29. Verrat (Der Privatlehrer)

"Josephine, was…" stotterte er, bedeckte sich so gut er konnte und hob mit der anderen Hand seine Hose vom Boden auf. Er musste absolut lächerlich auf sie wirken. Angesprochene erwachte mit einem Mal aus ihrer Schockstarre, jedoch nur um herum zu fahren und die Treppe herunter zu rennen. "Warte!" rief John aus und stopfte sich in seine Hose hinein so schnell es ihm gelang. Wie von Sinnen stürzte er ihr hinterher, bekam sie noch im Treppenhaus am Arm zu packen.

28. Vulkanausbruch (Der Privatlehrer)

John hob das Glas an die Lippen und nahm einen tiefen Zug. Es war vermutlich ohnehin besser gewesen, sich für diesen Tag nicht wiederzusehen. Also hatte er sich bei Mr. Abbott krankheitsbedingt entschuldigt und war zurück zu seiner Kutsche gegangen. Gerade als er losgefahren war, hatte er jedoch eine Beobachtung machen müssen, die sein Blut in Wallung brachte, auch jetzt noch. Josephine war Hand in Hand mit Natalie in Richtung Haus marschiert. War er so einfach zu ersetzen? Weil er nicht wollte, nahm es sich Josephine also woanders? Das nagte unheimlich an ihm.

27. Unklarheiten (Der Privatlehrer)

“Ich muss dir etwas gestehen. Etwas, das dir sicher ganz und gar nicht gefallen und womöglich auch weh tun wird. Aber ich muss es sagen, bevor es dafür zu spät ist und du einen riesigen Fehler begehst.” Josephine hatte schwer geschluckt. Augenblicklich war ihr flau im Magen und ganz schwindelig geworden, wenn sie auch noch nicht wusste, worum es nun genau gehen sollte. “Sag es bitte”, hatte sie dann nur hervor gebracht.

25. In Vorbereitung auf die Ehe (Der Privatlehrer)

Josephine machte es sich in ihrem Bett bequem. Sie trug bereits ihr Nachtkleid, genau wie Alice, die sich noch im Dunkeln zu ihr geschlichen hatten. Allmählich wurden sie wieder unvorsichtig. Hoffentlich schlief Mrs. Greene wirklich so tief, wie Alice beteuerte. “Das Einzige, was mir ein bisschen Sorgen macht, ist der Vortrag, den er mir vor der letzten Bestrafung gehalten hat”, warf Josephine dann nachdenklich ein. In Wirklichkeit hatte sie noch ein paar mehr Sorgen. Mademoiselle Laperte zum Beispiel… aber davon konnte sie Alice nun wirklich nicht erzählen.

24. Une affaire douloureuse (Der Privatlehrer)

“Bonjour, Monsieur” Das waren die ersten Worte, die sie ihm entgegen hauchte. Er spürte die Hitze in seine Wangen kriechen, während er sie nicht weniger verstohlen ansah als sie ihn. Noch nie hatte er so einem schönen Mädchen gegenübergestanden. Mit ihrem dunklen, seidigen Haar und den stahlblauen Augen, die sich unter dichten, schwarzen Wimpern verbargen, wirkte sie, als wäre sie einem Maler geradezu aus der Leinwand geklettert.

Zwischenkapitel: Offene Karten (Der Privatlehrer)

Gerade, als er die Treppen hinauf gehen wollte, bemerkte er in der hintersten Ecke des Hofes einen Rappen, der dort erhaben stand. Ein Pferd konnte einen eigentlich nicht abschätzig anblicken, allein der Gedanke war lächerlich, dennoch fühlte es sich so an. Ein mulmiges Gefühl beschlich John. Er schob es beiseite und bestieg die knarrenden Stufen hinauf zu seinem Wohnraum. 

23. Außerhalb der Schulbank (Der Privatlehrer)

Ein weiterer Vorteil an diesem Tag bestand darin, dass sie John nicht sehen musste. Sie freute sich eigentlich immer darauf, das Klassenzimmer zu betreten und in sein Gesicht zu schauen, doch heute war alles anders. Sie schämte sich, seine aufgestellten Regeln so missachtet zu haben und sie schämte sich noch mehr dafür, dass sie es trotz all der Gegenstimmen in ihrem Kopf wieder tun würde. Morgen konnte sie der Situation nicht mehr aus dem Weg gehen. Doch für heute tat es gut, durchzuatmen und all die Gefühle und Gedanken erst einmal für sich zu sortieren.

21. Grenzen setzen Teil 2 (Der Privatlehrer)

Ihr Mund war ganz trocken während sie mit unruhigen Fingern die Schleifen ihrer Röcke löste. So nervös hatte sie die Ankündigung einer Züchtigung schon lange nicht mehr gemacht. Es fühlte sich gerade wieder ein bisschen mehr an wie am Anfang. Sie wusste nicht ganz, woran es lag, ob ab der Aussicht auf die Strafe oder an seinem strengen Auftreten, doch sie hatte gerade gehörig Respekt. Sie hatte gerade alle Beinkleider abgelegt, da erklärte er "Zieh dich ganz aus."