„Was fällt dir ein, unseren Besuch zu beleidigen!“ Onkel Jeffs Schläge waren so kräftig dass das Klatschen im ganzen Raum widerhallte und das obwohl sie noch die Leggins trug. „Dir werd ich helfen!“ Ein erstes Wimmern entfloh ihren zusammengepressten Lippen. Wie er sie durchhaute, ließ sie spüren, dass er wirklich sauer war und dass das ein heftiger Hintern voll werden würde. Allerdings war sie auch selbst ziemlich wütend. Wie konnte er das vor seiner Exfrau mit ihr machen? Das war wirklich gemein!
Kategorie: Onkel Jeff
6.1 Exfrau (Onkel Jeff)
„Natalia, wie deine Exfrau Natalia?“, hakte Josie nach. Ihre Stimme hatte ihm gegenüber selten so kritisch geklungen, aber in diesem Fall hatte sie das Gefühl, es sich erlauben zu können. Immerhin war mit Natalias Erscheinen in Onkel Jeffs Leben damals der Kontakt zu Josies Familie abgebrochen. Einmal hatten sie sich noch getroffen, nachdem Jeff und Natalia ein Paar geworden waren. Josie hatte sie auf Anhieb furchtbar gefunden. Sie war ihr als der Inbegriff einer Eiskönigin im Gedächtnis geblieben, kühl, elegant, wunderschön aber unnahbar. Es bestand für Josie gerade so gar nicht das Bedürftnis, sie wiederzusehen und schon gar nicht ausgerechnet heute.
5. Krank melden (Onkel Jeff)
Josie griff also zum Nachttisch und schaltete den Wecker aus, dann zog sie sich die Decke bis zur Nasenspitze. Eine halbe Stunde noch, dann würde sie auf der Arbeit anrufen und sich möglichst verschlafen- denn das klang doch gleich als wäre man nicht fit- für heute krank melden. Es sollte sich nur herausstellen, dass sie da die Rechnung ohne Onkel Jeff gemacht hatte.
4. Hosenwahl (Onkel Jeff)
Die Jeans war nicht gerade das modischste Exemplar, das ihr je untergekommen war und sie war vielleicht auch einen Ticken zu eng, aber sie gab Josie definitiv ein Gefühl von Sicherheit. Sie hatte gerade den Tisch gedeckt und Platz genommen, als Onkel Jeff mit dem Essen hereinkam. Ja, sie fühlte sich, als könnte ihr nun so gar nichts mehr passieren. Ohne das unangenehme Zwicken im Popo war sie sogar vielleicht schon ein wenig übermütig.
3. Erinnerungen (Onkel Jeff)
Verzweifelt biss Josie sich auf die Lippe. Was ihr ebenfalls nicht aus dem Kopf ging waren seine Worte, bevor er sie zum ersten Mal übergelegt hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie versucht zu verdrängen, was damals geschehen war. Dieses Erlebnis vor 20 Jahren, bei einem der letzten Besuche, bevor ihre Eltern sich getrennt hatten und sie mit ihrer Mutter aus der Stadt gezogen war. Aber jetzt, wo sie die Erinnerung zuließ, hatte sie sie so bildlich vor Augen, als würde sie eine alte Videokasette anschauen.
2.2 Ausgaben (Onkel Jeff)
Oje, wenn du jetzt schon so zappelst, wie dann erst wenn ich richtig fertig mit dir bin?“, lächelte der Onkel, als sie ihren letzten Schluck Kaffee geleert hatte. „Was?““, erwiderte sie entsetzt. „Na, ich habe dir doch eine Strafe fürs Lügen versprochen. Die Tracht Prügel von vorhin geht ja komplett auf dein eigenes Konto, dem hättest du entgehen können, wenn du gleich die Abrechnung mit mir gemacht hättest.“
2.1 Ausgaben (Onkel Jeff)
„Neeein!“, schrie sie entsetzt und hielt seine Hand gerade noch mit ihrer fest. Jetzt sah er sie wirklich neugierig an. „Josie“, fragte er in dem Tonfall eines Lehrers, der gerade herausfand, dass seine Schülerin ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatte. „Was genau haben wir hier für ein Problem?“
1.2 Wiedersehen (Onkel Jeff)
„Aber nur um das geklärt zu wissen. Ab jetzt wird ordentlich und vollständig Geschirr gespült“ Josie biss sich wütend auf die Lippe. Dieser Trotz war immer noch nicht verschwunden, so sehr ihre Kehrseite auch schon in Flammen stand. „Korinthenkacker“, murmelte sie. „Oh.... da will es aber jemand wissen!“, stellte der Onkel fest und klang beinahe erfreut. Und ehe sie sich versah, hatte er ihr Höschen gepackt und heruntergezogen.
1.1 Wiedersehen (Onkel Jeff)
Respektheischend hin oder her, Onkel Jeff, wie sie ihn als Kind immer genannt hatte und was sich nun in ihr Gehirn eingebrannt hatte, obgleich er gar nicht wirklich ihr Onkel war, war ein erwachsener Mann und sie inzwischen eine erwachsene Frau von fast 30 Jahren. Es gab keinen Grund mehr für sie, vor irgendwem zu kuschen oder klein beizugeben. Es war nett von ihm, sie in ihrer Not bei sich aufzunehmen, aber sie hielt nichts von konservativen Ansichten und wenn er da nicht grundlegend etwas verändert hatte, war er da noch eher ein Vertreter der alten Schule. Da gab es Konfliktpotenzial und konfliktscheu war sie ganz und gar nicht, wenn es im Kerle ging, die mit ihren Ansichten noch im letzten Jahrhundert feststeckten.