder wüsste bald davon, Lehrer, Mitschüler… Sie kniff die Augen zusammen.

“Okay. Deal”, zischte sie widerwillig. Im Augenwinkel sah sie, wie Malfoy den Stock in seiner rechten Hand wiegte.

“Besser für dich”, erklärte Malfoy, dann holte er aus und ließ den Stock mit einem fiesen, pfeifenden Geräusch auf ihren Hintern auftreffen. Hermines Oberkörper bäumte sich auf. Ein stechender Schmerz fuhr ihr in die Backen. Kein Vergleich zur Bürste! Verdammt!

“Das war nicht wirklich gelungen”, kritisierte Malfoy sich selbst. “Halt still” Wieder holte er aus, diesmal traf der Stock satter auf, fest und höllisch brennend. Sie schrie entsetzt auf. Dagegen war der erste Hieb ein Witz gewesen. 

“Ja, der war schon besser.” Er zupfte etwas an ihrem Slip, was sie als besonders beschämend empfand. “Das gibt ordentliche Striemen.”

“Du bist widerlich”, murmelte Hermine. Wieso nur tat er das? 

“Achte mal besser auf deine Wortwahl. Wird dir nicht gut tun, mir jetzt noch blöd zu kommen”, erklärte Malfoy leichthin und ließ dann gleich zwei Hiebe aufeinander folgen. Wieder konnte sie sich nur wenig beherrschen, schrie aus vollstem Halse. Irgendwer musste sie doch eigentlich hören?!

“Bei deinem Geschrei fliegen einem ja die Ohren weg. Ich dachte, ihr Gryffindors seid so tapfer?” Malfoy strich wieder mit den Fingern ihre Haut nach. Seine Ergebnisse schienen ihn selbst zu beeindrucken. “Zum Glück sind wir im Raum der Wünsche…. und ich habe mir ein geeignetes Züchtigungszimmer für dich gewünscht, Granger.”

Das erklärte einiges. Sie biss die Zähne zusammen. Dass sie nicht tapfer war, wurmte sie selbst. Doch sie hatte das Gefühl, wenn es um genau diese beschämende Strafe ging, verließen sie sowohl Mut als auch Tapferkeit. Und das hasste sie wohl am meisten daran.

Wieder ließ er den Stock auf ihre nur vom Slip bedeckten Backen knallen. Er schien langsam routinierter darin zu werden. Ihr ganzer Körper geriet in Bewegung. Es schmerzte so furchtbar, ganz besonders auf ihren sowieso noch wunden Backen. Außerdem waren die Hiebe mit dem Rohrstock so punktiert und giftig, ganz, wie sie es aus alten Erzählungen kannte. Nun wusste sie, warum „Six of the best“ genügt hatten, um ungehorsame Schüler gefügig zu vonmachen. Bei Malfoy hatte sie nur wenig Hoffnung, dass er nach sechs Hieben schon genug haben würde. 

Unter seinen nächsten, harten Stockschlägen, die sie mit unterdrückten Schreien quittierte, ließ dieser Gedanke ihre Angst wachsen. Wenn ein Mann wie Hagrid, der sie hatte aufwachsen sehen und der sie liebte, sich so in Rage prügeln konnte, dass erst Außeneinwirkung ihn hatte stoppen können, wann würde dann ausgerechnet Draco Malfoy je genug davon haben?

 Und wie sie ihn kannte würde die Demütigung mit der Prügel nicht enden. Genau diese Vermutung bestätigte er auf dem Fuß.

„Wo wir schon dabei sind, Granger… ich fände es angemessen wenn du mir nach dem heutigen Tag mit etwas mehr Respekt begegnest“, erklärte Malfoy zwischen den Hieben.

Sie biss die Zähne zusammen.

„Ach ja?“, brachte sie gepresst hervor.

„Mhm. Angemessen wäre…“ Ein weiterer Stockschlag, ihr Körper bäumte sich auf, sie schrie. Das tat so, so weh! „Du hältst den Blick gesenkt wenn du mich siehst. Und wenn du mich anschaust, dann nur voller Ehrfurcht, wie ein Hauself seinen Meister.“ 

„Hauselfen müssen überhaupt niemanden so ansehen“, schluchzte Hermine. „Sie sind genau so Lebewesen mit einem eigenen, freien Willen wie du und ich.“

„Meine Güte, Granger“ Er ließ den Stock sinken. „Du bist so eine unerträgliche Klugscheißerin. Kein Wunder, dass nur der Junge der überlebt hat und dem keiner glauben wollte und die Flohschleuder Weasley mit dir rumhängen wollen. Weißt du, wie alle gejubelt haben dass du endlich mal eine Abreibung kassierst? Was ich hier tue ist beinahe gemeinnützig.“

Hermine biss sich auf die Unterlippe. Seine Worte schmerzten gerade schlimmer sie sollten, weil sie ins Schwarze trafen. Seit diese Strafe begonnen hatte, fühlte sie sich wirklich besonders unbeliebt. Nicht dass sie darauf jemals sehr viel Wert gelegt hätte, doch so den Spiegel vorgehalten zu bekommen, tat dennoch irgendwo weh.

