Zwischenkapitel: Offene Karten (Der Privatlehrer)

Gerade, als er die Treppen hinauf gehen wollte, bemerkte er in der hintersten Ecke des Hofes einen Rappen, der dort erhaben stand. Ein Pferd konnte einen eigentlich nicht abschätzig anblicken, allein der Gedanke war lächerlich, dennoch fühlte es sich so an. Ein mulmiges Gefühl beschlich John. Er schob es beiseite und bestieg die knarrenden Stufen hinauf zu seinem Wohnraum. 

23. Außerhalb der Schulbank (Der Privatlehrer)

Ein weiterer Vorteil an diesem Tag bestand darin, dass sie John nicht sehen musste. Sie freute sich eigentlich immer darauf, das Klassenzimmer zu betreten und in sein Gesicht zu schauen, doch heute war alles anders. Sie schämte sich, seine aufgestellten Regeln so missachtet zu haben und sie schämte sich noch mehr dafür, dass sie es trotz all der Gegenstimmen in ihrem Kopf wieder tun würde. Morgen konnte sie der Situation nicht mehr aus dem Weg gehen. Doch für heute tat es gut, durchzuatmen und all die Gefühle und Gedanken erst einmal für sich zu sortieren.

21. Grenzen setzen Teil 2 (Der Privatlehrer)

Ihr Mund war ganz trocken während sie mit unruhigen Fingern die Schleifen ihrer Röcke löste. So nervös hatte sie die Ankündigung einer Züchtigung schon lange nicht mehr gemacht. Es fühlte sich gerade wieder ein bisschen mehr an wie am Anfang. Sie wusste nicht ganz, woran es lag, ob ab der Aussicht auf die Strafe oder an seinem strengen Auftreten, doch sie hatte gerade gehörig Respekt. Sie hatte gerade alle Beinkleider abgelegt, da erklärte er "Zieh dich ganz aus."

18. Hinter verschlossenen Türen Teil 1 (Der Privatlehrer)

Sie strich sich über ihre Lippen, die kurz zuvor noch heiße Küsse mit diesem sonst so reservierten Mann ausgetauscht hatten. Hätte sie geahnt, wie gut er das konnte, sie hätte es schon viel eher provoziert. Verträumt seufzte sie. Zwar hatte sie keine Ahnung, wohin das noch führen sollte, doch gerade kümmerte es sie herzlich wenig. Das einzige, was sie wirklich wollte, war, ihn wiederzusehen. Wieder zu küssen.

17. Rache ist süß (Der Privatlehrer)

Er winkte gerade die Küchenmagd Marie heran, als die Tür sich öffnete und Josephine ins Zimmer kam. Das Erscheinungsbild, das sie bot, war durchaus bizarr. Ihr aufgestecktes Haar stand in wilden Strähnen von ihrem Kopf ab, das eigentlich hübsche, dunkelrote Kleid war übersäht von Stroh und ihr Blick in die Ferne gerichtet, ganz so als wäre sie mit den Gedanken vollkommen woanders.Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, sie wäre entweder in einen wilden Kampf in Heu und Stroh geraten oder aber sie hätte dort unanständige Dinge angestellt. Nach seiner damaligen Strafe war Mr. Buchanan jedoch ziemlich sicher, dass es letzteres nicht sein konnte.

16. Femme Fatale (Der Privatlehrer)

„Na, du hast aber gute Laune“, stellte Alice fest, die gerade ihre Waschschüssel bereit machte. „Und das trotz dieser Uhrzeit, alle Achtung.“„Es ist wichtig, dass ich früh auf bin, sonst schaffe ich es nicht, vor dem Frühstück Mademoiselle Lapertes wertvollen Rappen zu versorgen. Sie hat mich mit dieser Aufgabe betraut und ich werde mir natürlich alle Mühe geben, sie zu erfüllen.“ Alice schmunzelte, während sie die Seife bereit legte. „Das sind ja ganz neue Töne von dir, was ist bloß geschehen? Frisch verliebt?“

15. Der Neuankömmling (Der Privatlehrer)

Mr. Buchanan hatte Mr. Abbott nicht von Josephines Annäherungsversuchen berichtet und das war mit Sicherheit der erste Schritt in die falsche Richtung. Er hatte ihm mitgeteilt, dass er Josephine auf der Feier hatte bestrafen müssen und auch das falsche Spiel von Miss Thurgood hatte er auffliegen lassen. Dass diese ganze Geschichte sich allerdings um ihn selbst gedreht hatte, dieses Detail hatte er womöglich ausgelassen.

Zwischenkapitel: Brief von Lottie (Der Privatlehrer)

Obwohl sie wusste, dass Mr. Thurgood ein sehr strenger Mann war, war Josephine nicht ganz sicher, ob Mr. Buchanan den angekündigten Brief an ihn wirklich verfasst hatte und erst recht nicht, ob er wirklich die Konsequenzen mit sich brachte, die sie sich erhoffte. So lange, bis ihr Vater ihr eines schönen Morgens beim Frühstück mit den Worten „Von deiner Freundin Lottie kam ein äußerst merkwürdiger Brief, kannst du dir einen Reim darauf machen?“ ein Kuvert in die Hand drückte.

13. Freundinnen (Der Privatlehrer)

Wieder schlug Josephines Herz unerträglich schnell. Etliche Minuten schienen zu vergehen, langsam dahingezogen wie Sand, der durch ein riesiges Stundenglas rieselte. Die einzigen Geräusche, die sie begleiteten, waren ihr Herzschlag, ihr unruhiges Atmen und das unterdrückte Schluchzen. Ihr Kopf brummte vor Anstrengung. Sie hatte heute doch schon Alice verloren. Nun auch noch Lottie, das war mehr als sie ertragen konnte. Und ihr Po brannte so schlimm, nur diesmal wagte sie es tatsächlich nicht, ihn zu reiben, also krallte sie ihre Finger stattdessen in den Ledergürtel.