Er schüttelte sein Handgelenk aus. „Dich zu disziplinieren wird mir nur langsam zu anstrengend. Ich wollte sowieso sehen, was das Teil magisch drauf hat.“

Hermines Kopf fuhr herum. Sie wollte ihn nicht anbetteln, wirklich nicht. Das würde sie auch nicht über sich bringen. Doch ihre ganze Kehrseite schien in Flammen zu stehen. Würde sie weiter verprügelt werden, sie müsste irgendwann wahnsinnig werden. Sie hielt das nicht mehr aus. Sie musste irgendetwas versuchen um ihn aufzuhalten.

„Hast du nicht genug?“, fragte sie und bemühte sich dabei um Ruhe in der Stimme. „Du sagst, du suchst Ablenkung… aber langsam müsste es dir doch langweilig werden!“

„Also wenn das ein unmoralisches Angebot werden soll, ich verzichte“, sprach Malfoy kühl. Sie wurde roter als ohnehin schon.

„Wie bitte?! Ganz sicher nicht!“, spie sie, da stemmte er seine Hand in ihren Rücken und begann mit der anderen an ihrem Höschen zu ziehen.

„Dafür, dass du dich für so schlau hältst, weißt du echt nicht, was gut für dich ist“, befand Malfoy und beförderte ihr dann mit einem Ruck den Slip in die Kniekehlen. Sie vergrub das Gesicht in den Händen. Beschämender ging es nun wirklich nicht.

Dann jedoch konnte sie sich darum nicht mehr weiter sorgen, denn der Rohrstock flog in dem Moment, in dem ihre Backen vollständig entblößt waren, in die Luft und krachte nur so auf ihr nacktes Hinterteil.

„Oh Goo…hooott!“, japste Hermine, allein Dracos fester Griff in ihren Nacken verhinderte, dass sie aufsprang.

Eine kleine Pause verstrich, dann schon der nächste Schlag. Der verzauberte Rohrstock agierte sehr viel routinierter als Draco und noch dazu verheerender im explosionsartigen Schmerz. Akkurat zeichnete er die Hiebe auf ihren Nackten, immer gleich fest untereinander, immer im gleichen zeitlichen Abstand.

Sie brüllte aus vollster Kehle. Wenn Malfoy noch etwas Hämisches zu sagen hatte, ging es garantiert bei ihrem Geschrei unter. So etwas hatte sie noch niemals durchmachen müssen. Das war wirklich unerträglich. Und dann war es plötzlich vorbei.

Der Rohrstock fiel geräuschvoll zu Boden und Malfoy ließ sie endlich los. Hermine schniefte. Ihr Gesicht war nass vor lauter Tränen. Was für ein Albtraum.

Malfoy machte einen Schritt weg von ihr und warf ihren Zauberstab auf den Boden, ein paar Meter vom Schreibtisch entfernt. 

„Also das Nachmittagsprogramm war echt unterhaltsam. Jederzeit wieder, Granger.“ 

Sie wollte etwas Schlagfertiges erwidern, aber stattdessen konzentrierte sie sich darauf, vom Schreibtisch hochzukommen und sich wieder richtig anzuziehen.

Als ihr das gelungen war, stand er schon in der Tür. Und was sie dann sah, ließ sie ungläubig blinzeln. Vor ihm baute sich düster und bedrohlich kein Geringerer auf als Professor Snape.

„Dürfte ich erfahren, was hier vor sich geht, Mr. Malfoy?“, fragte er mit schneidender Stimme. Er sah sowohl Hermine als auch den Rohrstock auf dem Fußboden eingehend an, dann wieder Draco. Hermine blickte zu Boden. Sie schämte sich entsetzlich, dabei war es nun wirklich nicht ihre Schuld.

„Ist das so wichtig?‘, fragte Angesprochener rotzig. Wie konnte er sich das nur herausnehmen? 

„Antworten Sie!“, zischte Snape.

„Na schön“, erwiderte Malfoy mit Augenrollen. „Ich habe Miss Granger bei ihrer wöchentlichen Disziplinierung meine Unterstützung angeboten.“

Snapes Blick fiel wieder auf Hermine. Wie so oft wusste sie nicht zu deuten was für ein Ausdruck in den Augen des Lehrers lag.

„Es sieht mir nur wenig danach aus als wäre es im Einvernehmen geschehen. Mr. Malfoy, ich werde dieses Verhalten nicht tolerieren!“

„Ich zitterte“, erwiderte dieser schlicht. Snape war offenbar unglaublich wütend, schien jedoch seinen Zorn herunterzuschlucken. Seit wann hatte Malfoy so die Oberhand? Hermine wischte sich mit dem Handrücken über die Wangen. 

„Zwanzig Punkte Abzug für Slytherin. Und ich will Sie heute Abend zum Nachsitzen in meinem Büro sehen“, sprach Snape nun aber wieder in voller Strenge. Hermine musterte Malfoy. Sie hatte nicht die geringste Ahnung, wann aus diesem feigen Idioten jemand geworden war, der nichts mehr auf die Sanktionen der Lehrer gab und sie wusste nicht ob ihr diese Entwicklung geheuer war. 

„Finden Sie alleine in Ihren Gemeinschaftsraum zurück, Miss Granger?“, wandte sich der Lehrer dann an sie. Vielleicht irrte sie sich, doch sie hatte tatsächlich zum ersten Mal seit sie ihn kannte das Gefühl, dass etwas wie Mitgefühl in seiner Stimme lag.

Sie nickte ernst. „Ja, das geht schon. Danke, Sir.“ Eine Welle von Widerwillen überschwemmte sie als sie den Rohrstock vom Boden aufhob. Malfoy sah sie noch einmal an, fuhr dann herum und machte sich dann endlich schnellen Schrittes aus dem Staub.

Hermine verzog das Gesicht, während sie einen Fuß vor den anderen setzte. Ihr Hintern brannte so schrecklich, dass jede Bewegung schmerzte. Eigentlich hätte sie ihr neues Züchtigungsinstrument am liebsten aus dem Fenster gefeuert.

Allein eine gute Sache hatte dieser schreckliche Zwischenfall gehabt. Sie hatte dank Malfoy endlich einen Raum gefunden, in dem sie die weiteren Züchtigungen ohne lästige Zuschauer hinter sich würde bringen können.

15 Kommentare zu „Ein gefährliches Vorhaben Teil 2 (Harry Potter Fanfiction)

  1. Wow! Das muss ich noch mindestens ein zweites Mal lesen, weil ich bestimmt das eine oder andere schöne Detail übersehen habe. Aber schon beim ersten Lesen habe ich festgestellt, wie viel aus den Büchern damals doch bei mir hängen geblieben ist, dass ich den Charakteren und Anspielungen gut folgen konnte.

    Ich fand schon im ersten Teil die magische Bürste großartig, weil sie Hermine zwingt, den genauen Zeitpunkt und Ort ihrer Strafe selbst zu wählen. Es macht die Strafe psychologisch interessanter, wenn man sie nun überhaupt nicht will, aber genau weiß, dass man sich ihr irgendwann bewusst ergeben muss.

    Die Situationen, in die du sie steckst, sind auch toll. Zum Beispiel, wie sich die Mitschülerinnen auch nach Wochen noch nicht daran sattgesehen haben, wie Hermine, Höschen heruntergezogen und Hüfte angehoben, den nackten Po verhauen bekommt, sondern es stattdessen als willkommene Abendunterhaltung betrachten. Und natürlich das Finale mit Malfoy, in dem Hermine den – bei ihr sicherlich sehr ausgeprägten – Drang, sich nichts von ihm gefallen zu lassen, herunterschlucken und sich fügen muss. Dazu kleine Dinge, die ich mag, wie z.B. der Griff in den Nacken.

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    1. Hi,

      Danke, das freut mich gerade so sehr 🙂 Bei mir ist es auch echt lange her, dass ich das sechste Buch gelesen habe. War damals einer meiner Favoriten. Der Film hingegen… naja. Aber das nur nebenbei.
      Ich hab auf jeden Fall versucht, das Setting und irgendwie auch den Tenor der HP-Bücher irgendwie einzufangen, selbst wenn es eine Spanking-Story ist.

      Dankeschön. Ich bin auch echt froh, dass mir dieser Einfall spontan kam. Bzw. hab ich wohl irgendwann vor vielen, vielen Jahren mal so eine Comiczeichnung gesehen, auf der alle möglichen Züchtigungsinstrumente durch die Luft schwebten und die Hogwarts-Schüler verhauten und Snape stand daneben und schaute streng.

      Mir gefällt der Gedanke auch, dass es eben so oder so geschehen muss und sie sich sogar selbst der Situation zu stellen hat, so schwer es ihr auch fällt. Mir hat es auch viel Spaß gemacht, diese Situation zu schildern. War auch mal was anderes, wenn der, der austeilt, so gar keine Zuneigung oder Gnade kennt sondern wirklich reizen und ärgern will und es ein absolutes Machtspiel ist. Ich fand es selbst sehr spannend, das zu schildern.

      Ich freue mich jedenfalls riesig, dass es dir so gut gefallen hat und du auch die Details gerne mochtest, die ich eingestreut habe 🙂

      glg,
      rbg

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      1. Auch die zweite Lektüre war eine Freude. Ich mag zum Beispiel, wie es – mehrfach erwähnt – Hermine ärgert, dass ihr, die doch eigentlich sehr mutig ist und die sich selbst sicher auch so sieht, die Strafe doch reichlich Angst macht und wie peinlich es ihr ist, deshalb laut zu schreien. Und ich frage mich jetzt, ob Draco sich schon immer gewünscht hat, einer Mitschülerin den Hintern zu verhauen – er macht entsprechende Andeutungen und es würde zu seinem Charakter passen –, oder ob die Idee ihm erst spontan gekommen ist, als er von Hermines Strafen erfahren hat.

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  2. Auch wenn mir die Situation am Ende zu ungerecht war, als dass ich sie genießen konnte, muss ich dennoch wieder loben, wie überzeugend du es wirklich schaffst, Spanking-Stories zu schreiben, die tatsächlich zum Ton und Gefühl der HP-Bücher passt.

    Und der Anfang hat mir ganz besonders gefallen. Wenn es nicht von einem bekannten Bösewicht wie Draco ausgeht, der seinen Triumph nicht verdient hat, sondern die Beschämung durch die unschuldig interessierten Mitschülerinnen kommt, ist auch die äußerst reizvoll. 😉

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    1. Hi,
      Das höre ich wirklich sehr gerne, es war mir auch wichtig, daraus auch eine Geschichte zu machen, die das HP-Universum in seinem „Wesen“ einfängt. Über das Feedback dass es sich zu ungerecht angefühlt hat, bin ich auch sehr dankbar. Ich wollte mal etwas schreiben, was mit Rivalität zusammenhängt und einer Strafe, die aus reiner Schadenfreude und gewissem Sadismus stattfindet.
      Wenn man wüsste, dass Draco noch richtig Ärger dafür bekommt oder sonstiges wäre es sicher deutlich zufriedenstellender. Aber genau darum habe ich die Szene am Anfang auch mit reingenommen, damit für mehrere „Geschmäcker was dabei ist.
      Danke für deinen Kommentar und glg

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  3. Hey 🙂

    Also vom ersten Teil war ich schon begeistert und dieser Teil ist nicht weniger schlecht. Gut zugegeben es hat Hermine schon etwas sehr hart getroffen und irgendwie hab ich im laufe der Strafe durch Draco irgendwie gehofft dass jetzt doch noch irgendwie etwas Gnade und Verständnis durch Draco passiert, aber gut durch diese kalte Sadistische Art von Anfang bis Ende ist es wahrscheinlich doch „realistischer“ bzw. näher am Charakter dran wie er in den Büchern dargestellt wird :).
    Tja aber wirklich alles in allem eine sehr gelungene Geschichte 😊 auf einen dritten Teil werde ich wohl eher vergebens hoffen 😅 aber vllt auf eine andere neue Geschichte aus dem HP Universum oder allgemein eine Fanfic Geschichte?
    LG

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    1. Hi,
      Ja, dass er innerhalb der Strafe Mitleid entwickelt könnte schon irgendwie sein, ist aber wohl eher unwahrscheinlich bei ihm.

      Also es kommt ein bisschen auf die Wünsche und Nachfrage an, wenn da Bedarf besteht könnte mir sicher noch etwas für einen dritten Teil einfallen.

      Abgesehen davon, was für FF würden dich denn interessieren?

      Danke für deinen Kommentar auf jeden Fall und glg,
      rbg

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      1. Ich dachte an ein Ende, bei dem es für die Zwillinge wegen der Täuschung der Eltern Ärger gibt. Vielleicht gar nicht so unrealistisch, denn schließlich spielt die Geschichte ja in den 50ern.
        Allerdings habe ich gerade nochmal in das Buch geschaut und festgestellt, dass die Beiden erst neun Jahre alt sind. Die Protagonistinnen in Deinen anderen Geschichten sind ja deutlich älter. Alles in allem vielleicht doch kein so guter Vorschlag.

        LG

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      2. Hallo Christian,
        Das stimmt, ich würde keine Geschichten mit allzu jungen Protagonistinnen schreiben wollen, allerdings finde ich die Idee trotzdem nicht gar nicht schlecht. Zumindest die Geschichte mit Zwillingen und vertauschten Rollen könnte man sicher gut aufgreifen. Vielleicht schreib ich ja bald was in die Richtung, mal schauen.
        Glg

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